Frankfurt

Corona-Krise: Friseure öffnen wieder – Was Kunden zu beachten haben

Während der Corona-Krise mussten Friseure ihre Geschäfte geschlossen lassen. Jetzt öffnen sie wieder. Was es für Kunden zu beachten gibt.

  • Wegen Corona* durften Friseure bis zuletzt nicht öffnen.
  • Seit dem 04.05.2020 wirkt sich die Lockerung der Kontaktverbote* auch auf die Branche aus.
  • Friseure dürfen nämlich mittlerweile wieder Kunden empfangen.

Frankfurt - Zur Wiedereröffnung der Friseursalons in Deutschland rechnet das Handwerk mit einem Kundenansturm. Auch für Frankfurt gilt das, wo die Friseure eine wochenlange Zwangspause während der Corona-Krise hinnehmen mussten. „Es wird einfach einen Run geben“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Jörg Müller. Aufgrund der strengen Auflagen können die Friseure jedoch weniger Kunden als gewöhnlich empfangen. 

Corona: Friseure müssen mit weniger Kunden auskommen

So müssen laut Müller etwa viele Friseure wegen des vorgeschriebenen Corona-Mindestabstands mit weniger Bestuhlung auskommen. Logischerweise können dann auch weniger Kunden in den Läden bedient werden. Verpflichtend ist außerdem, dass Salons den Kunden beim Besuch die Haare waschen. Das Haarewaschen dient dazu, Viren in den Haaren abzutöten. Deshalb müssen sich die Friseure nach Angaben von Müller auf mehr Zeit pro bedientem Kunden einstellen. 

Außerdem gilt in Friseursalons, ebenso wie in jedem Geschäft, eine Maskenpflicht für Kunden und Mitarbeiter. Und das ist noch nicht alles. Kunden müssen in Zeiten von Corona mit einem Aufpreis beim Friseurbesuch rechnen. Das liegt daran, dass Salons durch Schutzmaßnahmen sowie Kosten für Mundschutz, Einmalhandschuhe und Desinfektionsmitteln höhere Kosten haben. 

Friseure müssen in Zeiten von Corona mit weniger Kunden auskommen (Symbolbild).

Corona und Friseure: Maßnahmen könnten Kunden abschrecken

Der Verband Deutscher Friseurunternehmen rechnet mit einem durchschnittlichen Preisanstieg von ein bis zwei Euro beim Friseurbesuch. Eigentlich zu verschmerzen im Vergleich zum selbst rasierten Haarschnitt. Der Vorsitzende der Hamburger Friseur-Innung, Birger Kentzler, verwies darauf, dass diese Maßnahme in Zeiten von Corona Kunden abschrecken werde: „Es gibt einen Haufen Leute, die wollen das Waschen der Haare im Salon nicht bezahlen.“

Friseure und Corona: Barber könnten unter den strengen Bestimmungen leiden

Kunden werden sich auch auf einige Abstriche einstellen müssen. „Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege dürfen derzeit nicht ausgeführt werden“, heißt es in den Vorgaben. Das trifft etwa die auf Bärte spezialisierten Barber besonders. Sie können in Zukunft nur Herrenhaarschnitte anbieten. Natürlich betreffe das auch die restlichen Friseure, die die Auswirkungen der Auflagen auf ihrem Umsatz spüren werden, erklärt der Verband 

Außerdem bekommen Kunden beim Friseur kein Glas Wasser, Tee oder eine Tasse Kaffee serviert. Ebenso werden Kunde nicht in Zeitschriften schmökern können, um sich die Zeit beim Warten zu versüßen. Diese Maßnahmen sollen die Infektionsgefahr mit dem neuartigen Coronavirus verringern. Letztlich müssen Kunden ihre Kontaktdaten im Salon hinterlassen, damit Behörden Infektionsketten nachvollziehen können. Dazu zählen Adresse, Handynummer und E-Mail-Adresse.

Corona: Viele Friseure könnten insolvent werden

Die vorgeschriebenen Einmalhandschuhe und Mundschutze seien etwa aufgrund der hohen Nachfrage zurzeit teuer, und das belaste die Friseure, sagte Müller. Angesichts immenser Einnahmeausfällen während der Zwangspause prognostiziert der Fachverband Friseur und Kosmetik Baden-Württemberg eine Marktbereinigung durch Corona in der Branche. "Von Insolvenz sind insbesondere Betriebe ohne Rücklagen bedroht", sagte Landesgeschäftsführer Matthias Moser.

mse


Aktuelle Entwicklungen während der Corona-Krise lesen Sie in unserem Hessen-Ticker.


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Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/Georgios Kefalas

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