Nach Krawall-Nacht

Feldmann bricht Urlaub ab - Nächtlicher Besuch auf Opernplatz geplant

Nach der Randale am Opernplatz in Frankfurt haben Stadt und Polizei strikte Maßnahmen beschlossen. Die Staatsanwaltschaft rechtfertigt nun die Freilassung der 39 Tatverdächtigen. Oberbürgermeister Feldmann will sich selbst einen Eindruck verschaffen.

  • In der Nacht auf Sonntag eskaliert eine Party auf dem Opernplatz in Frankfurt.
  • Hunderte Feiernde randalieren und attackieren die Polizei, 39 Aufrührer werden in Frankfurt* festgenommen.
  • Oberbürgermeister Feldmann plant einen nächtlichen Besuch

+++ 18.00 Uhr: Oberbürgermeister Peter Feldmann, Sicherheitsdezernent Markus Frank, Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und Polizeipräsident Gerhard Bereswill planen am Freitag ab 23.30 Uhr einen Besuch des Opernplatz in Frankfurt. Man wolle sich selbst ein Bild von der nächtlichen Situation machen und überprüfen, ob die von der Stadt getroffenen Maßnahmen wirken, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Frankfurt. Für den Termin kehrt Oberbürgermeister Feldmann frühzeitig aus seinem Urlaub zurück. Auch Samstagnacht wolle er den Opernplatz besuchen.

„Was hier im Herzen unserer Heimatstadt in der letzten Woche vorgefallen ist, braucht niemand – bei aller Toleranz gegenüber unseren Nachbarn aus dem Umland und deren Jugend – in Frankfurt. Gleiches gilt natürlich für unseren eigenen Nachwuchs. Mit Krawall, Gewalt gegenüber den Einsatzkräften und Zerstörung öffentlichen Eigentum wurde die Grenze überschritten“, sagt Feldmann.

+++ 12.48 Uhr: Die Stadt Frankfurt sucht nach der Krawall-Nacht am Opernplatz nach Perspektiven, Partys unter freiem Himmel zu ermöglichen, bei denen die Corona-Beschränkungen berücksichtigt werden können und die in einem organisierten Rahmen stattfinden. Schwimmbäder und Sportplätze könnten ein Teil einer Lösung sein. Denn dort besteht nach Angaben einer Sprecherin von Ordnungs- und Sportdezernent Markus Frank bereits eine gewisse Infrastruktur mit einem Eingangsbereich, die den Aufwand relativ gering halten würde. Das erklärte die Sprecherin auf Anfrage der „FR“.

Robert Mangold, Geschäftsführer der Tiger-Palm-Gruppe und Vizepräsident des Hotel- und Gastronomieverbands Hessen (Dehoga), hat ebenfalls Ideen für Open-Air-Veranstaltungen. Er schlägt nach den Ereignissen auf dem Opernplatz Frankfurt vor, Biergärten mit Bühnen und großflächigen Tanzböden einzurichten. Diese könnten sich am nördlichen Mainufer von der Weseler Werft bis zum Römer erstrecken. Clubbesitzer und Gastronomen würden sie betreiben. Dort hätten auch Künstler, DJs und Bands wieder Möglichkeiten aufzutreten.

Mitarbeiter der Stadtreinigung beseitigen am Morgen nach der Randale-Nacht vor der Alten Oper Scherben der zertrümmerten Scheiben einer Bushaltestelle.

Update vom Mittwoch, 22.07.2020, 10.35 Uhr: Für die Aufklärung der Krawalle auf dem Opernplatz in Frankfurt hat die Polizei mehrere Hinweise von Augenzeugen erhalten, darunter auch Handyvideos und Bilder, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag (21.0702020) auf Anfrage der „Frankfurter Rundschau“*.

Die Polizei Frankfurt hatte zuvor einen Hinweisserver eingerichtet, auf dem Zeugen eben solche Bilder und Videos von der Nacht auf dem Opernplatz zur Verfügung stellen können. Außerdem sollen im Zuge der Ermittlungen DNA-Proben an den Wurfgeschossen genommen werden. Diese seien notwendig, um die Täter im Falle einer Anklage zweifelsfrei identifizieren zu können.

Randale-Nacht auf dem Opernplatz: Staatsanwaltschaft rechtfertigt Freilassung der Verdächtigen

Unterdessen hat sich die Staatsanwaltschaft gegen die in einigen Medien geäußerte Kritik daran gewehrt, dass alle 39 auf dem Opernplatz in Frankfurt festgenommenen Personen vom Sonntag bereits wieder auf freiem Fuß seien. Ein Polizeisprecher betonte, die Freilassung der 39 Personen sei noch kein Freispruch oder eine Einstellung der Verfahren. „Die Voraussetzungen für eine Untersuchungshaft waren in keinem Fall gegeben“, sagte eine Sprecherin. Ermittelt wird wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung. Möglich wäre auch eine Anklage wegen Angriff auf einen Vollstreckungsbeamten. 

+++ 15.50 Uhr: Nach der Randale am Opernplatz in Frankfurt hatte sich Innenminister Horst Seehofer für eine Studie über Gewalt gegen die Polizei ausgesprochen. Der hessische Polizeigewerkschaft-Chef, Andreas Grün, findet aber, es gebe derzeit dringendere Baustellen als eine solche Studie. Mit Blick auf die Affäre in Hessen rund um die Drohmails unterschrieben mit „NSU 2.0“ und Rassismus-Vorwürfe gegen die Polizei sagte Grün:  „Das ist jetzt glaube ich momentan nicht unbedingt das, was wir dringend brauchen.“

Randale-Nacht am Opernplatz in Frankfurt: Polizeigewerkschaft-Chef hält Studie nicht für zwingend notwendig

Den Polizeibeamten liege viel daran, dass die Drohmail-Serie aufgeklärt werde, aber auch, dass von „pauschalen und undifferenzierten“ Vorwürfen zu einer sachlichen Debatte zurückgekehrt werde. „Das ist das, was wir momentan wünschen, weil die Kollegen draußen wirklich jeden Tag Vorhaltungen gemacht bekommen“, unterstrich der Polizeigewerkschafts-Chef.

Unterdessen gehen die Ermittlungen zu der Randale und den Ausschreitungen am Opernplatz in Frankfurt weiter. Nach Angaben der Polizei seien etliche Videos von Zeugen über das eingerichtete Hinweisportal eingegangen. Diese werden derzeit ausgewertet, Ergebnisse gebe es aber noch nicht.

Nach Randale auf den Opernplatz Frankfurt ist eine Studie über Gewalt gegen die Polizei im Gespräch.

Bouffier zu Randale am Opernplatz in Frankfurt: „In Corona-Zeiten zu feiern, rechtfertigt die Randale nicht.“

Update vom Dienstag, 21.07.2020, 11.18 Uhr: Die Krawalle am Opernplatz sorgten bundesweit für Schlagzeilen und Empörung. Die Stadt Frankfurt hat Konsequenzen gezogen und Maßnahmen beschlossen. Künftig gilt am Freitag und Samstag von null Uhr an ein Betretungsverbot für den Opernplatz.

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) verurteilte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Krawalle am Wochenende auf dem Frankfurter Opernplatz, als Polizisten von alkoholisierten Feiernden angegriffen wurden. „Die Angriffe, die wir in Frankfurt erleben mussten, bedürfen einer klaren Antwort des Rechtsstaats“, betonte er. „Da gibt es nichts zu relativieren. Dass es schwierig ist, in Corona-Zeiten zu feiern, rechtfertigt die Randale nicht.“

Frankfurt: Randale am Opernplatz - Innenminister Seehofer schaltet sich ein

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat sich angesichts der Ausschreitungen in Frankfurt für eine Studie über Gewalt gegen Polizeibeamte ausgesprochen. „In Deutschland reden ja gerade viele über Polizei-Studien. Wir bräuchten nach meiner Überzeugung eine Studie über Gewalt gegen Polizeibeamte“, sagte er dem Münchner Merkur*. „Wir erleben einen Trend, der davon geprägt ist, Gewalt gegen Polizeibeamte auszuüben – und dafür von umstehenden Passanten noch angefeuert zu werden.“ Der Respekt vor dem staatlichen Gewaltmonopol scheine immer mehr geschrumpft zu sein.

Das Bundesinnenministerium hatte im Juni eine Studie über verbotene Polizeikontrollen angekündigt, die zum Beispiel nur aufgrund des Aussehens erfolgen. Seehofer aber nahm diese Ankündigung seines Ressorts zurück*. Daran gab es Kritik.

Frankfurt: Randale-Nacht am Opernplatz – Videos zeigen Ausmaß der Gewalt

+++ 14.22 Uhr: Auf Instagram ist nach der Randale am Opernplatz ein neuer Account mit dem Namen „krawallefrankfurt“ aufgetaucht. Auf diesem werden sämtliche Videos gesammelt und gezeigt, die in der Frankfurter Krawallnacht entstanden sind.

Eines der Videos zeigt mehrere junge Männer in einer Gruppe. Sie rufen: „ACAB“ (sinngemäß: „Alle Bullen sind Schweine“). Die Stimmung ist dort zwar aufgeheizt, aber nicht hochaggressiv. Andere Aufnahmen zeigen, wie Einsatzkräfte der Polizei Frankfurt vor Ort mit Mülltonnen und Glasflaschen beworfen werden.

Ein weiteres Video zeigt eine Schlägerei zwischen zwei jungen Männern auf dem Opernplatz in Frankfurt – es bildet sich eine Menschentraube um die Schläger. Anstatt einzugreifen und die Situation zu beruhigen, schauen sie aufgeregt zu. Einer erklärt dann auch lautstark, warum niemand dazwischengehen solle: „Eins gegen eins“, sagt er der Menge.

Die Polizei rückte nach eigener Aussage zum Opernplatz in Frankfurt an, um dem Opfer einer Schlägerei zur Hilfe zu kommen. Ob es sich bei der gefilmten Schlägerei um eben diese handelt, ist nicht bekannt.

Videos der Randale-Nacht am Opernplatz in Frankfurt: Polizei bezieht Stellung

Das erste Video vom Opernplatz wurde am Sonntagabend (19.07.2020) hochgeladen und ist nur wenige Stunden alt, trotzdem hat der Account bereits über 600 Abonnenten. Wer hinter dem Instagram-Kanal steckt, ist nicht bekannt. In der Beschreibung heißt es nur: „Wir distanzieren uns deutlich von jeglichen Vorfällen dieser Art. Dieser Account dient lediglich als Ansammlung von Privatvideos.“

Auf Nachfrage bezieht die Polizei Frankfurt zu dem Kanal Stellung: „Uns und den zuständigen Ermittlern ist der Account bekannt“, bestätigt ein Polizeisprecher auf Nachfrage. Generell sei es aber besser, Videos der Nacht den Beamten direkt zu schicken. Die Polizei hat dafür einen Server für Bilder und Videos eingerichtet. Unter www.polizei-hinweise.de/opernplatz können diese hochgeladen werden. „Die Hinweise landen dann direkt bei den zuständigen Ermittlern“, so der Sprecher.

Randale am Opernplatz: Diese Maßnahmen haben Stadt und Polizei Frankfurt beschlossen

+++ 14.03 Uhr: Nach der Randale-Nacht am Opernplatz haben die Vertreter der Stadt und Polizei Frankfurt Konsequenzen gezogen und auf einer Presskonferenz Maßnahmen angekündigt*. Diese sehen wie folgt aus:

  • Die Freiluft-Partys dürfen zwar noch stattfinden, gegen 23.30 Uhr werden Mitarbeiter der FES jedoch anrücken, um den Platz zu säubern.
  • Ab 1 Uhr darf niemand mehr auf dem Opernplatz sein. Es gilt ein Betretungsverbot. Sowohl die Stadtpolizei als auch die Landespolizei werden eingesetzt, um das Verbot durchzusetzen. Für sechs bis acht Wochen soll die Sperrung am Opernplatz zunächst bestehen.
  • Die Polizei Frankfurt soll mit einer noch höheren Präsenz an öffentlichen Plätzen eingesetzt werden.
  • Es wird geprüft, ob eine Aufenthaltsverbotsverfügung gegen die 29 Tatverdächtigen, die nicht aus Frankfurt kommen, durchgesetzt werden kann.

Frankfurts OB Peter Feldmann lobt Vorgehen nach der Randale-Nacht am Opernplatz

Oberbürgermeister Peter Feldmann begrüßte das gemeinsame Vorgehen. „Mit den vorgestellten Maßnahmen haben Markus Frank, Rosemarie Heilig und Polizeipräsident Gerhard Bereswill meiner Meinung nach den richtigen ersten Schritt gewählt, um die Gewalt auf den Opernplatz einzugrenzen“, sagte er.

+++ 12.00 Uhr: Vertreter von Stadt und Polizei in Frankfurt haben am Vormittag in einer Sicherheitskonferenz darüber beraten, welche Konsequenzen die Stadt aus der Randale-Nacht am Opernplatz ziehen wird. Die Ergebnisse dieser Konferenz werden ab 12.00 Uhr am Montagmittag (20.07.) in einer Pressekonferenz veröffentlicht. Die Pressekonferenz im Live-Ticker.

Bestürzung und Entsetzen nach Randale am Opernplatz – „Ich bin fassungslos“

+++ 09.31 Uhr: Die Bestürzung nach der Randale am Opernplatz in Frankfurt ist groß. Um weitere Maßnahmen zu besprechen, treffen sich deshalb am Montagvormittag (20.07.2020) Vertreter der Stadt und Polizei zu einer Sicherheitskonferenz. Laut Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill wird dabei auch die Frage thematisiert werden, ob bestimmte Orte geschlossen werden sollten. „Das muss man sich gut überlegen, man würde dann ja nur Dinge verlagern.“ Auch Fragen nach Sperrstunden, einem Alkohol- oder Flaschenverbot müssten diskutiert werden.

Bereswill hatte sich am Montag gegenüber dem Sender „HR-Info“ zur negativen Stimmung gegenüber Polizeibeamten geäußert. Diese habe sich in den vergangenen Wochen entwickelt. Er glaube, die Situation habe „mit mehreren pauschalen Vorwurfslagen“ zu tun. Konkret nannte er unter anderem einen „Rassismusvorwurf gegen die Polizei, ‚Racial Profiling‘ zu betreiben.“

Opernplatz Frankfurt: Polizeipräsident Gerhard Bereswill: Negative Stimmung gegenüber der Polizei

Von „Racial Profiling“ spricht man, wenn Menschen wegen ihrer Hautfarbe, Haarfarbe oder anderer äußerer Merkmale, aber ohne konkreten Anlass kontrolliert werden. Auch die Fälle von Polizeigewalt in den USA wirkten sich auf die Stimmung gegenüber den Beamten aus: Die Vorgänge dort würden „eins zu eins auf die deutsche Polizei quasi übertragen“ und die Beamten dem Vorwurf ausgesetzt, „wir wären gewaltextrem, wir würden so oder so ähnlich agieren wie die Polizei in den Vereinigten Staaten“.

Frankfurt: Randale am Opernplatz - Spuren auch am nächsten Tag noch sichtbar

Update vom Montag, 20.07.2020, 07.43 Uhr: Scherben, überall Scherben. Auf den Treppenstufen, die zur Alten Oper führen. Rund um den Lucae-Brunnen. Und vor allem an der Bushaltestelle an der Bockenheimer Anlage, die entglast wurde. Die Spuren einer Nacht, die komplett aus dem Ruder lief.*

Auch am Sonntagmorgen waren die Spuren noch zu sehen. Nur wenige Stunden vor den Zwischenfällen am Opernplatz hatten mehrere junge Leute positiv über die Feiernden gesprochen. Die 21 Jahre alte Sophie aus dem Nordend beispielsweise ist in jüngster Zeit schon öfter vor die Alte Oper gekommen. „Ruhig“, sei es an diesem Tag, sagt sie. „Hier hat es schon ausgesehen wie auf dem Schlachtfeld“, fügt sie hinzu.

Am Sonntagmittag erinnert nur noch die demolierte Bushaltestelle an die Vorfälle auf dem Opernplatz in Frankfurt. Die Straßenreiniger haben großartige Arbeit geleistet. Doch die Aufarbeitung des Geschehenen wird noch etwas dauern.

Opernplatz in Frankfurt: Bestürzung und Entsetzen nach Randale – „Ich bin fassungslos“

+++ 16.53 Uhr: Auch Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank zeigte sich bestürzt über die Randale am Opernplatz. „Ich bin fassungslos, dass gezielt Polizeibeamte angegriffen werden, wenn sie einem Menschen helfen wollen. Das ist inakzeptabel“, machte er deutlich. Damit sei eine ganz neue Stufe der Gewalt erreicht worden. Eine Sicherheitskonferenz in Frankfurt werde am Montag (20.07.2020) zusammenkommen. Teilnehmer werden Umweltdezernentin Rosemarie Heilig und der Polizeipräsident Gerhard Bereswill sowie die Ordnungsbehörde und das Gesundheitsamt sein.

Die Polizei Frankfurt hat derweil eine ausführliche Pressemitteilung zu den Ereignissen am Opernplatz veröffentlicht. Darin geht sie nochmal näher auf die Festgenommen und die Tatvorwürfe ein. Den 39 Personen werde unter anderem schwerer Landfriedensbruch sowie Körperverletzung vorgeworfen. Bis auf eine Frau waren sie alle junge Männer zwischen 17 und 23 Jahren. Die „überwiegende Mehrzahl“ habe „einen Migrationshintergrund“. Diese Aussage sorgt online bereits für Diskussionen über Racial Profiling.

Frankfurt: Oberbürgermeister Feldmann will Polizeipräsenz erhöhen

+++ 15.37 Uhr: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hat als Reaktion auf die massiven Ausschreitungen am Opernplatz vorgeschlagen, die „Polizeipräsenz an solchen Hotspots“ zu erhöhen. Auf Twitter schrieb er, er verurteile die Angriffe auf die Polizisten aufs Schärfste. Das Verhalten der Randalierer sei „absolut inakzeptabel.“ Sie müssten „umgehend zur Rechenschaft gezogen“ werden.

+++ 14.22 Uhr: Eine chaotische Nacht liegt hinter Frankfurt. Die Ausschreitungen am Opernplatz beschäftigen nicht nur die Ermittlungsbehörden. Hier eine Übersicht der Ereignisse, wie sie die Polizei Frankfurt am Sonntag (19.07.2020) bei einer Pressekonferenz darstellte:

  • Wie auch an den vergangenen Wochenenden feierten von Samstag auf Sonntag (19.07.2002) wieder rund 3000 Menschen auf dem Opernplatz in Frankfurt
  • Gegen 3 Uhr befanden sich noch 500 bis 800 Menschen auf dem Opernplatz, als eine Massenschlägerei mit bis zu 30 Beteiligten ausbrach
  • Die Polizei griff mit zehn Beamten ein und wurde daraufhin von den Streitparteien mit Flaschen beworfen
  • Auch andere aus der Menge warfen Flaschen und feuerten die Angreifer mit lauten Rufen an
  • Die Polizei zog sich zurück und alarmierte Verstärkung, die teils mit Schilden ausgestattet anrückte– schon bei der Anfahrt flogen Gegenstände auf die Fahrzeuge
  • Die Einsatzkräfte drängten die Menge in die Fressgasse ab, wo sie diese umstellten und 39 Personen festnahmen
  • 38 der Festgenommenen sind junge Männer, nur eine Frau ist unter ihnen – insgesamt acht mutmaßliche Randalierer befinden sich noch in Polizeigewahrsam
  • Beim dem Einsatz wurden mindestens fünf Polizistinnen und Polizisten verletzt, der Sachschaden geht in die Tausende
  • Laut Aussagen des Polizeichefs, Gerhard Bereswill, habe die Aggression gegen die Polizei in Frankfurt in den vergangenen Wochen stetig zugenommen
  • Der Polizeipräsident ist vor allem darüber „fassungslos“, dass sich so viele der 500 bis 800 Feiernden am Opernplatz gegen die Polizei solidarisierten

Randale auf Opernplatz in Frankfurt: Fünf verletzte Beamte – Hoher Sachschaden

+++ 12.55 Uhr: Insgesamt waren bei ihrem Einsatz mindestens fünf Beamte der Polizei verletzt worden. Es könne durchaus sein, dass noch weitere Verletzte hinzukommen. Zum Glück seien kein Polizist und keine Polizistin schwer verletzt worden, zumindest wisse man bisher nur von „Schürfwunden und Prellungen“, so der Polizeipräsident in Frankfurt.

Sachschäden lägen laut Bereswill an mehreren Polizeifahrzeugen vor. Er schätzt die Schadenshöhe hier allein auf mehrere tausend Euro. Auch sei die verglaste Bushaltestelle vor der alten Oper beschädigt worden. Der Polizeipräsident rechnet nach der Randale am Opernplatz in Frankfurt aber noch mit weiteren Schadensmeldungen im Laufe des Tages.

Massive Randale auf Opernplatz in Frankfurt: Aggression gegen Polizei habe zugenommen, so der Polizeichef

+++ 12.40 Uhr: Zwischen den vom Umweltdezernat aufgestellten Mülltonnen und den Ausschreitungen am Opernplatz in Frankfurt sieht Bereswill keinen Zusammenhang.

+++ 12.35 Uhr: Der Polizeipräsident gab weiterhin an, dass sich die zunehmenden Widerstände gegen die Polizei in den letzten Wochen aufgeschaukelt habe. Am Opernplatz aber auch im Bahnhofsviertel und am Hauptbahnhof Frankfurt* habe die Aggression gegen die Polizei Frankfurt zugenommen.

Auf die Frage, ob die Polizei früher gegen die Partys auf dem Opernplatz in Frankfurt hätte vorgehen müssen, wollte sich Bereswill nicht äußern. Er gab aber zu, dass die Polizei auf eine Feier am Opernplatz in Frankfurt in der gestrigen Größenordnung eingestellt war, denn in den letzten Wochen sei es ebenso gewesen. Es seien extra Bereitschaftskräfte hinzugezogen worden, um die Lage im Falle eines Falles schnell unter Kontrolle zu bringen.

Nach der Randale auf dem Opernplatz in Frankfurt nimmt Polizeipräsident Gerhard Bereswill auf einer Pressekonferenz Stellung.

Randale am Opernplatz in Frankfurt: Eine Person hatte fast 20 Flaschen geworfen

+++ 12.30 Uhr: Zu einer eventuellen Sperrung des Opernplatzes am Wochenende wollte sich der Polizeipräsident in Frankfurt nicht äußern. Aber er mahnt zur Vorsicht. Denn die Sperrung eines Platzes könne dazu führen, dass sich die Menschen dann an kleineren, weniger einfach zu kontrollierenden Plätzen träfen.

Weiterhin gab Bereswill an, dass eine Person bei den Ausschreitungen besonders negativ aufgefallen war. Von ihr allein seien fast 20 Flaschenwürfe ausgegangen. Die Person habe auch Umstehende dazu angehalten, die Polizei anzugreifen.

Randale am Opernplatz in Frankfurt: Ausschreitungen seien „Höhepunkt der Entwicklungen" der letzten Wochen

+++ 12.27 Uhr: „Heute Nacht war das, was in Frankfurt passiert ist, der absolute negative Höhepunkt der Entwicklung“ der letzten Wochen. Vor allem beunruhigenden seien die Anheiz-Versuche und das Gejohle aus der Menschenmenge gewesen. Bereswill ist „fassungslos“ über die Randale am Opernplatz in Frankfurt. Er wolle den Kollegen für ihren Einsatz danken. Es sei eine Webseite eingerichtet worden, hier können Videomaterialien und Bilder zu den Ausschreitungen hochgeladen werden. Auch könnten Hinweise unter der 069/75553110 abgegeben werden.

+++ 12.25 Uhr: Bei den 39 Festgenommenen handelt es sich um 38 Männer und eine Frau. Neun sind aus Frankfurt, alle weiteren sind aus der Umgebung, wie beispielsweise Darmstadt und Offenbach. Zum genauen „Status der Personen“ und einem eventuellen „Migrationshintergrund" konnte Bereswill noch nichts genaues sagen.

Randale am Opernplatz in Frankfurt: 39 Personen festgenommen

+++ 12.19 Uhr: Die Polizisten wurden weiter angegriffen, schoben aber die Angreifer in Richtung Fressgasse weiter. Daraufhin positionierte sich eine weitere Polizeikette vor der Menge. Anschließend erfolgte eine gezielte Festnahme der Flaschenwerfer und anderer Verdächtiger. Das seien 39 Personen, die vor Ort festgenommen werden konnten. Acht Personen befinden sich noch immer in Polizeigewahrsam. Sie stehen unter Verdacht des schweren Landfriedensbruchs.

+++ 12.17 Uhr: Auf einer Polizei-Pressekonferenz gibt der Polizeipräsident Gerhard Bereswill weitere Informationen über die Ausschreitungen am Opernplatz in Frankfurt heraus. Der Polizeipräsident zeichnet ein Gesamtbild der Nacht in Frankfurt. Überall haben sich in Frankfurt in Parks, am Main und auch auf dem Opernplatz Feiernde getroffen. Über 100 Fremdkräfte der Polizei waren im Einsatz. Die Nacht verlief fast überall in Frankfurt friedlich. Nur am Opernplatz selbst, war die Lage eine andere.

Anfangs feierten über 3000 Menschen zunächst friedlich. Die Polizei war an drei Stellen vor Ort. Gegen 1 Uhr „begann die Stimmung zu kippen und wechselte in aggressive Stimmung“, so Bereswill. Es kam zu immer mehr Streitigkeiten, weshalb die ersten damit begannen, den Platz zu verlassen.

Ausschreitungen am Opernplatz in Frankfurt: Polizeipräsident äußert sich

Gegen 3 Uhr kam es zu einer großen Schlägerei zwischen 25 bis 30 Personen am Brunnen des Opernplatzes. Circa 500 bis 800 Menschen waren zu diesem Zeitpunkt noch am Opernplatz. Da eine Person verletzt wurde und blutete, entschied die Polizei einzugreifen und den Streit zu schlichten. Etwa 10 Polizisten schalteten sich ein. Dann habe sich die Situation verändert. Die Teilnehmer der Schlägerei wandten sich „ganz offen und direkt“ gegen die Polizisten und bewarfen sie massiv mit Flaschen. Weitere Personen mischten sich ein und warfen ebenfalls mit Flaschen auf die Polizisten. „Was ich besonders erschreckend finde“, so Bereswill, alle 500 bis 800 Personen hätten zu klatschen begonnen, wenn Flaschen in der Nähe der Polizisten einschlugen. Auch der Ruf „ACAB“ sei gefallen.

Dies führte dazu, dass sich die zehn Polizisten zunächst zurückzogen und Verstärkung informierten. Die alarmierten Kräfte wurden noch in der Anfahrt mit Flaschenwürfen aus der Menge heraus beworfen. Mehrere Polizeifahrzeuge wurden beschädigt. Zwei Polizeiketten mit Schutzschilden wurden aufgestellt, um den Opernplatz Frankfurt zunächst abzusperren. Unter großem Gejohle der Menschenmenge habe man diese Polizisten mit Flaschen beworfen. Die Polizei entschied sich daraufhin den Platz zu räumen.

Wieder treffen sich etwa 2.000 Menschen am Opernplatz in Frankfurt – Corona zum Trotz.

+++ 11.59 Uhr: In einer Pressekonferenz äußert sich der Polizeipräsident Gerhard Bereswill gleich gegen 12.00 Uhr zu den Ausschreitungen und der Randale am Opernplatz in Frankfurt. Alle neuen Informationen und Details der Pressekonferenz lesen Sie hier im Live-Ticker.

Massive Randale auf Opernplatz in Frankfurt – Polizei bestätigt Ausschreitungen in Pressemitteilung

Update vom Sonntag, 19.07.2020, 10.47 Uhr: Nach der massiven Randale bei den Freiluft-Feiern auf dem Opernplatz in Frankfurt hat sich nun auch die Polizei geäußert. In einer Mitteilung bestätigte diese, dass es in der Nacht zum Sonntag (19.07.2020) zu Ausschreitungen gegenüber den dort eingesetzten Polizeikräften gekommen sei. Einige Medienberichte schilderten jedoch einen „ungenauen Geschehensablauf“, hieß es. Als Beispiel führten die Beamten an, dass der Ausgangspunkt für die Eskalation keine „sogenannten ‚Coronakontrollen‘" gewesen seien, wie zuvor geschrieben worden war. Frankfurts Polizeipräsident will in einer Pressekonferenz um 12 Uhr zu den Vorfällen auf dem Opernplatz Stellung nehmen.

Parallel berichtete die Polizei Frankfurt auf Twitter, gegen 3 Uhr in der Nacht sei eine Person mit Platzwunde am Kopf vom Opernplatz gemeldet worden. Eine Schlägerei mit mehr als 20 Beteiligten soll vorausgegangen sein. Die Polizei gab an, mehrere Streifen an den Ort des Geschehens geschickt zu haben. Wie genau der Vorfall mit den Ausschreitungen in Zusammenhang steht, blieb vorerst offen.

Erstmeldung vom Sonntag, 19.07.2020, 09.35 Uhr: Frankfurt - Auf dem Opernplatz in Frankfurt ist es in der Nacht zum Sonntag (19.07.2020) nach übereinstimmenden Medienberichten zu Ausschreitungen und Randale gekommen. Wie hessenschau.de berichtete, feierten gegen 3.00 Uhr früh noch fast 500 Menschen auf dem Platz in der Innenstadt von Frankfurt, dann plötzlich soll die Stimmung umgeschlagen sein.

Frankfurt Opernplatz: Hunderte Feiern ausgelassen, dann kippt die Stimmung

Die Situation auf dem Opernplatz in Frankfurt eskalierte den Berichten zufolge. 40 Randalierer seien festgenommen worden. Außerdem sollen mindestens fünf Polizistinnen und Polizisten beim Einsatz auf dem Opernplatz verletzt worden sein.

Auf Twitter wird von Schlägereien rund um den Frankfurter Opern-Platz berichtet. Mehrere Videos in dem Story-Format auf Instagram zeigen den Ernst der Lage. Flaschen fliegen durch die Luft. Deren Werfer werden derweil scheinbar noch mit Rufen und Johlen dazu motiviert, weiter zu machen. Auf einem anderen Video ist zu sehen, wie mehrere Männer Mülltonnen auf die Straße werfen. Auch hier steht scheinbar eine große Gruppe im Hintergrund und feuert die Männer an. Als ein Mann dann etwas in eine Bahnhaltestelle wirft und eine Scheibe zerbricht, ist die Menge im Hintergrund kaum noch zu halten.

Randale am Opernplatz Frankfurt: Flaschen und Mülltonnen werden geworfen, es kommt zu Schlägereien

Die Mülltonnen, die die Randalierer als Wurfgeschosse hernahmen, hatte die Stadt Frankfurt erst aufgestellt. Nachdem es immer wieder zu Feiern am Opernplatz in Frankfurt mit bis zu 2000 Menschen* gekommen war, versuchte man so, den Müllbergen Herr zu werden. Wie es nach der heutigen Nacht mit den Feiern am Opernplatz weitergeht, bleibt abzuwarten. Bisher gab die Polizei Frankfurt keine Auskunft zum Fall und verwies darauf, noch Zeit zu brauchen, um die Lage zu sondieren. (Von Sophia Lother)

Kommentar zur Krawallnacht: Nach der Randale am Opernplatz in Frankfurt hat eine Sicherheitskonferenz erste Maßnahmen beschlossen. Gefragt ist jetzt aber auch die Justiz*. Ein Kommentar. *fnp.de, merkur.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: ©  Andreas Arnold/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.