Plastik, Flaschen und Co

Härteres Durchgreifen gegen Müll-Sünder in Frankfurt: Pläne für Kontrollen und Bußgelder

Bild des Jammers: Die Innenstadt von Frankfurt ist komplett vermüllt.
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Bild des Jammers: Die Innenstadt von Frankfurt ist komplett vermüllt.

Der viele Müll auf Frankfurts Straßen bewegt vor allem die Anwohner der betroffenen Straßen und Plätze. Sie wünschen sich ein konsequenteres Vorgehen vonseiten der Stadt.

  • Die Corona-Krise sorgt für enorme Müllmengen in Frankfurt.
  • Trotz Corona-Lockerungen sind viele Clubs geschlossen, die Menschen treffen sich auf öffentlichen Plätzen wie dem Opernplatz.
  • Die FES versucht mit der Kampagne #cleanffm entgegenzuwirken.

Update vom Donnerstag, 18.06.2020, 13.40 Uhr: Um gegen den vielen Müll auf dem Opernplatz in Frankfurt vorzugehen, hat die Stadt jetzt mehr Müllbehälter aufgestellt. Es wird zudem über größere Müllbehälter sowie einen Glascontainer diskutiert. 

Die CDU setzt sich dagegen für stärkere Kontrollen durch das Ordnungsamt auf dem beliebten Platz ein. Müll-Sünder könnten dann mit Bußgeldern bestraft werden.

Kritik an der #cleanffm-Kampagne in Frankfurt

Update vom Montag, 15.06.2020, 17.20 Uhr: Die Müll-Exzesse in der Innenstadt von Frankfurt sorgt weiterhin für erhitzte Gemüter bei der Leserschaft. Viele wünschen sich höhere Bußgelder. Auch wird Kritik an der #cleanffm-Kampagne laut. Stattdessen wünsche sich viele Frankfurter die Umsetzung eines Bußgeldkatalogs und ein konsequenteres Vorgehen. 

Erschreckendes Bild: Plätze und Straßen in Frankfurt komplett vermüllt

+++ 17.38 Uhr: Die Welle an Meldungen über vermüllte Straßen und Plätze in Frankfurt ebbt noch nicht ab. Uns erreichen weiterhin Zuschriften von Lesern, die über die Müll-Situation in ihrem Stadtteil berichten. 

Insbesondere in Bornheim soll die Situation katastrophal sein. Gerade in Bornheim-Mitte seien die meisten Seitenstraßen und auch die beliebte Berger Straße meistens völlig vermüllt. Eine Leserin berichtet, dass sie den Eindruck bekommt, die Situation verschlimmere sich noch massiv, seit die meisten Gaststätten, Cafés und Wettbüros wieder geöffnet sind.

Zu dem herumfliegenden Müll jeglicher Art und alten, aussortierten Möbeln, die einfach auf die Straße gestellt werden, kämen zu allem Überfluss auch fast täglich Hundehaufen, die von den Hundebesitzern einfach überall liegen gelassen werden.

Nicht nur in der Innenstadt, auch in vielen anderen Stadtteilen in Frankfurt häuft sich der Müll

+++ 12.06 Uhr: Die Bilder und der Artikel haben unter den Lesern für viel Empörung gesorgt. Vor allem bei Facebook wird deutlich: Das ist nicht nur ein Problem in der Frankfurter Innenstadt. Auch in anderen Stadtteilen, habe sich die Situation mit Beginn der Corona-Krise massiv verschlimmert. Eine Leserin berichtet von Sperrmüll, der einfach auf die Straße gestellt wird. Eine andere Leserin schreibt, dass der Mainweg in Richtung Ruderhof, auch schon vor Corona-Zeiten, an einem Sonntagmorgen vor lauter Müll mit dem Fahrrad  kaum passierbar sei. 

Frankfurt: Wie will bringt die #cleanffm-Kampagne wirklich?

Erstmeldung, 13.06.2020, 9.15 Uhr: Frankfurt - Ein Bild des Jammers bot der Opernplatz in Frankfurt am frühen Samstagmorgen (13.06.2020). Berge von Müll türmen sich um die vielen Sitzgelegenheiten, den Brunnen, die Treppe zur Alten Oper. Dass Feiernde in Frankfurt gerne ihren Müll zurück lassen, ist kein neues Phänomen. Mit der Corona-Krise kommt es allerdings mehr und mehr zu einem wahren Müll-Exzess.

Frankfurt: In der Innenstadt häufen sich die Müllberge

Pappbecher, Plastiktüten und zerbrochene Wein- und Bierflaschen. Der Platz vor der Alten Oper sieht nach lauen Sommernächten dieser Tage aus wie am Neujahrsmorgen. „Es war viel los in der Stadt“, bestätigt die Polizei auf Anfrage. Von der Fressgass‘ bis in Richtung Zeil seien an dem warmen Sommerabend viele Menschen unterwegs gewesen. Und da die Clubs aufgrund der Corona-Krise, trotz Lockerungen, noch geschlossen seien, spiele sich das Leben nun ausschließlich auf den Plätzen der Stadt Frankfurt ab. Abgesehen von den Müllbergen sei es aber eine friedliche Nacht gewesen.

FES-Kampagne #cleanffm appelliert in Frankfurt vergebens

 Das Problem ist in Frankfurt nicht neu. Vor allem das Mainufer leidet in den Sommermonaten unter achtlos weggeworfenen Glasflaschen und Pizzakartons. Da konnte auch die eigens aus diesem Grund gestartete Kampagne #cleanffm der Stadt und des FES nicht viel ausrichten. Und sie scheint die Menschen in der Corona-Krise in Frankfurt noch weniger zu erreichen. Die Plakatkampagne, die auch in großer Zahl auf dem Platz vor der Alten Oper zu finden ist, hat die Menschen zumindest nicht davon abgehalten, ihren Müll auf der gesamten Fläche zu verteilen. Und wer da poltert, dies läge auch an einer mangelhaften Anzahl an Mülleimern, dem sei gesagt: Die waren teilweise noch nicht mal bis zur Hälfte befüllt. 

Bild des Jammers: Innenstadt von Frankfurt komplett vermüllt

Bereits am 26. Mai 2020 hatte die Kampagne auf dem Nachrichtendienst Twitter auf die zunehmende Vermüllung der Innenstadt von Frankfurt aufmerksam gemacht. 

Nebeneffekte von Corona: Müll-Problem nicht nur in Frankfurt ein Thema

Der Vermüllung ist nicht nur in der Stadt ein großes Problem. Auch in kleinen Kommunen, wie in Münster (Landkreis Darmstadt-Dieburg), wird seit Beginn der Corona-Krise sogenannter Wilder Müll zu einem großen Problem. Dort werden Reifen und Bauschutt einfach in den Wald geworfen. Altkleidercontainer quellen über, Altglascontainer können die Mengen nicht mehr fassen. Und der kleine Ort Münster ist in dem Zusammenhang kein Einzelfall. 

Frankfurt: Corona-Krise sorgt auch für mehr Plastikverpackungen

Und ein weiteres Corona-Phänomen schafft Müll-Probleme: Die großen Mengen Plastikverpackungen, die durch die vermehrte Nutzung von Take-Away-Angeboten im schlimmsten Fall einfach in die Landschaft geworfen werden oder die Hausmülltonnen in unüblicher Geschwindigkeit füllen.

Randale auf dem Opernplatz Frankfurt: Mutmaßliche Corona-Party eskaliert. Es fliegen Flaschen und Mülltonnen und sogar die Polizei wird angegriffen.

Nach der Randale am Opernplatz in Frankfurt ist das Entsetzen* über die Angriffe billig, das Feindbild Polizei inzwischen gängig. Die Aggression muss Konsequenzen haben. Ein Kommentar.

In Frankfurt wurden in den letzten Monaten tausende Verstöße gegen die Corona-Regelungen festgestellt. Vor allem das Kontaktverbot nahmen viele nicht ernst. Für die Stadt macht sich das bezahlt.

Am „Cleanup Day“ im September 2020 sollen die Frankfurter ihre Stadt aufräumen. Hilfe bekommen sie beim Aufräumen der Müllberge von ihrem Fußballverein Eintracht Frankfurt. *op-online.de, fr.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. 

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