„Talking Hands“

„Höhle der Löwen“: Frankfurterinnen bekommen Geld – obwohl kein Investor einsteigt

Maria Möller (l.) und Laura Mohn aus Frankfurt bei „Die Höhle des Löwen“.
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Maria Möller (l.) und Laura Mohn aus Frankfurt bei „Die Höhle des Löwen“.

So etwas gab es bei der „Höhle der Löwen“ noch nie: Die Investoren steigen bei einer Gründungsidee aus Frankfurt nicht ein. Geld gibt es aber trotzdem.

Frankfurt – Bei der Jubiläumsfolge von „Die Höhle der Löwen“ auf Vox gab es eine Neuheit: Erstmals vergaben die „Löwen“ Geld an Gründer, ohne selbst in das Geschäft mit einzusteigen. Die Idee des Ganzen ist nicht nur ein vielversprechendes Unternehmen, sondern hat auch einen guten Zweck. „Talking Hands“ heißt das Start-up von Laura Mohn und Maria Möller, das schon erste Erfolge verzeichnete.

Bei der Gründungsidee des 27-jährigen Duos aus Frankfurt* geht es um Daumenkinos, die Kindern Gebärdensprache näherbringen sollen. Jedes der kleinen Flipbooks, wie die Gründerinnen die Daumenkinos nennen, zeigt die Geste für ein bestimmtes Wort. So lernen Kinder schnell und einfach die Welt der Gebärdensprache kennen. „Die Flipbooks lösen eine gewisse Faszination bei den Kindern aus und wecken ihre Neugier“, erzählt Maria Möller in der Sendung „Die Höhle der Löwen“.

Gründerinnen aus Frankfurt bei „Die Höhle der Löwen“: Daumenkinos für Inklusion

Milch, Papa, Spielen, Lieben – zu über 100 Gesten haben die Beiden bereits Daumenkinos entworfen. Gerade für Kinder mit Hörproblemen sollen diese nützlich sein. Der erste Prototyp wurde auch schon getestet: Möller und Mohn verschenkten die Daumenkinos an eine integrative Kita in Frankfurt. Die Kinder konnten sich an den Flipbooks sofort ausprobieren.

„Es war ein Riesenerfolg“, erzählt Möller bei „Die Höhle der Löwen“. „Noch bevor wir den Kindern erklären konnten, was es mit den Flipbooks auf sich hat, stürzte sich die gesamte Gruppe auf die Daumenkinos und fing an, die Büchlein durchzublättern.“ Ganz von selbst hätten die Kinder der Frankfurter Kita die Gebärden gelernt – und anschließend stolz den Erziehern und den beiden Gründerinnen präsentiert.

Nur wenig später hätten sich zahlreiche andere Kitas und Eltern bei den beiden Gründerinnen aus Frankfurt gemeldet. An diesem Punkt hätten sie sich entschlossen, ihre Jobs zu kündigen, ihre Sparkonten leerzuräumen und „Talking Hands“ zu gründen. Und das mit Erfolg: Im August 2021 erhielten die beiden bereits den mit 12500 Euro dotierten Frankfurter Gründerpreis*.

Auch Jeanne-Marie, die Schwester von Laura Mohn, hilft bei der Präsentation der „Talking Hands“-Idee.

Frankfurter Gründerduo bei „Die Höhle der Löwen“ – Kein Investment, aber andere Unterstützung

Was sagen also die „Löwen“ zu dem Geschäftsmodell? Die sind begeistert. Doch als Investmentoption will sich keiner der Geldgeber bei „Talking Hands“ einkaufen. „Es ist jetzt für mich nicht das Investment, deswegen bin ich aus dem Thema raus“, sagt Familienunternehmerin Dagmar Wöhrl. Aber dann hat sie gleich eine Idee, die beiden doch noch zu unterstützen: Sie bietet an, über eine Stiftung für 10.000 Euro Daumenkinos zu kaufen. „Das mache ich sehr gerne und hoffe, euch damit ein bisschen geholfen zu haben“, so die 67-Jährige.

Und sofort stiegen auch drei weitere Investoren bei der Idee ein. Insgesamt 40.000 Euro wollen sie spenden. So ist es zwar nichts geworden mit der Investition, dennoch können die beiden Jungunternehmerinnen den TV-Auftritt bei „Die Höhle der Löwen“ als Erfolg verbuchen. Am Ende ihrer Ziele sind Möller und Mohn aber noch lange nicht angekommen. Ihre Vision: Ein Unternehmen aufbauen, das durch innovative Lehrmittel Inklusion weltweit fördern kann.

Bundesweite Bekanntheit durch „Die Höhle der Löwen“ erlangte auch die Kleinbrauerei „Flügge“ aus Frankfurt*. In den Braukesseln in Goldstein werden inzwischen knapp ein Dutzend verschiedene Getränkesorten auf Malzbasis gebraut. Auch die Idee „Medi-Dusch“ aus dem Taunus überzeugte bei „Die Höhle des Löwen“. (spr) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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