Coronavirus

Coronakrise: Frankfurter Erzieherinnen arbeiten in Behörden

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Die Zahnbürsten in den Kitas werden gerade nicht benutzt.

Die Dienstpflicht für Kita-Erzieherinnen ist in Frankfurt trotz Coronavirus nicht ausgesetzt, aber niemand muss eine leere Kita bewachen. Es gibt andere Beschäftigungen für die Mitarbeiterinnen.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 in Frankfurt: Die Kitas bleiben leer
  • Neue Jobs für Erzieherinnen, die nicht mit der Notbetreuung beschäftigt sind
  • Beschäftigte werden in anderen Teilen der Stadtverwaltung eingesetzt

Es ist nichts los in den Frankfurter Kindertagesstätten. Die meisten Einrichtungen sind völlig verwaist – was vor allem daran liegt, dass die Kriterien für die Notbetreuung eng gefasst sind. So haben Eltern darauf nur dann einen Anspruch, wenn sie beide in systemrelevanten Berufen arbeiten, also etwa Ärzte oder Polizisten sind. Da sich die Liste dieser sogenannten Funktionsträger mehrfach verändert hat, gibt es noch keine genauen Zahlen darüber, wie viele Kinder in die Notbetreuung gehen dürfen. In der Realität werden in den meisten Kitas gar keine Kinder betreut.

Trotz Coronavirus: Erzieherinnen in Frankfurts Kitas haben nicht frei

Das heiße aber nicht, dass die Erzieherinnen und Erzieher frei hätten, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) auf Anfrage der FR. Die Dienstverpflichtung gelte weiterhin. Allerdings müsse niemand eine leere Kindertagesstätte bewachen.

Kita-Gebühren

Über eine Aussetzung der Beiträge für die Kindertagesstätte wird die Stadt Frankfurt voraussichtlich Mitte kommender Woche entscheiden. Das teilte Bildungsdezerntin Sylvia Weber (SPD)  mit.  


Weber sagte, sie wisse „um die schwierige Situation vieler Eltern, die gerade keine Einnahmen haben oder Betreuung anderweitig organisieren müssen“, und wolle die Mütter und Väter unterstützen.  


Das Land Hessen sei in der Frage der Beitragszahlungen in der Pflicht, so Weber. Immerhin habe das Land das Betretungsverbot  erlassen. 

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den städtischen Kitas und den Einrichtungen der freien Träger könnten etwa eingesetzt werden, um Anfragen der Eltern zu bearbeiten, pädagogische Konzepte aufzustellen oder die Qualitätssicherung und die Dokumentation in den Tagesstätten voranzutreiben. Sofern irgendwie möglich, sollten sie das aus dem Homeoffice heraus tun.

Sofern Träger auch andere Einrichtungen betreiben – etwa Flüchtlingsunterkünfte oder Seniorenheime – könnten die Beschäftigten auch dort eingesetzt werden. Für den stadteigenen Träger Kita Frankfurt gilt das nicht. Deshalb würden die Beschäftigten auch in anderen Teilen der Stadtverwaltung eingesetzt, wobei ältere Beschäftigte und Menschen mit Vorerkrankungen in jedem Fall von zu Hause aus arbeiten sollen.

Kita: Keine Sorgen um Lohnzahlung wegen des Coronavirus

In der vergangenen Woche hatte sich eine Erzieherin anonym an die FR gewandt und von einem Kollegen berichtet, der in die Kindertagesstätte kommen müsse, obwohl er Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt habe. Derartige Berichte wies Weber zurück. Wer mit einer infizierten Person Kontakt gehabt habe, müsse sich ans Gesundheitsamt wenden und in jedem Fall daheim bleiben, stellte die Dezernentin klar.

Um ihren Lohn müssen sich die Erzieherinnen und Erzieher laut Weber keine Sorgen machen: „Wir zahlen die Zuschüsse an die Träger der Kitas und erweiterten schulischen Betreuung in vollem Umfang weiter, damit auch sie die Löhne für ihr Personal weiter bezahlen können.“

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