1. Startseite
  2. Hessen

Essen wir bald alle Mehlwürmer? Forschung an der Hochschule Fulda

Erstellt:

Von: Niklas Hecht

Kommentare

An der Hochschule Fulda arbeiten Forscher an den Lebensmitteln der Zukunft. Neben Insekten stehen auch Pudding aus Pflanzen und Bier aus Kartoffeln auf dem Forschungsplan.

Fulda - Eine Schüssel Käfer-Larven als Vorspeise, Heuschrecken zum Hauptgang und hinterher ein paar Mehlwürmer als Snack? Was sich anhört wie die Speisekarte beim diesjährigen Dschungelcamp, könnte in Zukunft auch auf den hessischen Tellern landen. Während Insekten als Nahrungsmittel bislang vor allem in Asien verbreitet sind, gibt es hierzulande noch deutliche Berührungsängste mit den alternativen Proteinquellen. Um diese abzubauen, forscht die Hochschule Fulda an Kreationen, wie Mehlwürmer und Co. besonders schmackhaft zubereitet werden können.

Pur seien sie geschmacklich nicht so aufregend, erzählte Doktorand Christian Schnorr kürzlich dem Hessischen Rundfunk. Aber wenn man sie würze, etwa „mit Knoblauch und Kräutern der Provence, dann wird’s schon besser“. Nicht nur Insekten stehen in Fulda auf dem Forschungsplan. Neben Schnorr forschen Studierende, Doktoranden und Professoren der Hochschule an weiteren Lebensmitteln der Zukunft. Dazu gehören beispielsweise auch Pudding aus Pflanzen-Proteinen und Bier aus Kartoffeln.

Hochschule Fulda: Insekten sind klima- und ressourcenschonender als traditionelle Nutztiere

„Die gesamte Lebensmittelproduktion muss nachhaltiger werden“, erklärte Stefan Schildbach, Professor am Fachbereich Lebensmitteltechnologie, gegenüber dem HR den Sinn der Forschungsarbeit. Mit Blick auf das Klima müssten Alternativen zu den konventionellen tierischen Produkten geschaffen werden. Gerade die Erforschung von Insekten als Fleischersatz sei ein großes Thema. Im Gegensatz zu Rindern, Schweinen und Hühner verbrauchen Insekten bei der Aufzucht deutlich weniger Land, Futter und Wasser.

Den Forschern der Hochschule Fulda ist klar, dass der Wandel hin zu einer klima- und ressourcenschonenden Ernährung nicht von heute auf morgen funktioniert. Sie denken in Jahrzehnten. Die Dystopie, die es in manchen Köpfen gebe, dass in 20, 30 Jahren nur noch Insekten gegessen würden und kein Fleisch mehr auf den Tellern lande, hält Christian Schnorr für unrealistisch. Ganz anders sieht es in Asien aus. Für knapp ein Drittel der Weltbevölkerung stünden Insekten, von denen es tausende essbare Arten gebe, traditionell auf dem Speiseplan, schreibt der HR.

Zu sehen sind Gelbe Mehlwürmer in einer Pfanne. Ein Holzlöffel liegt in der Pfanne, die Mehlwürmer sind frisch angebraten (Symbolbild).
Der Gelbe Mehlwurm liefert viele Proteine (Symbolbild). © J. Pfeiffer / Imago

Forscher arbeiten in Fulda an neuartigen Lebensmitteln - Insekten zu essen ist gesund

Doch auch in Europa nähert man sich dem Thema an. Mehlwürmer als Lebensmittel verbreiten sich seit einigen Jahren in Form von Snacks, in Brot-Backmischungen oder angebraten als normale Zutat in vielen Rezepten. Gesund ist das allemal. Mehlwürmer sind echte Protein-Bomben und enthalten zudem wertvolle Aminosäuren, ungesättigte Fettsäuren und Vitamin B. Dennoch dürfte so mancher Hessen beim Anblick der Larven hoffen, dass die Insekten nicht allzu bald auf seinem Teller landen. (nhe)

Noch nie Mehlwurm probiert? Denkt der Kopf nicht mit, schmeckt die Quiche mit Mehlwürmern ganz vorzüglich.

Auch interessant

Kommentare