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A49-Baustelle: Sprengstoff-Spuren entdeckt - Linke fordert übergreifenden Baustopp

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Von: Julius Fastnacht, Florian Dörr

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Die Arbeiten an der A49 zwischen Gießen und Kassel müssen bei Stadtallendorf pausieren. Hintergrund ist der Fund von Sprengstoffspuren.

Update vom Freitag, 13. Mai, 14.00 Uhr: Zum Stopp der Bauarbeiten an der A49 zwischen Gießen und Kassel wegen eines Sprengstoffspurenfunds hat sich jetzt auch die hessische Linke geäußert. So sprach der Fraktionsvorsitzende Jan Schalauske von einem vermeidbaren Zwischenfall.

„Mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ist im Umfeld des ehemaligen Sprengstoffwerkes der WASAG mit Altlasten zu rechnen gewesen. Dass (...) aus Kostengründen keine Untersuchungen stattfanden, obwohl deren Umbau geplant war, ist völlig unverständlich.“

A49-Baustelle zwischen Gießen und Kassel: Linke fordert übergreifenden Baustopp

Vom zuständigen Regierungspräsidium forderte er, alle als Verdachtsflächen eingestuften Bereiche offenzulegen und eine Aufstellung auch der nicht untersuchten Areale und Gefahrstoffe vorzubereiten. Dass nämlich durch die Arbeiten Giftstoffe entstehen und das Grundwasser verunreinigt werden könnte, sei eine reelle Gefahr.

Der Vorfall ist Schalauske zufolge so gravierend, dass die Baugenehmigung des Abschnitts überprüft werden müsse. „Solange muss es einen Baustopp für den ganzen Trassenverlauf geben“, teilte er weiter mit. „Die Gesundheit der dort arbeitenden Personen und die Sicherheit der Wasserversorgung müssen oberste Priorität haben.“

A49-Baustelle zwischen Gießen und Kassel: Sprengstoff-Spuren entdeckt – Baustopp bis auf Weiteres

Erstmeldung vom Freitag, 13. Mai: Gießen/Stadtallendorf – Der Bau der A49 zwischen Gießen und Kassel sorgt seit Jahren für Kontroversen. Argumente der Befürworter treffen auf solche der Gegner, im Dannenröder Forst kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Protestlern und Polizei. Entsprechende Prozesse beschäftigen die Gerichte.

Nun sind die Bauarbeiten an der A49 aus einem ganz anderen Grund stellenweise gestoppt worden. Im Boden wurden Sprengstoffspuren gefunden. Am Montag (9. Mai) habe das Regierungspräsidium Gießen eine entsprechende Bürgerinformation hinsichtlich möglicherweise verunreinigten Bodens am Ortsrand von Stadtallendorf (Landkreis Marburg-Biedenkopf) erhalten, erklärte ein Sprecher am Freitag (13. Mai). Ein anschließender Schnelltest sei positiv auf sprengstofftypische Verbindungen (STV) gewesen.

A49-Ausbau zwischen Gießen und Kassel: Erdaushub muss nach Sprengstoff-Stopp zwischengelagert

Die Bauarbeiten der A49 zwischen Gießen und Kassel seien an der betroffenen Stelle eingestellt worden, wo die Sprengstoffspuren entdeckt worden waren. Aufgrund unterschiedlicher Indizien gehe man derzeit von dem Stoff Hexyl aus, erklärte das Regierungspräsidium Gießen.

Wie ein Band zieht sich die gerodete Trasse für die umstrittene A49 durch den Wald bei Dannenrod. (Archiv)
Wie ein Band zieht sich die gerodete Trasse für die umstrittene A49 durch den Wald bei Dannenrod. (Archiv) © Boris Roessler/dpa

Das ergibt durchaus Sinn: In dem Bereich war früher Sprengstoff verarbeitet worden. Labortechnische Untersuchungen müssten den Verdacht noch bestätigen. Wenn dies geklärt sei, müsse der Entsorgungsweg festgelegt werden. Bis dahin müsse der Erdaushub zwischengelagert werden. Man nehme die Angelegenheit sehr ernst, fügte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Gießen hinzu. (fd//juf/dpa)

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