Anderthalb Jahre später

Zivilcourage bei Anschlag von Hanau: Vili-Viorel Păun bekommt posthum Ehrenmedaille

Ein Foto erinnert am Anschlagsort in Hanau-Kesselstadt an Vili-Viorel Paun, der hier am 19. Februar 2020 von dem Rechtsextremisten Tobias R. erschossen worden war.
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Ein Foto erinnert am Anschlagsort in Hanau-Kesselstadt an Vili-Viorel Paun, der hier am 19. Februar 2020 von dem Rechtsextremisten Tobias R. erschossen worden war.

Anderthalb Jahre nach dem rassistischen Anschlag in Hanau wird Vili Viorel Păun geehrt.

Hanau – Ministerpräsident Volker Bouffier will am Freitag (18.06.2021) den bei dem Anschlag von Hanau ermordeten Vili Viorel Păun posthum mit der hessischen Medaille für Zivilcourage ehren. Die Vergabe wird in der Dienstvilla des Ministerpräsidenten in Wiesbaden um 14.00 Uhr stattfinden.

Der damals 22-Jährige wurde bei dem rassistisch motivierten Attentat* am 19. Februar 2020 in Hanau* ermordet. Paun hatte den Täter Tobias R. verfolgt, um ihn zu stoppen - und soll von dem 43-Jährigen in seinem Auto erschossen worden sein. Lange galt Vili-Viorel Păun als „Zufallsopfer“ des Anschlags in Hanau. Mehrfach hieß es, er wollte sich im Kiosk in Kesselstadt nur etwas zu trinken kaufen. Aus Sicht seiner Eltern sollte er jedoch nicht nur als Anschlags- oder gar „Zufallsopfer“ in den Medien kursieren, sondern vielmehr als Held.

Anschlag in Hanau: Medaille bringt „den Eltern ihren Sohn nicht zurück“

„Vili Viorel Păun hat sich selbstlos, mutig und entschlossen für seine Mitmenschen eingesetzt“, erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im April in Wiesbaden. Er habe in Hanau versucht, Menschenleben zu retten*. Bouffier betonte damals, dass die Medaille nicht ungeschehen machen könne, was passiert sei. „Sie bringt den Eltern ihren Sohn nicht zurück“.

Tobias R. erschoss an dem Abend insgesamt neun Menschen, bevor er mutmaßlich erst seine Mutter und schließlich sich selbst tötete. Die Bundesanwaltschaft attestierte dem Täter eine zutiefst rassistische Gesinnung.

Anschlag in Hanau: Vili-Viorel soll posthum geehrt werden

Die Hessische Medaille für Zivilcourage wird seit Anfang 2009 verliehen. Damit ehrt das Bundesland Menschen, die sich für die Werte der Hessischen Verfassung eingesetzt oder anderen Personen in Notsituationen Hilfe geleistet haben. Grundsätzlich kann jeder Bürger einen anderen vorschlagen. Bereits Mitte vergangenen Jahres hatte die Stadt Hanau die neun Anschlagsopfer posthum mit der Ehrenplakette in Gold als höchste Auszeichnung der Stadt gewürdigt. (Marvin Ziegele mit dpa) *op-online ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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