Gericht

Nach brutalen Überfällen auf Taxifahrer: Prozess gegen junge Männer beginnt

Drei junge Männer sollen für mehrere brutale Überfälle auf Taxifahrer im Main-Kinzig-Kreis verantwortlich sein. Ein Opfer wurde schwer verletzt. Jetzt beginnt der Prozess, den Tätern drohen heftige Strafen.

  • Brutale Überfälle auf Taxifahrer halten den Main-Kinzig-Kreis in Atem
  • Drei junge Männer sollen für die Überfälle verantwortlich sein
  • Den Tätern drohen heftige Strafen

Hanau/Langenselbold – Der jüngste Angeklagte ist erst 16 Jahre alt, seine beiden mutmaßlichen Komplizen sind 19 und 20. Von Montag (22. Juni) an müssen sie sich vor der 2. Jugendkammer am Hanauer Landgericht verantworten.

Taxifahrer von Räubern schwer verletzt

Die Staatsanwaltschaft erhebt schwere Vorwürfe gegen das junge Trio aus Hanau und Neuberg, das zum Jahreswechsel die Taxibranche in der Region in Angst und Schrecken versetzt hat. Vier Taxifahrer sollen die jungen Männer ausgeraubt haben, eines der Opfer dabei besonders schwer verletzt haben.

Innerhalb von zwei Wochen, so die Anklage, haben die drei in jeweils unterschiedlicher Beteiligung die Raubzüge verübt. Den 16-Jährigen, der bislang polizeilich nicht aufgefallen ist, hält die Staatsanwaltschaft für den Anführer des Trios.

Taxifahrer ausgeraubt: Verbrechen in Hanau und Langenselbold

Die Verbrechen sind in Hanau und Langenselbold verübt worden. Kurz vor dem Weihnachtsfest ist ein 58-jähriger Taxifahrer das erste Opfer der Bande. In der Nacht zum 21. Dezember, nimmt er die Passagiere am Frankfurter Hauptbahnhof auf – das Fahrtziel ist Hanau.

An der Graf-Philipp-Ludwig-Straße gehen die Räuber auf den wehrlosen Mann los, würgen ihn von hinten und schlagen ihm mit der Faust ins Gesicht, bis das Opfer seine Tageseinnahmen von rund 400 Euro herausgibt. Die beiden Täter flüchten zunächst unerkannt in Richtung Goldschmiedehaus.

Räuber bedrohe Taxifahrer mit Waffe

Kurz vor Heiligabend ist es eine Taxifahrt von Gelnhausen zur Reichenberger Straße – ein 43-jähriger Fahrer ist diesmal das Opfer, die Beute beträgt rund 200 Euro. Der Taxifahrer, der mit einer Soft-air-Waffe bedroht wird, wehrt sich vergeblich. Die Räuber schlagen auf ihn ein und verletzen ihr Opfer am Kopf – ihre Spur verliert sich am Heinrich-Fischer-Bad. 

Innerhalb von nur sechs Stunden werden dann am 3. und 4. Januar zwei weitere Taxis nach dem gleichen Muster überfallen. Dabei nimmt die Gewalt der Täter nach Angaben der Staatsanwaltschaft immer mehr zu.

Brutaler Überfall auf Taxifahrer bei Fahrt nach Hanau

Gegen Mitternacht erbeuten sie rund 180 Euro an der Schlossstraße in Langenselbold. Besonders brutal soll es dann in den frühen Morgenstunden an der Leipziger Straße/Wilhelm-Rohn-Straße zugegangen sein.

Ein 71-jähriger Fahrer ist von der Frankfurter Hauptwache aus mit zwei der jungen Männer nach Hanau unterwegs. Gegen 5 Uhr wird das Opfer hinterrücks gewürgt. Dann eskaliert die Gewalt, als sich der Taxifahrer aus dem Würgegriff befreit und zu flüchten versucht

Hanau: Räuber treten auf am Boden liegenden Taxifahrer ein

Mit voller Wucht sollen die mutmaßlichen Verbrecher ihn zu Boden getreten und das wehrlose Opfer dann in den Bauch sowie gegen den Kopf getreten haben. Die Folgen sollen fürchterlich sein.

Der Senior habe laut Ermittlungen mehrere schwere Frakturen im Gesicht sowie Platzwunden erlitten. Die Beute dagegen sei gering gewesen: rund 210 Euro sowie ein Smartphone, das die Täter wenige Tage später in einem Handy-Shop in Hanau zu Geld gemacht haben sollen.

Kriminalpolizei in Hanau fasst brutale Taxiräuber

DerHanauer Kriminalpolizei, die bereits nach dem ersten Raub fieberhaft nach den Tätern fahndete, gelang es dann jedoch, den brutalen Räubern auf die Spur zu kommen. Wenige Tage nach dem letzten Überfall rasteten die Handschellen ein, die Staatsanwaltschaft setzte beim Amtsgericht drei Untersuchungshaftbefehle durch.

Kurz nach den Festnahmen bestand zudem der Verdacht, dass das Trio noch für weitere Taxiüberfälle verantwortlich sein könnte, denn nach dem gleichen Muster sind auch Taxifahrer in Obertshausen und Frankfurt überfallen worden.

Taxiräuber hat dickes Vorstrafenregister

Vor der 2. Großen Jugendkammer unter dem Vorsitz von Richterin Coretta Oberländer drohen dem Trio nun empfindliche Strafen. Vor allem für den 19-Jährigen könnte es „eng“ werden, denn er gilt bei den Ermittlungsbehörden bereits als „Stammkunde“.

Mitte Januar war er zudem wegen einer anderen Gewalttat bereits zu einem Jahr und drei Monaten Haft nach Jugendstrafrecht verurteilt worden. Für den Prozess hat die Jugendkammer zunächst vier Verhandlungstage anberaumt.

Rubriklistenbild: © dpa

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