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An dieser Schule gibt es jetzt kostenlose Binden und Tampons

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Die Ernst-Ludwig-Schule in Bad Nauheim stellt ihren Schülerinnen künftig mithilfe des Rotary Clubs kostenlose Binden und Tampons zur Verfügung.

Bad Nauheim - Eine Arbeitsgruppe aus engagierten Schülerinnen habe die Anschaffung von Binden- und Tamponspendern organisiert, teilt die Schule mit. Nun gibt es drei Spender für die Mädchentoiletten.

Die Idee fing klein an: Eine anonyme Schülerin hatte einen kleinen Papierkarton in die Mädchentoilette gestellt. Wer wollte, konnte sich Hygieneprodukte herausnehmen oder selbst den Vorrat wieder auffüllen. »Das Ganze beruhte auf Eigeninitiative der Schülerinnen, und jede Spende war aus eigener Tasche finanziert. Weil das Befüllen unverbindlich ablief, war der kleine Behälter leider nach mehreren Wochen meistens leer«, so die Mitteilung. Jedoch habe das Angebot frei zugänglicher Hygieneartikel großen Anklang gefunden.

Tampons liegen in einem Tampon-Spender. (Symbolbild)
Tampons liegen in einem Tampon-Spender. (Symbolbild) © Bernd Weißbrod/dpa

Es inspirierte die Oberstufenschülerin Ela Baskaya, eine dauerhafte Lösung zu finden. Nicht selten werde man von seiner Periode überrascht. »Wer keine Hygieneartikel dabei hat, greift oft zu unhygienischen Alternativen oder geht vor Scham direkt nach Hause.« Hier setze die Intention des Projekts an: Die Menstruation sollte nicht vom Lernen abhalten.

Kostenlose Tampons an Bad Nauheimer Schule: Wichtiger Schritt zur Enttabuisierung

Anfang 2022 wurde die Idee zum ersten Mal in einer Schulkonferenz vorgestellt. Hier fand der Vorschlag Gehör, die Suche nach einem Sponsor begann. Durch die UNESCO- Schulkoordinatorin Carla Schierkolk kam schließlich der Kontakt zum Rotary Club zustande. Nach der schnellen Zusage des Sponsors wurde eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die sich über das Modell und den Inhalt der Spender beriet. Anfang Dezember wurden diese schließlich montiert. Baskaya freut sich über die erfolgreiche Umsetzung des Projekts: Ein niedrigschwelliger Zugang zu Periodenhygieneartikeln sei ein wichtiger Schritt zur Enttabuisierung der Menstruation.

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Vor einem neu installierten Tamponspender (v. l.) Schulleiterin Uta Stitterich, Initiatorin Ela Baskaya, Lehrerin Carla Schierkolk und Rainer Böhm vom Rotary Club. © pv

Lehrerin Carla Schierkolk hat den gesamten Prozess begleitet und unterstützt. »Ich finde es ganz wichtig zu betonen, dass dies ein Projekt aus der Schülerschaft ist.« Ela Nur Baskaya habe mit viel Engagement dafür gesorgt, dass ihre Idee auch in die Tat umgesetzt wurde. »Damit folgt sie einer langen Tradition von Schülerinnen und Schülern, innerhalb und außerhalb unserer Schülervertretung, die schon so manches Projekt auf den Weg gebracht haben. Das zeichnet uns als ELS aus.«

Tampons an Schule in Bad Nauheim: „Sollte eigentlich auch überall sonst selbstverständlich sein“

Viele Jugendliche an der Schule wünschten sich, dass die Schule als Bildungsstätte und staatliche Institution einen Beitrag dazu leistet, das Wohlbefinden Menstruierender zu fördern, sagt Schierkolk. »Vielleicht kann dieses Projekt ein Anstoß für andere Schulen sein.«

Das erhofft sich auch Schulleiterin Uta Stitterich: »Das, was unsere Schülerinnen hier bewirkt haben, sollte eigentlich auch überall sonst selbstverständlich sein.« (red)

Damenhygieneartikel sind eine monatliche Geldausgabe, die mancher betroffenen Person schwerfällt. Auch in einer weiteren Stadt im Wetteraukreis ist man auf das Problem aufmerksam geworden. Nidda will nun die städtischen Gebäude mit kostenlosen Tampons und Binden ausstatten.

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