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„Ehrabschneidend“: Ladendetektiv stellt Kunde im Penny-Markt grundlos als Dieb bloß

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Von: Christian Reinartz

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In Offenbach will ein Mann seine Einkäufe bei Penny erledigen. Dann gerät er völlig ohne Grund in eine peinliche Situation mit dem Ladendetektiv.

Offenbach – Als der Offenbacher Andreas Kaufmann vor kurzem den Penny-Markt in der Kaiserstraße betritt, um seine Einkäufe zu erledigen, ahnt er nicht, dass er wenig später vor versammelter Kundschaft als Dieb gebrandmarkt werden wird. „Ich werde nie vergessen wie peinlich und ehrabschneidend die ganze Situation für mich war.“, sagt Kaufmann. Er will, nachdem er den Einkauf bezahlt hat, gerade den Markt verlassen, als sich ihm ein Mann in den Weg stellt.

Dieser gibt sich als Hausdetektiv aus und fordert Kaufmann auf, ihm in sein Büro zu folgen. Er habe dann nach dem Grund gefragt. „Das weißt du ganz genau, wir haben alles auf Video“, lautet die Antwort. So schildert es Kaufmann. Ihm sei die Situation vor all den anderen Kunden im Kassenbereich peinlich gewesen.

Ladendetektiv irrt sich: Kunde im Penny als vermeintlicher Dieb bloßgestellt

Also sei er dem Ladendetektiv gefolgt, um die Sache abzukürzen. „Ich habe ihn zudem aufgefordert, es zu unterlassen, mich zu duzen“, sagt er. Doch das scheint den übereifrigen Penny-Sicherheitsmitarbeiter nicht zu interessieren. Im Büro angekommen habe der nämlich unmissverständlich klargemacht: „Du hast ab sofort Hausverbot und ich will deinen Einkauf kontrollieren.“

Grundlos beschuldigt, geklaut zu haben: Andreas Kaufmann ist vom Ladendetektiv im Büro des Penny-Marktes an der Kaiserstraße vor anderen Kunden bloßgestellt worden. Am Ende ist klar: Der Mitarbeiter hat sich geirrt.
Grundlos beschuldigt, geklaut zu haben: Andreas Kaufmann ist vom Ladendetektiv im Büro des Penny-Marktes an der Kaiserstraße vor anderen Kunden bloßgestellt worden. Am Ende ist klar: Der Mitarbeiter hat sich geirrt. © Reinartz

Kaufmann besteht erneut darauf, dass er nicht geduzt werden will und packt genervt seinen Einkauf aus. Schnell stellt sich heraus: Die Ware stimmt haargenau mit dem Kassenzettel überein.

Ladendetektiv im Penny-Markt will Fehler nicht zugeben

Doch anstatt seinen Irrtum zuzugeben und sich zu entschuldigen, moniert der Detektiv, dass Kaufmann sein Brot der Bäckerei Heberer beim Betreten des Penny-Marktes angeblich hätte angeben müssen. Kaufmann hat genug und besteht darauf, sofort den Marktleiter sprechen zu wollen und die Polizei zu rufen, um das ganze zu dokumentieren.

Doch anstatt diesem Wunsch zu folgen, verweigert der Mann das Gespräch. Als Grund führt er an, er wisse nicht, wo der Marktleiter sei und er tue ja ohnehin nur seine Pflicht. Auch die im Laden großspurig angekündigten Videoaufnahmen bleibt er schuldig.

Penny-Markt bügelt Kundenbeschwerde ab

„Als ich danach gefragt habe, sagte er, dass die Sichtung 250 Euro kosten würde“, schildert Kaufmann. Sang- und klanglos wird Kaufmann daraufhin mit einem „Auf Wiedersehen“ hinauskomplimentiert. „Das Hausverbot hat er zuvor immerhin noch zurückgenommen“, sagt der Senior. „Man hat in diesem Moment richtig gemerkt, dass er Angst hatte, dass ich darauf bestehen könnte, die Polizei dazu zu holen.“

Erst als er wieder an der frischen Luft ist, wird Kaufmann klar, was gerade passiert ist. „Ich habe mich sofort schriftlich an Penny gewandt und mich über diesen Vorfall beschwert“, sagt Kaufmann. „Aber da wurde ich nur lapidar abgebügelt. Ernst genommen hat mich niemand.“

Penny-Markt: Entschuldigung mit Verspätung

Bei der Rewe-Group, dem Mutterkonzern der Discounterkette Penny, scheint man über die Geschehnisse in der Filiale an der Kaiserstraße bestürzt zu sein. „Wir sind bereits dabei, dem geschilderten Vorfall vollumfänglich nachzugehen“, verspricht Anne Behrendt, Assistentin der Geschäftsleitung Penny Region Südwest.

Es sei der Anspruch des Unternehmens, dass sich Kunden in den Märkten wohl und sicher fühlten, versichert sie umgehend. „Dass uns das in diesem Fall offensichtlich nicht geglückt ist, bedauern wir sehr und dafür möchten wir aufrichtig um Entschuldigung bitten.“ Mittlerweile hat sich Penny auch persönlich bei Andreas Kaufmann gemeldet und sich für den Vorfall schriftlich entschuldigt. (Christian Reinartz)

Im Mai dieses Jahres war ein tatsächlicher Ladendieb im Kreis Offenbach zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er soll in Rodgau Zigaretten im Wert von über 15.000 Euro gestohlen haben.

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