Verkehrswende

Elektro-Bus auf Abruf: Neues RMV-Projekt geht in Hessen an den Start

So soll das Design der drei „Knut“-Kleinbusse aussehen.
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Der RMV plant Elektro-Busse auf Abruf in Hessen einzuführen. So soll das Design in Frankfurt aussehen.

Der RMV plant das Angebot von Elektro-Bussen auf Abruf in Hessen – in Frankfurt wird das Projekt aber zunächst eher langsam anlaufen.

Frankfurt – Am Mittwoch (16.06.2021) machte der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV) Pläne zu regionalen Elektro-Bussen konkret. In insgesamt zehn Regionen in Hessen sollen die Fahrzeuge bis Ende des Jahres unterwegs sein. In Frankfurt* geht das Projekt mit dem Namen Knut an den Start. Premierentag ist der 3. Oktober. Währenddessen sind dieses Jahr ähnliche Projekte in anderen Städten an den Start gegangen. So wurde der Hopper-Bus in Offenbach vor kurzem in Rödermark kontrovers diskutiert*.

RegionStartzeit für Elektro-Busse
Kreis Offenbach, DarmstadtLäuft schon
Taunusstein, Limburg, HofheimSeptember
FrankfurtOktober
Hanau, Kelsterbach, Wiesbaden, Kreis Darmstadt-DieburgBis Jahresende

Elektro-Busse für Frankfurt und neun weitere Regionen in Hessen

Doch wie können die neuen Busse genutzt werden? Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV und wohl die Inspiration für die Benennung des Projekts in Frankfurt, beschreibt es so: „Überall dort, wo der klassische ÖPNV nicht ganz passgenau unterwegs sein kann – zum Beispiel in den Tagesrandzeiten oder dort, wo es keine direkte Verbindung gibt – kommen unsere elektrischen Kleinbusse ins Spiel.“

Die Hessen sollen die Busse also auf Abruf bestellen können. Das gehe per Telefon oder mit einer App. Einen festen Fahrplan gibt es für die Fünfsitzer also nicht. Der RMV verkauft das Konzept als modern und umweltfreundlich. So sollen die Busse aus regenerativen Quellen geladen werden und somit „100 Prozent emissionsfrei“ sein, wie Tobias Schreiber, Projektleiter in Frankfurt, sagt.

Außerdem werde ein Algorithmus die Anfragen von mehreren Nutzern kombinieren, wenn diese ein ähnliches Ziel haben. Die moderne Auslegung bedeutet aber auch, dass Zahlen mit Bargeld nicht möglich sein wird. Stattdessen können Fahrgäste Paypal, Bank- oder Kreditkarte nutzen. Wer sich jetzt schon freut, ab Oktober mit dem Elektro-Bus durch Frankfurt zu fahren, muss allerdings auf die Details achten.

Elektro-Busse in Hessen: Wie ist das Angebot in Frankfurt?

Von insgesamt 150 Bussen, die in diesem Jahr in Hessen an den Start gehen sollen, bekommt Frankfurt zunächst drei. Dazu kommt, dass diese nur in folgenden Stadtteilen unterwegs sein werden:

  • Bonames
  • Harheim
  • Nieder-Erlenbach
  • Nieder-Eschbach

In diesem Gebiet in Frankfurt werde es etwa 500 Haltestellen geben. Diese setzen sich aus bestehenden Bus- und Bahnhaltestellen sowie virtuellen Punkten zusammen. Von 5 Uhr morgens bis 1 Uhr in der Nacht werden die Busse im Einsatz sein, von denen einer Rollstuhlfreundlich umgebaut werden soll. Wird eine Anfrage getätigt, sei der Bus nach 10 bis 15 Minuten an der Haltestelle.

Erst kürzlich hat der RMV eine Erhöhung der Ticketpreise in Hessen angekündigt*. Die Frage stellt sich, was das neue Angebot kosten soll. 30 Cent pro Kilometer wird von den Fahrgästen verlangt. Dazu kommt eine Grundgebühr von 3 Euro, wovon 2 Euro bei Besitz einer gültigen Fahrkarte wegfallen. Wie schnell das Programm ausgebaut wird, hängt wohl von der Nutzung ab. Befristet sind die Busse zunächst bis 2024. (vbu) *fnp.de und op-online.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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