News-Ticker

Hochwasser in Hessen: Schnee statt Regen lässt Pegel sinken – Wasserstände im Taunus weiter hoch

Die Überflutungen in Hessen ziehen sich zurück, der Dauerfrost sorgt für Schnee statt Regen. Hohe Pegelstände gibt es aber weiterhin. Der News-Ticker.

  • Hochwasser in Hessen: Flüsse und Bäche treten über die Ufer, die Feuerwehr ist im Dauereinsatz.
  • Mit der Polarluft fällt vielerorts Schnee statt Regen, die Hochwasserlage entschärft sich damit insgesamt
  • Besonders betroffen von den Überflutungen sind Flüsse im Taunus.

Update vom Montag, 08.02.2021, 10.30 Uhr: Weniger Regen und dafür zum Teil Schnee ist am Wochenende (06./07.02.2021) in Hessen gefallen und hat für eine Entschärfung der Hochwasserlage gesorgt. Das Hochwasserportal Hessen verweist auf arktische Polarluft, die nach Hessen geströmt ist und vielerorts für Dauerfrost gesorgt hat. An vielen Pegelständen wird aber weiter Hochwasser verzeichnet, wenn auch mit insgesamt fallender Tendenz.

So seien in einzelnen Abschnitten von Kinzig, Nidder und Nidda die Meldestufen überschritten, sowie an wenigen Taunusbächen sowie in Osthessen an den Mittelläufen von Fulda und Werra. Das Hochwasserportal meldet insgesamt zehn Pegelstände jenseits der Meldestufe 1, einer läge jenseits der Meldestufe 2. Dazu führt auch der Rhein weiterhin Hochwasser, wie Pegelmessungen in Mainz und Kaub (Meldestufe 2) sowie Raunheim (Meldestufe 1) ergaben. Das Informationsportal des Hessisches Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie geht von einem weiteren Rückgang der Wasserstände in den innerhessischen Gewässern aus. Nur der Pegel der Neckar könnte wegen höherer Temperaturen im Süden noch kurzzeitig ansteigen, allerdings lediglich im Bereich der Meldestufe 1.

In Büdingen begannen die Aufräumarbeiten nach Überflutungen bereits am 6. Februar. Angesichts fallender Pegel könnte es so bald an weiteren Orten in Hessen aussehen.

Hochwasser in Hessen: Regen sorgt für „dritte Welle“ – Flüsse im Taunus betroffen

Update vom Sonntag, 07.02.2021, 13.45 Uhr: Durch den anhaltenden Regen in den vergangenen 24 Stunden hat sich die Hochwasser-Lage in einigen Regionen in Hessen nicht wesentlich entspannt. Wie das Hochwasserportal Hessen mitteilt, sei es „in den hessischen Hochwassergebieten zu einer dritten Welle oder zu einem verzögerten Abfluss der zweiten Welle“ gekommen. Davon betroffen seien hauptsächlich Kinzig, Nidda sowie die Fulda mit einzelnen Nebengewässern. Die Scheitel werden aber im Laufe des Sonntags (07.02.2021) und in der Nacht auf Montag (08.02.2021) erwartet.

Im Taunus seien neben dem Schwarzbach und der Wisper (beide Meldestufe I) nun auch einzelne der Lahn zufließende Gewässer vom Hochwasser betroffen. Am Pegel Michelbach an der Aar ist am Sonntag die Meldestufe II erreicht worden, teilt das Hochwasserportal Hessen mit. Eine Verschärfung der Lage werde aber auch hier nicht erwartet.

Hochwasser in Hessen: Lage soll sich zu Wochenbeginn entschärfen

Am Rhein bleibt die Lage ebenfalls angespannt, auch wenn die Höchststände am Sonntag (07.02.2021) den Abschnitt in Hessen verlassen sollen. In Mainz ist der Scheitel laut Hochwasserportal Hessen bereits am Samstag (06.02.2021) bei 6,34 Metern durchlaufen worden. Beide Pegel befinden sich aber weiterhin in der Meldestufe II. Für einen Schreckmoment sorgte am Samstag ein Radfahrer in Wiesbaden, der das Hochwasser unterschätzte.

Die Hochwasser-Lage in Hessen bleibt angespannt. Auch der Rhein ist am Schiersteiner Hafen in Wiesbaden über die Ufer getreten.

Erwartungsgemäß habe laut dem Hochwasserportal Hessen am Samstag (06.02.2021) am Main lediglich der Pegel Raunheim die Meldestufe I erreicht. Eine weitere Verschärfung wird von den Behörden nicht erwartet. Durch die Abkühlung und den Übergang von Regen in Schnee rechnet das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) am Montag (08.02.2021) mit einer weiteren Entschärfung der Hochwassersituation in Hessen.

Hochwasser in Hessen: Lage bleibt angespannt – Weitere Überflutungen angekündigt

Update vom Samstag, 06.02.2021, 10.45 Uhr: Einige Regionen in Hessen sind noch immer von Hochwasser betroffen. Wie das Hochwasserportal Hessen meldet, sind in der Nacht zum Samstag (06.02.2021) vor allem Gewässer im Taunus und Odenwald aufgrund starken Regens beträchtlich angestiegen. Die Pegelstände in Bad-Hersfeld/Fulda, Grebenau/Fulda und Heimboldshausen/Werra überschreiten inzwischen die Meldestufe I. Am hessischen Rheinabschnitt befinden sich weiterhin alle Pegel in der Meldestufe II.

Auch einige Straßen im hessischen Rheingebiet sind von den Überflutungen betroffen.

Da im Laufe des Wochenendes jedoch mit weiteren Niederschlägen gerechnet wird, steigt das Risiko für Hochwasser, sodass einige Meldestufen voraussichtlich überschritten werden. Gewässer in Hessen, wie etwa im Nidda-Gebiet, könnten demzufolge schon bald die Meldestufe III erreichen. Auch für den hessischen Rheinabschnitt prognostiziert das Hochwasserportal eine Überschreitung der Meldestufe II.

Hochwasser in Hessen: Nächste Welle erwartet

Update vom Freitag, 05.02.2021, 11.18 Uhr: In einigen Regionen in Hessen sind weiterhin Hochwasser und Überflutungen möglich. Durch Regen und Tauwetter rechnete das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) auch für Freitag (05.02.2021) mit einer Welle, die vor allem Süd- und Osthessen treffen dürfte. „Betroffen ist in erster Linie die Fulda mit ihren Nebengewässern im Bereich der Rhön und des Vogelsbergs“, hieß es in einer Mitteilung vom Donnerstag. Auch das Kinzig- und Nidda-Gebiet sowie weiterhin die großen Gewässer Rhein und Neckar seien betroffen.

An der Kinzig und der Nidda* haben sich die Höchststände im Verlauf des Donnerstags und der vergangenen Nacht in die Mittel- und Unterläufe verlagert. Hier ist jeweils einmal noch die Meldestufe II und insgesamt dreimal die Meldestufe I überschritten. Am hessischen Rheinabschnitt befinden sich alle Pegel in der Meldestufe II. Hier ist weiterhin ein leichter Anstieg der Pegelstände zu registrieren. Diese werden am Wochenende nach aktueller Einschätzung aber nicht die Höchststände des jetzigen Hochwassers erreichen.

Die Kinzig hat sich bei Nidderau in eine Seelandschaft verwandelt.

Stadt Frankfurt: Tipps an Bevölkerung vor Hochwasser

Das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt erklärte, angesichts des anhaltenden Hochwassers in Hessen entlang des Rhein gebe es von der Deichmeisterei in Biebesheim (Landkreis Groß-Gerau) aus regelmäßige Kontrollfahrten. Anwohner und Passanten bat die Behörde um umsichtiges Verhalten auf den „sensiblen, unverzichtbaren Bauwerken“. 

Auch die Stadt Frankfurt stimmte die Bürger vorsorglich auf Hochwasser ein. In Faltblättern für unterschiedliche Stadtteile veröffentlichte die Stadt Verhaltenstipps, darunter etwa, hochwertiges Mobiliar nicht im Keller zu lagern und den Versicherungsschutz für eigene Wohngebäude gegebenenfalls zu überprüfen.

Hochwasser in Hessen: „Haben wir die letzten 40 Jahre nicht gehabt“

+++ 16.17 Uhr: Tau- und Regenwetter sorgen seit Tagen für Hochwasser in Hessen. Nach zwischenzeitlicher Entspannung sind an mehreren Gewässern die Pegelstände wieder angestiegen. Dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) zufolge waren am Donnerstag insbesondere an Fulda, Kinzig, Nidda und Nidder sowie am Rhein Meldestufen überschritten. Das Geschehen verlagere sich zunehmend in die Mittel- und Unterläufe der Gewässer. Angesichts neuer Regenfälle, die in den kommenden Tagen erwartet werden, „könnte es in den hessischen Gewässern zu einer weiteren Hochwasserwelle kommen“, so das HLNUG.

Das aktuelle Hochwasser hat manche Gebiete in Hessen in temporäre Seenlandschaften verwandelt, etwa in der Wetterau und im Main-Kinzig-Kreis*. „Dieses Jahr ist es extrem“, sagte Horst Kurz aus Nidderau gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Hochwasser gebe es bei ihnen immer mal wieder, so der 74-Jährige. „Aber das haben wir die letzten 40 Jahre nicht gehabt.“

Hochwasser an der Anlegestelle in Frankfurt-Höchst. DIe Lage in Hessen spitzt sich zu.

Hochwasser in Hessen: Entlastung für Stadt Frankfurt

Das Hochwasserrückhaltebeckens in Büdingen-Düdelsheim, in normalen Zeiten eine Grünlandfläche, ist derzeit voller Wasser. Bei Hochwasser dient das mit einem Damm geschützte Areal als Sammelbecken für das viele Nass. Fünf Millionen Kubikmeter können hier aufgefangen werden, wie das Regierungspräsidium Darmstadt mitteilt. Aktuell werde das Wasser kontrolliert abgelassen. Das Becken diene dazu, für Entlastung an Nidda oder Nidder und letztlich auch für die Stadt Frankfurt zu sorgen. In Büdingen laufen nach der starken Flut am vergangenen Wochenende die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.

+++ 11.47 Uhr: Auch im Städtchen Bad Vilbel bei Frankfurt kämpfte die Feuerwehr in der Nacht auf Donnerstag (04.02.2021) mit Wassermassen. Und auch hier musste die Werkfeuerwehr der Firma Infraserv aus Frankfurt-Höchst mit dem Hochwasserschutzsystem „Aquariwa“ aushelfen. „Aus Karben kamen zudem Sandsäcke“, erzählt Stadtbrandinspektor Karlheinz Moll gegenüber wetterauer-zeitung.de*. Mit dem Aufbau war die Freiwillige Feuerwehr in Bad Vilbel den gesamten Mittwochabend beschäftigt. Die Ehrenamtlichen wurden von einer Metzgerei kostenlos verpflegt.

In Bad Vilbel und Gronau ist die Hochwasserlage mehr als angespannt.

Update vom Donnerstag, 04.02.2021, 11.09 Uhr: Mit heftigen Überschwemmungen hat die Stadt Wiesbaden zu kämpfen. Wie die Feuerwehr am späten Mittwochabend (03.02.2021) mitteilt, war die Lage im Stadtteil Schierstein in der Nacht zu Donnerstag besonders dramatisch.

Hochwassergefahr in Hessen: Firma aus Höchst muss Feuerwehren unterstützen

Während mit Sorge auf die Pegelstände des Rhein geblickt wurde, trat am Mittwoch der Lindenbach in Schierstein über seine Ufer und sorgte für einen Großeinsatz der Feuerwehr Wiesbaden, die den Fluten zunächst machtlos gegenüberstand. Sie musste Verstärkung von der Werkfeuerwehr des Konzerns Infraserv in Frankfurt-Höchst anfordern, weil die Hochleistungspumpen der Feuerwehr die Wassermassen nicht in den Griff bekamen.

Hochwassergefahr in Hessen: Wiesbaden und Hanau in Alarmbereitschaft

Erst das Großpumpen-System der Kollegen von der Werkfeuerwehr bekam den wild gewordenen Lindenbach wieder unter Kontrolle. Da die Lage in Wiesbaden und im gesamten Rheingau-Taunus-Kreis weiterhin angespannt ist, wurden weitere Freiwillige Feuerwehren sowie ein zusätzliches Großpumpen-System der Werkfeuerwehr in Alarmbereitschaft versetzt. Grund für die Überschwemmung am Lindenbach sind laut Feuerwehr die Spundwände, die den Rhein in Schach halten sollen. In dem Fall haben sie aber verhindert, dass die Wassermassen im Lindenbach abfließen können.

Mit heftigen Überschwemmungen hat die Stadt Wiesbaden zu kämpfen. Wie die Feuerwehr am späten Mittwochabend (03.02.2021) mitteilt, war die Lage im Stadtteil Schierstein in der Nacht zu Donnerstag besonders dramatisch.

+++ 14.21 Uhr: Auch die Stadt Frankfurt warnt nun vor steigenden Pegeln. Zwar gibt es im Stadtgebiet ausgewiesene Überschwemmungsgebiete, allerdings liegen einige davon in viel frequentierten Teilen der Innenstadt. So sollten die Uferbereiche des Mains auch bei leichtem Hochwasser nicht betreten werden. Noch ist aber nicht klar, ob es in den nächsten Tagen tatsächlich zu Hochwasser in Frankfurt kommt.

Hochwasser: Pegelstände in Hessen steigen wieder

Update vom Mittwoch, 03.02.2021, 10.50 Uhr: Auch am Mittwoch stehen beim Wetter in Hessen wieder alle Zeiger auf Wasser: Nach einer leichten Auflockerung der Wolken am Morgen, breiten sich über Hessen von Südwesten her schnell wieder kräftige Regenfälle aus. Obwohl das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) meldet, dass sich die Gefahr für Hochwasser an den hessischen Gewässern insgesamt weiter entschärft, steigen durch anhaltenden Regen und Schneeschmelze bei milden Temperaturen vereinzelt die Pegelstände wieder an. 

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„Aufgrund der Witterung ist ab Mittwoch mit erneuten Überschreitungen der Hochwassermeldestufen in Hessen zu rechnen. Das betrifft die Fulda, Kinzig, Lahn, Nidda und Nidder sowie ab Freitag den Main. Auch am Rhein können die Pegel ab Donnerstag wieder ansteigen und es kann zu einer zweiten Hochwasserwelle kommen“, schreibt das HLNUG auf seiner Internetseite. So hat auch das Regierungspräsidium Darmstadt eine erneute Hochwasserwarnung für den Main-Kinzig-Kreis herausgegeben. Im Unterlauf der Kinzig ist am Donnerstagvormittag (Meldung 03.02.2021, 9.31 Uhr) noch die Meldestufe I und an einem Pegel der Nidder sogar noch die Meldestufe II überschritten. Im Laufe der Woche ist laut Regierungspräsidium im Main-Kinzig-Kreis damit zu rechnen, dass die Pegel weiter steigen. In Hanau und Gelnhausen könnte die Kinzig dann ebenfalls die Meldestufe 2 erreichen.

Hochwasser Hessen: Vielerorts droht Meldestufe 2

Am hessischen Rheinabschnitt wurden laut HLNUG außerdem die Höchststände durchschritten. Die Wasserstände bleiben hoch - bei Mainz und Kaub in der Meldestufe II und bei Worms in Meldestufe I. Auch am hessischen Abschnitt des Neckar ist die Meldestufe I überschritten - mit steigender Tendenz.

Meldestufe 1MeldebeginnGewässer tritt teilweise über die Ufer
Meldestufe 2Größeres HochwasserFlächenhafte Überflutung, leichte Verkehrsbehinderung, Gefährdung einzelner Gebäude, Überflutung von Kellern
Meldestufe 3Außergewöhnliches HochwasserBebaute Gebiete in großem Umfang überflutet, Sperrung von überörtlichen Verkehrsverbindungen
Quelle: HLNUG
Ein Autofahrer steuert seinen Wagen über eine vom Hochwasser überflutete und gesperrte Straße am Rhein. In Hessen sind zahlreiche Flüsse über die Ufer getreten.

Erneut Hochwasser in Hessen: Pegelstände steigen wieder

Durch die neuen Niederschläge und das anhaltende Tauwetter in den Hochlagen kommt es am Mittwoch im Laufe des Tages verbreitet wieder zu ansteigenden Wasserständen - es gibt wieder Hochwasser in Hessen. Nach den derzeitigen Berechnungen kann dabei an vielen Pegeln wieder die Meldestufe II erreicht werden.

Wegen der Folgen des Hochwassers wird außerdem ab Mittwoch (03.02.2021) in Büdingen teilweise der Strom abgestellt. Die Stadt am östlichen Rand des Rhein-Main-Gebietes war besonders stark von Hochwasser betroffen. Da auch die elektrischen Versorgungsanlagen massiv überflutet waren, müssten nun Reinigungen und Reparaturen durchgeführt werden. Das teilte der örtliche Netzbetreiber mit. In Ausnahmefällen könne der Strom mehrfach und an unterschiedlichen Tagen abgeschaltet werden.

Hochwasser in Hessen: Zweite Welle rollt auf uns zu

Update vom Dienstag, 02.02.2021, 12.27 Uhr: Die Situation in den hessischen Hochwassergebieten hat sich vorerst etwas entspannt. Wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden mitteilt, gingen die Pegelstände sämtlicher Flüsse am Dienstag zurück. Nur noch an der Kinzig wurden die Hochwassermeldestufen überschritten. In Mainz wurde der Scheitel des Rheins mit 6,25 Metern für den Nachmittag erwartet.

Wegen der anhaltenden Regenfälle sei örtlich jedoch mit einer neuen Überschreitung der Hochwassermeldestufen zu rechnen, sagte eine Sprecherin des HLNUG. Bis Mittwochabend werden hessenweit noch einmal bis zu 20 Liter Regen pro Quadratmeter erwartet, in den Bergregionen können es sogar bis zu 30 Liter werden. Hinzu kommt dort dank der stark gestiegenen Temperaturen das Tauwasser

„Das betrifft vor allem die Fulda und Kinzig, wo die Meldestufe II, das heißt mittelstarkes Hochwasser, überschritten werden kann“, sagte ein Sprecher des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG). Auch für den Main werden für Freitag wieder steigende Pegelstände vorhergesagt.

Hochwasserlage in Hessen entspannt sich etwas – Main steigt weiter an

Update vom 01.02.2021, 9.27 Uhr: Das Hochwasser in Hessen hat sich in den vergangenen Stunden in Richtung der größeren Flüsse Rhein und Main verlagert. Während sich die Hochwasserlage im stark betroffenen Büdingen (Wetteraukreis) bereits am Sonntag (31.01.2021) deutlich entspannte, steigen die Pegel andernorts weiter. In Mainz und Wiesbaden soll das Hochwasser noch am Montag (01.02.2021) auf über sechs Meter steigen. Für Dienstag (02.02.2021) werden Höchststände von 6,35 Metern erwartet. Ab einem Pegelstand von 6,30 Metern muss die Schifffahrt eingestellt werden.

Auch weiter nördlich steigt das Hochwasser noch deutlich: Im rheinland-pfälzischen Koblenz steht der Pegel des Rheins inzwischen bei 6,67 Metern nach 6,22 Metern am Sonntagnachmittag. In der Nacht wurde die Schifffahrt auf dem Mittelrhein eingestellt. Das bestätigte das Wasser- und Schifffahrtsamt.

Hochwasser in Wiesbaden und Hessen: Main-Schifffahrt eingestellt

Hochwasser in Hessen: In Wiesbaden steigen die Pegelstände noch.

Die Zufahrt für Schiffe aus dem Rhein zum Main wurde wegen des Hochwassers bereits am Sonntagnachmittag eingestellt. Die Schleuse in Mainz-Kostheim musste geschlossen werden. Mehrere Schiffe stauen sich dort in Mainz/Wiesbaden und müssen ein Ende des Hochwassers abwarten, um den Betrieb wieder aufnehmen zu können.

In Hessen bestehen aktuell noch Meldestufenüberschreitungen an der Kinzig, der Fulda, der Lahn sowie Nidder und Nidda, allerdings bei überall fallender Tendenz. An den Mainpegeln Frankfurt und Raunheim verharren die Hochwasser-Pegelstände unterhalb der Meldestufe I. Sie können noch leicht ansteigen, werden aber die Meldestufenhöhe voraussichtlich nicht erreichen.

Hochwasser in Hessen: „Unheimlicher Schaden“ in Büdingen

+++ 15.55 Uhr: Der Wetteraukreis hat leichte Entwarnung rund um das Hochwasser in Hessen gegeben. Die Hochwassersituation habe sich „stabilisiert“, sagte Landrat Jan Weckler am Sonntag (31.01.2021). „Aktuell läuft deutlich weniger Wasser in das Rückhaltebecken nach, als abgelassen wird“, sagte Weckler. Vor dem Hintergrund des angekündigten Regens am Dienstag (02.02.2021) müsse jetzt ein Puffer geschaffen werden, hieß es in einer Pressemitteilung des Wetteraukreis.

Nach den dramatischen Stunden in Büdingen hat sich am Sonntag Bürgermeister Erich Spamer in einem Video an die Bewohner der Stadt im Wetteraukreis gewandt: Spamer spricht von einem „unheimlichen Schaden“, einer „Überschwemmung ungeahnten Ausmaßes“, die das Hochwasser in der Altstadt angerichtet habe. Den betroffenen Bewohnern sagte der Bürgermeister „größtmögliche Unterstützung“ zu. So sollen beispielsweise am Montag (01.02.2021) Trocknungsgeräte vom DRK aus Berlin in Büdingen eintreffen. Betroffene können sich bei der Stadtverwaltung auf eine Warteliste schreiben lassen, teilte der Magistrat der Stadt Büdingen auf seiner Facebook-Seite mit.

Rhein und Main: Vorbereitungen in Wiesbaden und Mainz getroffen

+++ 14.26 Uhr: Auch Main und Rhein führen derzeit deutlich mehr Wasser als üblich. Am Zusammenfluss bei Wiesbaden-Schierstein und Mainz-Kostheim ist die Meldestufe 1 überschritten. Für den Main ist der Höchststand am Montag (01.02.2021) vorhergesagt, teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden mit. Die Feuerwehr Kostheim hat bereits am Samstag (30.01.2021) alle Vorbereitungen getroffen und mobile Hochwasserschutzwände aufgebaut. Sechs Stunden dauerten die Arbeiten, wie die Feuerwehr mitteilte.

Am Morgen nach dem verheerenden Hochwasser tragen Anwohner in Büdingen zerstörtes Mobiliar aus ihren Häusern.

Hochwasser in Hessen: Feuerwehr Büdingen zieht erste Bilanz

+++ 12.38 Uhr: Für die Kameraden der Feuerwehr Büdingen ist es ein hochintensives Wochenende. Seit Freitag (29.01.2021) läuft der Kampf gegen das Hochwasser in Hessen auf Hochtouren. Die Feuerwehr in Büdingen hat eine erste Bilanz gezogen. In der Altstadt von Büdingen im Wetteraukreis seien allein am Freitag über 70 Personen mittels Booten und der Hilfe der DLRG, dem THW und dem DRK aus Gießen, Offenbach, Idstein und Frankfurt aus ihren Häusern evakuiert worden, teilte die Feuerwehr am Samstagnachmittag auf ihrer Facebook-Seite mit. Besonders brenzlig sei die Situation demnach in einem Seniorenheim gewesen, wo über vier Stunden lang 110 Patientinnen und Patienten evakuiert worden seien.

Um das Hochwasser möglichst effektiv zu bekämpfen, seien allein am Freitag über 400 Tonnen Sandsäcke aufgestellt und in Lorbach unter Mithilfe der Feuerwehr ein Betreuungsraum eingerichtet worden. Der Fokus liege laut Feuerwehr Büdingen nun auf dem Altstadtbereich, wo mit Unterstützung des THW Frankfurt Keller leergepumpt und die Umweltbelastung durch umgekippte Öltanks minimiert würden. Über 220 Einsatzkräfte aus Büdingen und dem Umland sind im Einsatz. Unter einem Beitrag auf Facebook finden sich zahlreiche Komnmentare, die den Helferinnen und Helfern ihren Dank und Respekt aussprechen.

Um Wohnhäuser gegen das Hochwasser zu schützen, schichten Feuerwehrleute Sandsäcke auf. Das Bild zeigt die Situation an der Nidder.

Hochwasser in Hessen: Leichte Entspannung in Sicht

+++ 10.25 Uhr: Das Hochwasserportal Hessen hat am Sonntagmorgen (31.01.2021) aktuelle Informationen zur Hochwasserlage veröffentlicht. Demnach ist eine leichte Entspannung in Sicht: „Durch Zwischenhocheinfluss stellt sich eine vorübergehende Wetterberuhigung ein, in den kommenden 24 Stunden ist nicht mit größeren Niederschlägen zu rechnen“, heißt es in der Mitteilung.

Die Wasserstände an den kleinen und mittleren Gewässern in Hessen seien weiter gefallen. Sie liegen meist unterhalb von Meldestufenniveau. Die Lage in den betroffenen Gebieten im Überblick:

  • Pegel Glauberg/Nidder: Meldestufe 3, Wasserstände werden im Lauf des Tages deutlich zurückgehen
  • Pegel Windecken/Nidder: Meldestufe 1 wird knapp erreicht und den ganzen Tag andauern
  • Pegel Bad Vilbel/Nidda: Meldestufe 1 bereits wieder unterschritten
  • Pegel Gelnhausen/Kinzig: Meldestufe 2 bei leicht fallender Tendenz, im Lauf der kommenden Woche werden Meldestufen überschritten bleiben
  • Pegel Hanau/Kinzig: Scheitel in der Meldestufe 2 durchlaufen, Wasserstände werden bis Dienstag in der Meldestufe 2 bleiben
  • Lahn und Fulda: Meldestufe 2 im Mittel- und Unterlauf, kommende Nacht wird Meldestufe 2 unterschritten
  • Pegel Worms/Rhein: Meldestufe 1 am Sonntagmorgen überschritten
  • Pegel Mainz/Rhein: Hessische Meldestufe 1 (500 cm) in der Nacht auf Sonntag überschritten, im Lauf des Tages wird mit Überschreiten der Meldestufe II (580 cm) gerechnet, Wellenscheitel am Montag erwartet (etwa 640 cm)
  • Main: Wasserstände steigen langsam an, Überschreiten der Meldestufe 1 nicht erwartet

Hochwasser in Hessen: Neue Überschwemmungen in Büdingen drohen

Update vom Sonntag, 31.01.2021, 8.30 Uhr: Büdingen im Wetteraukreis wurde stark vom Hochwasser gebeutelt. Am Freitag (29.01.2021) stand die Altstadt zum Teil hüfthoch unter Wasser. Doch noch ist keine Entspannung in Sicht. Denn die Wassermengen im Seemenbach bringen das Rückhaltebecken zwischen Düdelsheim und Orleshausen an seine Grenzen. Das teilt der Wetteraukreis mit.

Besonders gefährdet sind laut Wetteraukreis einzelne Straßen im Büdinger Stadtteil Düdelsheim und in den Altenstädter Ortsteilen Lindheim und Höchst. Dort müsse man mit Überflutungen und vollgelaufenen Kellern rechnen. Der Seemenbach mündet bei Altenstadt-Lindheim in die Nidder. Auch dort ist der Fluss schon über die Ufer getreten. Bevor die Nidder bei Bad Vilbel in die Nidda münde, durchfließt sie noch mehrere Stadtteile von Nidderau, Schöneck und Niederdorfelden im Main-Kinzig-Kreis. „Die Einsatzkräfte im Main-Kinzig Kreis bereiten sich derzeit ebenfalls auf einen anstrengenden Einsatz vor“, heißt es vom Wetteraukreis.

Der Wasserstand im Regenrückhaltebecken in Büdingen ist laut Wetteraukreis sehr hoch.

Überschwemmung in Büdingen: Schaulustige behindern Arbeiten

Die Abflussmenge aus dem betroffenen Rückhaltebecken wird jetzt laut Wetteraukreis kontrolliert erhöht. Die maximale Füllmenge könnte am Sonntagnachmittag (31.01.2021) erreicht werden.

Derweil beklagte der Magistrat der Stadt Büdingen am Samstag (30.01.2021) via Facebook, dass Schaulustige die Arbeiten in der Neustadt, Vorstadt und Altstadt behindern würden. Der Magistrat bittet inständig: „Bitte bleiben Sie zu Hause. Bitte lassen Sie die Betroffenen und die ehrenamtlichen Feuerwehrleute ihre Arbeit machen.“ Spenden für die Opfer des Hochwassers nimmt der Magistrat auf seinem offiziellen Bankkonto entgegen.

Hochwasser in Hessen: Erst am Montag „gewisse Entspannung“ zu erwarten

+++ 18.04 Uhr: Laut dem Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie hält die Hochwasserlage in Hessen noch das gesamte Wochenende über an. Erst zum Wochenbeginn sei „mit einer gewissen Entspannung zu rechnen“. Die Wellenscheitel an der Kinzig, der Lahn und der Fulda verlagerten sich zu den Mittel- und Unterläufen der Flüsse. Dort wurde stellenweise die zweithöchste Meldestufe erreicht.

So stiegen die Pegelstände der Lahn ab Marburg am Samstag noch an. Rund die Hälfte der Pegel überschritt die Meldestufen. In Limburg meldete die Polizei Verkehrsbehinderungen im gesamten Kreisgebiet. Auch in Wächtersbach (Main-Kinzig-Kreis) waren noch zahlreiche Straßen wegen Überflutung gesperrt.

Hochwasser in Hessen: Feuerwehr in Wiesbaden errichtet Schutzwände

Auch am Main und am Mittelrhein stieg das Wasser weiter. Für den hessischen Abschnitt des Rheins sagte das Amt einen Höchststand für Montag voraus. „Durch die steigenden Wasser Pegel werden in Absprache mit dem zuständigen Umweltamt am heutigen Tag erste Schutz-Maßnahmen durch die Feuerwehr Wiesbaden ergriffen“, hieß es von der Feuerwehr am Nachmittag auf Twitter.

Nach eigenen Angaben errichtete sie in Schierstein und Kostheim mobile Hochwasserschutzwände. Parkplätze am Rheinufer wurden gesperrt. Autofahrer mussten ihre Wagen in Sicherheit bringen. Anwohner wappneten sich für die bevorstehende Flut.

Hochwasser in Hessen: „Gewisse Entspannung“ erst am Wochenbeginn

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hält das regnerische Wetter noch mindestens bis Mittwoch (3.2.2021) an. „Die Wasserstände an den Flüssen bleiben demnach auf hohem Niveau“, sagte ein DWD-Meteorologe in Offenbach. Lediglich am Sonntag ist es den Angaben zufolge weitgehend niederschlagsfrei. Amtliche Warnungen vor starkem Tauwetter wurden zwischenzeitlich aufgehoben.

Hochwasser in Hessen: Wie hoch steigt der Pegel noch?

+++ 15.36 Uhr: Die aktuelle Hochwasserlage in Hanau ist derzeit noch entspannt. Laut einem Feuerwehrsprecher waren die Pegelstände an Main und Kinzig am Samstagmittag (30.01.2021) unauffällig. Die Hochwassersituation könne sich jedoch in den Nachtstunden ändern*, sagte er. Wie stark die Pegel ansteigen werden, sei noch nicht abzusehen. Der Fokus der Einsatzkräfte liege auf der Kinzig, der Main dagegen sei „noch relativ leer“. Neben den Baumärkten gibt auch die Feuerwehr Sandsäcke an Privatpersonen heraus. Bis dato habe man knapp 100 Säcke verteilt.

In Langenselbold hatte sich die Hochwassersituation bereits in der Nacht auf Samstag verschärft. Die Feuerwehr ist seit Stunden im Dauereinsatz. Am Marktplatz, Steinweg, Uferstraße und Wassergasse standen mehrere Keller unter Wasser, auch eine Gasstätte wurde geflutet. In der Spitze waren laut Feuerwehr 150 Einsatzkräfte eingesetzt.

Hochwasser in Hessen: Chaos in stark betroffener Altstadt – Baumärkte öffnen

+++ 12.00 Uhr: In der Büdinger Altstadt laufen nach den verheerenden Überschwemmungen die Aufräumarbeiten. Das Wasser dort sei zwischenzeitlich gesunken und die Altstadt wieder begehbar, berichtet die „Hessenschau“. Nun würden Schlamm und Müll von den Straßen weggeräumt und Keller ausgepumpt.

An vielen Stellen sind demnach auch Heizöltanks gebrochen. Damit sich die Menschen vor Ort mit Materialien für die Reparaturarbeiten ausstatten können, öffnen der „Hessenschau“ zufolge Baumärkte in Birstein, Büdingen, Gedern und Glauburg.

Am Morgen nach dem verheerenden Hochwasser tragen Anwohner in Büdingen zerstörtes Mobiliar aus ihren Häusern.

+++ 10.54 Uhr: Die Polizeidirektion Limburg-Weilburg warnt vor Überschwemmungen: „Im gesamten Kreisgebiet kommt es stellenweise zu Verkehrsbehinderungen durch Hochwasser“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Samstag (30.01.2021).

Pegelstände kleinerer Flüsse in Hessen gehen zurück

+++ 10.43 Uhr: Trotz anhaltender Regenfälle sind die Pegelstände der kleineren Flüsse in Hessen in der Nacht zum Samstag (30.01.2021) zurückgegangen. Wie das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden mitteilte, hält die Hochwasserlage trotzdem aber noch das gesamte Wochenende über an. Erst zum Wochenbeginn sei „mit einer gewissen Entspannung zu rechnen“.

Die Wellenscheitel an der Kinzig, der Lahn und der Fulda verlagerten sich unterdessen zu den Mittel- und Unterläufen der Flüsse. Dort wurde die zweithöchste Meldestufe erreicht. Für den hessischen Abschnitt des Rheins sagte das Amt einen Höchststand für Montag (01.02.2021) voraus. Bis zum Sonntagabend (31.01.2021) werden vor allem in Südhessen noch weitere Niederschläge erwartet.

Hochwasser in Hessen: Feuerwehren im Dauereinsatz

+++ 10.26 Uhr: Das Usinger Land ist teils schwer vom Hochwasser betroffen*: Etliche Bäche traten nach Starkregen und Schneeschmelze über die Ufer. In Weilrod dauerten die Einsätze bis in die Nacht. Aber auch in Schmitten und Grävenwiesbach gab es Überschwemmungen. Lediglich in Wehrheim musste die Feuerwehr nicht ausrücken. 

+++ 9.15 Uhr: Mehr als 100 Hochwasser-Einsätze zählten die Feuerwehren im Kreis Limburg-Weilburg* bis Freitagabend (29.01.2021). Und der Pegel der Lahn steigt weiter. Den Prognosen zufolge wird aber die Meldestufe II und damit ein „größeres Hochwasser“ an diesem Wochenende nicht erreicht, weil der Pegel im Laufe des Sonntags wieder fallen soll – selbst wenn es weitere Niederschläge geben sollte. Die Bauhof-Mitarbeiter sind in Bereitschaft.

Hochwasser im Weiltal: Starke Regenfällen und Schneeschmelze im Hochtaunus führen zu Überschwemmungen.

Hochwasser in Hessen: Stadt Hanau öffnet Baumärkte

Update vom Samstag, 30.01.2021, 8.34 Uhr: Wegen der angespannten Hochwasser-Situation in Hessen hat die Stadt Hanau beschlossen, die wegen des Corona-Lockdowns geschlossenen Baumärkte in der Stadt für den Kauf von Materialien zum Schutz vor den Fluten zu öffnen. Das teilte die Stadt am, Freitagabend (29.01.2021) mit. Laut dieser Mitteilung erwartet die Stadt Hanau eine Hochwasserwelle am Sonntag (31.01.2021) oder Montag (01.02.2021).

Die Auslieferung des erhöhten Bedarfs an Sand, Sandsäcken, Planen und Pumpen sei nicht im Rahmen der derzeit erlaubten Onlinebestellung und Abholung vor Ort zu organisieren. Die örtlichen Baumärkte dürfen deshalb ab Samstag (30.01.2021) auch für Privatpersonen öffnen. „Der Verkauf an jedermann muss jedoch auf das Sortiment beschränkt bleiben, das im Rahmen des Hochwasser-Schutzes benötigt wird“, macht Oberbürgermeister Claus Kaminsky deutlich.

Die Pegel an Main und Kinzig in Hanau waren der Stadt zufolge am Freitagabend noch unauffällig. Doch die Bilder von überfluteten Straßen und Wegen im Umland schürten auch in der Brüder-Grimm-Stadt die Furcht vor einem neuen Hochwasser. Wie Oberbürgermeister Claus Kaminsky sagt, nahm die Zahl der besorgten Anruferinnen und Anrufer bei der Stadt stetig zu.

Hochwasser in Teilen Hessens: Gullideckel werden aus Verankerung gedrückt

+++ 18.29 Uhr: Das Hochwasser in Hessen betrifft auch viele Menschen im Hochtaunuskreis. Große Probleme gibt es in Schmitten und Weilrod. Privatleute schöpfen seit Stunden Wasser in Schmitten, dort sind Keller, Häuser und Scheunen vollgelaufen. Zahlreiche Feuerwehreinsätze gibt es zudem in umliegenden Gemeinden.

In Schmitten drückte das Hochwasser viele Gullideckel aus der Verankerung, die Feuerwehr kämpft gegen die Probleme an. Auch Wehrheim ist von dem Hochwasser betroffen: Während in den Bezirken von Bizzen- und Langwiesenbach in Wehrheim mit zurückgehendem Wasseraufkommen gerechnet wird, gibt es vorerst keine Entwarnung für die Uferregionen des Erlenbachs.

Besonders betroffen vom Hochwasser ist zudem Büdingen im Wetteraukreis: Dort steht die Altstadt unter Wasser. Rettungskräfte holen Anwohner mit Schlauchbooten aus ihren Häusern. In der Altstadt, wo der Seemenbach über die Ufer getreten war, stand das Wasser einem Sprecher des Wetteraukreises zufolge teilweise hüfthoch. Man müsse schauen, wie sich die Lage entwickele, sagte er mit Blick auf die Wetterlage. Eine Anwohnerin berichtete, sie lebe sei 15 Jahren in der Stadt und habe so etwas noch nie gesehen.

Auch nach Einbruch der Dunkelheit wurden Bewohner in Büdingen am Freitagabend mit Booten aus vom Wasser eingeschlossenen Häusern in der überfluteten Altstadt geholt.

Nach Angaben der Leitstelle des Wetteraukreises waren mehrere Hundert Helfer im Einsatz. Die besonders pflegebedürftigen Bewohner eines evakuierten Heims wurden demnach auf einer eiligst zur Verfügung gestellten Station eines Krankenhauses untergebracht. Die anderen Senioren sollten auf andere Pflegeeinrichtungen verteilt werden. Für die vom Hochwasser betroffenen Bürger sei in einem Dorfgemeinschaftshaus eine Anlaufstelle eingerichtet worden.

+++ 16.47 Uhr: Auch im Main-Kinzig-Kreis sind die Pegel der Flüsse stark angestiegen. Das Hochwasser sorgt für eine große Zahl an Einsätzen. „Die ersten Meldungen gingen in der Leitstelle schon vor 7 Uhr ein, danach hatten die Feuerwehren im Ostkreis praktisch keine echte Atempause“, fasst Landrat Thorsten Stolz in einer Zwischenbilanz zusammen. Bis 15 Uhr gingen bei der Leitstelle laut Kreis rund 90 Meldungen ein, im Wesentlichen vollgelaufene Keller.

Hochwasser in Hessen sorgt für viele Einsätze im Main-Kinzig-Kreis

Scholz bedankte sich bei den Einsatzkräften und allen anderen Helfern. „Hinter den Alarmierungen stehen jeweils stundenlange Einsätze zum Schutz von Hab und Gut. Hinzu kommen die kurzfristigen Hilfen in den jeweiligen Straßenzügen, auch durch Angestellte der Städte und Gemeinden und unter Nachbarn.“

Der viele Regen und das Tauwetter haben die Hochwasserlage in Teilen Hessens deutlich verschärft.

Die Kinzig und Zuflüsse wie die Bracht, Salz und Bieber übertreten seit Donnerstag teils die Meldestufe 3. Die meisten Hochwasser-Einsätze im Main-Kinzig-Kreis gibt es bis dato in Birstein (15 Alarmierungen), Bad Soden-Salmünster (12) und Steinau (12).

+++ 15.52 Uhr: In der Nacht auf Freitag haben anhaltender Regen und Hochwasser für Chaos bei unzähligen Hausbesitzern und stundenlange Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Limburg-Weilburg gesorgt. „Das Hauptaugenmerk liegt bei den Gemeinden am Elbbach“, sagte Kreisbrandinspektor Georg Hauch. Vor allem die Gemeinden Dornburg, Elbtal, Hadamar, Elz und Limburg wurden in Mitleidenschaft gezogen.

Hochwasser in Hessen: Feuerwehr kämpft gegen vollgelaufene Keller an

Ganz schlimm hat es auch sämtliche Gemeinden von Waldbrunn am Kerkerbach und Lasterbach erwischt. Angefangen hatte alles mit einem ersten Anruf bei der Feuerwehr um 23.30 Uhr über einen vollgelaufenen Keller in Hausen. Als dieser Einsatz abgearbeitet wurde, dachten die Einsatzkräfte von einem Ende, aber weit gefehlt. Erst um drei Uhr starteten die Haupteinsätze: Im vom Hochwasser bedrohten Neubaugebiet in Lahr benötigten die Einsatzkräfte einen Bagger, um einen Notgraben zu ziehen.

Im Kreis Limburg-Weilburg kämpfte die Feuerwehr mit den Folgen des Hochwassers.

Am frühen Morgen spitzte sich die Situation am Bürgerhaus in Hausen zu. In der Ortsmitte präsentierte sich der Lasterbach als ein wilder Strom, der das Bürgerhaus gefährdete. Hier musste ein Sachverständiger angefordert werden.

Vollgelaufene Keller hatten auch die Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Dornburg und Elbtal den ganzen Morgen abzuarbeiten. Die Mitarbeiter des Elbtaler Bauhof mussten am Mühlbach die Schutzroste von Ästen und Laub befreien, da sich hier das Wasser staute und auf die Straßen und Keller gelang.

„Außergewöhnliches Hochwasser“ in Hessen – Überflutung von Häusern droht

Update vom Freitag, 29.1.2021, 13.54 Uhr: Im Vogelsberg, konkret an Nebengewässern der Kinzig, der Nidder und am Oberlauf der Fulda, sowie im Taunus sind die Meldestufen bei den Pegeln überschritten worden. Das teilte das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie in Wiesbaden mit.

An vier Pegeln in Hessen sei mittlerweile die höchste Meldestufe 3 überschritten. Die Stufe bedeutet laut dem Hochwasserportal Hessen „außergewöhnliches Hochwasser“ und kann die Überflutung bebauter Gebiete „in größerem Umfang“ sowie die Sperrung von überörtlichen Verkehrsverbindungen mit sich bringen.

Hochwasser in Hessen: Auch in Gießen verschärft sich die Lage

Auch in Mittelhessen und der Region Gießen* spitzt sich die Hochwasserlage zu. Die Wasserstände der Flüsse und Bäche im Einzugsgebiet der Lahn steigen an. An einigen Nebengewässern der Lahn seien bereits erste Hochwassermeldestufen überschritten worden, meldete das Hochwasserlagezentrum Lahn (HWLZ). An der Lahn selbst werden laut Modellrechnung ebenfalls weitere Meldestufenüberschreitungen eintreten.

Ines Walter vom HWLZ-Lahn sagte: „Nach bisherigen Erkenntnissen ist davon auszugehen, dass an den Oberläufen der Nebengewässer der maximale Wasserstand voraussichtlich am Freitag zur Mittagszeit erreicht und hierbei zumeist die Meldestufe I überschritten wird“.

Warnung vor Hochwasser in Hessen: Regen sorgt für steigende Pegelstände

Erstmeldung vom Freitag, 29.1.2021, 12.05 Uhr: Darmstadt/Wiesbaden ‒ Regen, warme Luft und die damit verbundene Schneeschmelze führen in Hessen zu steigenden Wasserständen. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) warnt daher in vielen Regionen in Hessen vor Hochwasser. Der Mitteilung zufolge kann es insbesondere am Oberlauf der Fulda, sowie im Gebiet der Kinzig, der Nidda und teilweise auch an der Lahn zu starkem Hochwasser kommen.

In einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Darmstadt heißt es, dass auch Rhein und Neckar am Freitag (29.01.2021) und Samstag (30.01.2021) von Hochwasser betroffen sein können. Es werde ein Hochwasser erwartet, wie es im Schnitt alle zwei bis fünf Jahre vorkommt. Die Behörde betont, dass es sich zunächst um eine Vorwarnung handle und die Vorhersagen aktuell noch kein massives Hochwasser erwarten lassen.

Hochwasser aktuell: Tauwetter und Dauerregen bringen Überschwemmungen in Hessen

Auch am Freitag rechnen die Wetterdienste wieder mit teils länger anhaltenden und auch kräftiger ausfallenden Niederschlägen. Wie das HLNUG am Vormittag mitteilt, sind die Wasserstände in Hessen bereits weithin angestiegen. In der Nacht zum Freitag wurde an vielen Pegeln mit Schwerpunkt rund um den Vogelsberg (Kinzignebengewässer, Niddergebiet, Fuldaoberlauf) sowie im Taunus bereits die Meldestufe I überschritten. Im Laufe des Tages wird es auf hochwasser-hessen.de immer wieder Warnungen vor Hochwasser geben. Es werde erwartet, dass sich die aktuelle Hochwasser-Lage besonders an kleineren Gewässern spätestens ab Montag (01.02.2021) wieder entspannen wird.

Warnung vor Hochwasser aktuell: Diese Regionen sind betroffen

Das Regierungspräsidium Darmstadt warnt insbesondere an der Nidda und der Kinzig vor derzeit rapide steigenden Pegelständen, vor allem im südlichen und westlichen Vogelsberg und in den dort angrenzenden Regionen der Wetterau. Alle Bäche, die in die beiden Flüsse münden, führen viel Wasser. Auch an den Bächen im Taunus ist bereits an einigen Stellen die Hochwasser-Meldestufe 2 überschritten, auch dort gibt es weiteren Pegelanstieg.

Welche Meldestufe das Hochwasser aktuell in dem Bach oder Fluss in Ihrer Nähe erreicht, können Sie auf der interaktiven Hochwasser-Karte des HLNUG für Hessen überprüfen.

Hochwasser in Hessen: Auch über den Schlossplatz in Hadamar bei Limburg gelangt man nicht ans Ufer des Elbbachs.

Hochwasser aktuell: Im hessischen Kreis Limburg-Weilburg sind die Feuerwehren im Einsatz

Die Stadt Hadamar im mittelhessischen Kreis Limburg-Weilburg berichtet auf Facebook bereits am Freitagmorgen (29.01.2021) von eintretendem Hochwasser. Der dort verlaufende Elbbach sei aufgrund anhaltender Regenfälle und der Schneeschmelze bereits an vielen Orten über die Ufer getreten. Die Feuerwehr sei bereits seit den frühen Morgenstunden im Einsatz und hat bereits mehrere Straßen gesperrt, heißt es in der Mitteilung.

Die folgenden Straßen und Gebiete in Bachnähe sind in der Region Hadamar/Limburg derzeit wegen aktuellem Hochwasser gesperrt:

  • Graf-Emich-Anlage
  • Kreisstraße 478 zwischen Niederhadamar und Offheim
  • Sebastiansbrücke
Hochwasser in Hessen: Die Lage in Niederzeuzheim am Freitagmorgen (29.01.2021), der Elbbach ist bereits weit über das Ufer getreten. Es drohen schwere Überschwemmungen.

Auch in Büdingen im Wetteraukreis sind die Feuerwehren bereits im Einsatz, um Überschwemmungen zu verhindern und das Hochwasser in den Griff zu bekommen. Ein Video von wetter.de zeigt bereits stark überschwemmte Straßen aus der hessischen Stadt.

Hochwasser in Hessen – Feuerwehr in Bad Homburg gibt vorsorglich Sandsäcke aus

Eine besondere Warnung vor Hochwasser gibt es auch für den Erlenbach. Im Bad Homburger Stadtteil Ober-Erlenbach gab es in der Vergangenheit schon mehrfach heftige Hochwasser. Der Deutsche Wetterdienst hatte für die Region bereits am Donnerstag eine zunächst bis Samstagabend (30.01.2021) geltende Warnung vor Tauwetter ausgegeben. Regen und Schmelzwasser könnten in der Region um Bad Homburg und in den Hochlagen im Taunus zu einer Abflussmenge von 50 bis 70 Litern pro Quadratmeter führen. Dies entspräche der Niederschlagsmenge eines Starkregens, entscheidend ist jedoch, in welcher Zeitspanne das Wasser talwärts fließt.

Am Feuerwehrgerätehaus Ober-Erlenbach wurden gestern mobile Flut-Barrieren bereitgestellt. Außerdem wurde damit begonnen, Sandsäcke auszugeben.

Vorsorglich trifft die Feuerwehr in Bad Homburg/Ober-Erlenbach seit Donnerstagmorgen (28.01.2021) bereits Hochwasser-Vorkehrungen* und hat mit der Ausgabe von Sandsäcken an die Anwohner begonnen. Wegen der Hochwassergefahr aktuell ist der Ahlweg in Ober-Erlenbach bereits ab sofort für den Busverkehr gesperrt. Die Linien 2, 22 und 32 werden ab der Haltestelle Spessartstraße über Homburger Straße und Vilbeler Straße in den Schmalen Weg zur dortigen Ersatzhaltestelle geleitet. (iwe/tvd/kdh) *fr.de, fnp.de, op-online.de, wetterauer-zeitung.de und giessener-allgemeine.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/dpa

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