Polizeibericht

Hessen: Angst geht um nach Transporter-Sichtungen – Erster Verdacht auf Pferdediebstahl

In Hessen mehreren sich verdächtigen Beobachtungen an Pferdekoppeln. Die Polizei mahnt zur Vorsicht, ruft gleichzeitig aber dazu auf, keine Falschmeldungen zu verbreiten. (Symbolbild)
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In Hessen mehreren sich verdächtigen Beobachtungen an Pferdekoppeln. Die Polizei mahnt zur Vorsicht, ruft gleichzeitig aber dazu auf, keine Falschmeldungen zu verbreiten. (Symbolbild)

In Hessen wurden zuletzt mehrfach verdächtige Fahrzeuge an Pferdekoppeln gemeldet. Nun soll es einen Diebstahlversuch gegeben haben. Was sagt die Polizei dazu?

Gießen/Fulda/Marburg/Kassel – Vielerorts in Hessen haben Pferdebesitzer und Pferdebesitzerinnen zurzeit Angst um ihre Lieblinge. Seit Anfang Juni erreichen die Polizeipräsidien in Mittelhessen, Nordhessen und Osthessen vermehrt besorgte Anrufe, in denen Zeugen die immergleiche verdächtige Beobachtung melden: Einen Transporter oder Sprinter, aus dem heraus Unbekannte Pferdekoppeln oder Reitanlagen beobachten und Tiere fotografieren. Was dahinter steckt? Laut den Ermittlern ist das noch unklar. Insbesondere in den Sozialen Netzwerken verbreitete sich jedoch schnell die Annahme, es könne sich um potenzielle Pferdediebe handeln. Ein Vorfall vom Montag (14.06.2021) dürfte diesen Gerüchten neuen Zündstoff bieten.

Hessen: Gescheiterter Pferdediebstahl im Schwalm-Eder-Kreis

Im Schwalm-Eder-Kreis soll der Versuch, Pferde zu stehlen, gescheitert sein. So lautet zumindest die naheliegende Hypothese der zuständigen Polizeibeamten. Hundertprozentig bestätigten ließ sich der Verdacht bislang nicht, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Nordhessen am Dienstag (15.06.2021) auf Anfrage bestätigte. Die Sachlage stellt sich wie folgt dar: Am frühen Montagmorgen verschafften sich mehrere Unbekannte Zugang zu einer Pferdekoppel im Bereich der Wiehoffstraße in Niedenstein. Auf dieser standen sechs Tiere. Drei Pferden legten die Täter Halfter an.

Außerdem montierten die Unbekannten Weidezaungerät ab und stahlen dieses. Als ein Zeuge sie bei ihren Umtrieben störte, flüchteten die Ertappten, zu denen keine nähere Beschreibung vorliegt, mit einem dunkelgrünen Lieferwagen. An dem Fluchtfahrzeug sollen ausländische Kennzeichen angebracht gewesen sein. Mehrere Pferde entkamen von der Koppel, verschwunden blieb aber keines der Tiere. Die Polizei Fritzlar bittet nun um weitere konkrete Hinweise auf den möglichen Diebstahlversuch. Die Telefonnummer der zuständigen Wache ist 05622/99660.

Im Fokus von Dieben? In Teilen Hessens beschäftigen die Polizei seit Anfang Juni Meldungen über verdächtige Fahrzeuge an Pferdekoppeln und Reitanlagen. (Symbolbild)

Pferdediebstahl in Hessen? Polizeistationen tauschen sich über Meldungen aus

Trotz anhaltender Gerüchte und Befürchtungen ist der Fall aus dem Schwalm-Eder-Kreis der erste in Hessen, bei dem sich konkrete Anhaltspunkte für einen bevorstehenden Pferdediebstahl ergeben haben. Weitere Verdachtsfälle oder gar erfolgreiche Diebstähle sind nicht bekannt. Dennoch gab es die Meldungen über die ominösen Fahrzeuge auch in der Nähe von Gießen, Marburg, Fulda oder im Vogelsberg. „Uns wird allerdings nie der gleiche Wagen gemeldet“, erklärte ein Polizeisprecher nun. Es seien unterschiedliche Modelle mit unterschiedlichen Farben (weiß, silbern, grau, grün), meist mit ausländischen Kennzeichen.

Die Polizeipräsidien Mittelhessen, Osthessen und Nordhessen stünden im Austausch und die Kollegen und Kolleginnen seien sensibilisiert. Dass die Sichtungen von Sprintern, Geländewagen oder Vans etwas mit geplanten Pferdediebstählen zu tun hätten, könne man zwar „nicht ausschließen“. Von einem tatsächlichen Zusammenhang sei „aus polizeilicher Sicht“ zurzeit aber ebenso wenig auszugehen. Hinweise auf eine Diebesbande gebe es nicht. In Nordhessen sei aus der Vergangenheit lediglich bekannt, dass es Kriminelle häufig auf teure Weidezaungeräte oder Sättel abgesehen hätten.

Gerüchte um Pferdediebstahl in Hessen kursieren auf Facebook

Die Polizei ruft Pferdebesitzerinnen und Pferdebesitzer in ganz Hessen zu erhöhter Aufmerksamkeit, aber auch zu Besonnenheit auf. Wer im Umfeld von Pferdeweiden, Koppeln oder Reitanlagen etwas Verdächtiges bemerkt, soll sich umgehend bei den Ermittlern vor Ort melden. Gerade in den Abend und Nachtstunden, zur Not auch unter 110. Abzusehen sei von privaten Fahndungsaufrufen. In Messenger-Diensten und den Sozialen Medien kursierten „verschiedene Falschmeldungen“, beispielsweise bezogen auf die Sichtung „Bewaffneter“ oder Fahrzeuge von Fleischunternehmen, wie die Gießener Allgemeine berichtete*. Daher appelliert die Polizei: „Beteiligen Sie sich nicht an Spekulationen! Verbreiten Sie keine Falschmeldungen!“

Laut der Fuldaer Zeitung organisieren sich besorgte Pferdeliebhaber in Osthessen* inzwischen sehr gezielt über das Internet. Mindestens ein Reiterhof wolle zusätzliche Kameras installieren, es werde Patrouille gefahren. Eine anonyme Betroffene sagte dem Blatt: „In Osthessen gibt es viele Pferdebesitzer. Alle sind in Aufruhr. Sie fragen sich, warum man Pferde fotografiert, wenn man nachher nicht etwas mit ihnen vorhat – was auch immer.“ Bislang sei kein Pferd gestohlen oder verletzt worden. Sie fürchtet aber, dass sich das schnell ändern könne. (red/ag) *giessener-allgemeine.de und fuldaerzeitung.de sind Angebote von IPPEN.DIGITAL

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