Lieferketten

Hessens Ministerin fordert Konsequenzen aus Wurstskandal

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Wursthersteller Wilke.

Hessens Umweltministerin Hinz will erreichen, dass die Lieferketten von Lebensmitteln schneller nachzuvollziehen sind. Derweil will die Firma Wilke weitermachen.

Lebensmittelhersteller sollen dazu verpflichtet werden, zügig Informationen darüber zu liefern, wo ihre Ware in den Regalen und Theken steht. Sie müssten den Behörden innerhalb von 24 Stunden „Informationen zur Rückverfolgbarkeit“ in elektronischer Form zur Verfügung stellen können, verlangt die hessische Umweltministerin Priska Hinz.

Mit dieser Forderung reagiert die Grünen-Politikerin auf den Skandal um Wurst des nordhessischen Herstellers Wilke, die teilweise mit gefährlichen Keimen belastet war. Es sei „für die Lebensmittelkontrollbehörden aktuell kaum möglich, die Lieferketten bis zum Endabnehmer nachzuvollziehen“, stellte Hinz fest.

Der Vorschlag gehört zu den Forderungen, die Hinz am Donnerstag in Wiesbaden veröffentlichte und bei einem Bund-Länder-Treffen am Freitag in Berlin beraten will. Dazu zählt auch die Forderung, dass alle Behörden den Fund von Keimen, die Krankheiten verursachen, an den Bund melden müssen. Dort könnten diese Keime aus Lebensmitteln „schnell mit Keimbefunden von Krankheitsausbrüchen verglichen werden“. Das zuständige Bundesamt hatte drei Todesfälle und mehrere Dutzend Erkrankungen in verschiedenen Bundesländern mit Listerien aus Wilke-Wurst in Zusammenhang gebracht.

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg zeigte sich am Donnerstag „überrascht und verärgert zugleich“ über die Ankündigung der Firma Wilke, erneut gegen die von ihm verfügte Schließung der Produktion zu klagen. Man werde sich „zum Schutz der Bevölkerung mit allen zur Verfügung stehenden Fakten und Argumenten gegen eine Wiederaufnahme zur Wehr setzen“, kündigte Landrat Reinhard Kubat (SPD) an.

Das Verwaltungsgericht Kassel hatte den Produktionsstopp für rechtens erklärt und einen Eilantrag von Wilke dagegen abgelehnt. Das Unternehmen legte gegen diesen Beschluss Beschwerde vor dem Hessischen Verwaltungsgerichtshof ein, wie am Donnerstag bekanntwurde.

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