Coronavirus

Impfzentren in Hessen werden „nicht mehr gebraucht“: Bis September sollen sie schließen

Spätestens bis Ende September sollen die Impfzentren in Hessen nicht mehr in Betrieb sein.
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Spätestens bis Ende September sollen die Impfzentren in Hessen nicht mehr in Betrieb sein.

Schon bald sollen die Impfungen gegen Covid-19 nicht mehr in Impfzentren verabreicht werden. Das vorgestellte Konzept des Corona-Kabinetts ist jedoch umstritten.

Frankfurt – „Die Impfzentren hatten am Anfang sicher eine gewisse Berechtigung, jetzt werden sie nicht mehr gebraucht“. Der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen, Karl Roth, begrüßt die Entscheidung des Corona-Kabinetts der Landesregierung. Diese sieht vor, dass alle Impfzentren in Hessen spätestens Ende September schließen.

Um der Bevölkerung dennoch die Möglichkeit einer Impfung gegen Corona* bieten zu können, sollen stattdessen Arztpraxen und betriebsärztliche Dienste die Impfungen übernehmen. Alle, die bis dahin ihre Erstimpfung in einem Zentrum erhielten, können die Zweitimpfung dann über diesen Weg bekommen. Grund für die Schließungen der Zentren ist unter anderem die auslaufende Finanzierung durch den Bund.

Impfzentren in Hessen: Finanzierung durch den Bund läuft aus

Kurz nach Weihnachteten startete die Impfkampagne, die eine Finanzierung bis zum dritten Quartal vorsah. Der Bund teilt sich die Kosten für die 28 Zentren mit dem Land. Mit dem Ende der Finanzierung läuft auch die Zuständigkeit des hessischen Innenministers Peter Beuth (CDU) aus. Beuth begründete dem am Montag (07.06.2021) gefassten Beschluss damit, dass nun auch Betriebsärzte bundesweit die Möglichkeit haben, Impfungen durchzuführen. Außerdem sei ein Großteil der Impfungen bereits schon jetzt durch eine Regelversorgung durch Haus- und Betriebsärzte möglich. Das Angebot soll dort bis Ende September noch weiter ausgebaut werden.

„Es wird bis Ende September gleichwohl mit großem Einsatz weiter geimpft, die Ärmel bleiben auch bei den engagierten Kräften in den Impfzentren bis dahin hochgekrempelt.“, so Roth. Zukünftig soll vermehrt Impfstoff geliefert werden, sodass die Praxen ihr Impfangebot steigern können. Entgegen der Kassenärztlichen Vereinigung und Innenminister Beuth kritisierte Frankfurters Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) den Beschluss des Landes jedoch.

Impfzentren in Hessen: Majer spricht sich für feste Anlaufstellen in Frankfurt aus

Laut ihm sei es zwar gut, dass Impfzentren auf lange Sicht geschlossen werden, allerdings brauche es hierfür ein durchdachtes Konzept. Dieses müsse vor allem die voraussichtlich notwendigen Auffrischungen des Impfstoffs, die Schutz gegen neue Mutanten bieten, berücksichtigen. Ärzte alleine könnten diese Aufgabe nicht meistern.

Außerdem müsse überlegt werden, wie die Impfungen in Stadtteilen durchgeführt werden können, in denen es nur wenige Hausärzte gibt. Majer plädiert daher für zwei oder drei feste Anlaufstellen, die sich über das Stadtgebiet Frankfurt verteilen. Neben Majer spricht sich auch der Deutsche Städtetag gegen die Schließungen der Impfzentren aus. (Teresa Toth) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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