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„Umbruch in der Geschichte organisieren“: Klimaprotest an Marburger Uni beendet

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Von: Christoph Sahler, Niklas Hecht

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Klimaaktivisten von „End Fossil: Occupy!“ hatten den größten Hörsaal der Universität in Marburg besetzt. Nun ist der Protest vorbei.

Update vom Freitag, 18. November, 16.28 Uhr: Die mehrtägige Besetzung eines großen Hörsaals der Uni Marburg durch Klimaaktivisten der Gruppierung „End Fossil: Occupy!“ ist beendet. Dies teilte die mittelhessische Hochschule am Freitag mit. Der Protest im Audimax der Philipps-Universität sei demnach friedlich zu Ende gegangen. Trotz der Besetzung hätten im Hörsaal weiter Lehrveranstaltungen stattgefunden. Das sei bereits am Montag mit dem Besetzern vereinbart worden.

„Die Universitätsleitung teilt die Meinung der Besetzer*innen, dass der Klimawandel eine der drängendsten Herausforderungen der Menschheit und eine Jahrhundertaufgabe ist“, schreibt die Uni auf ihrer Webseite. Die Hochschule werde ihren Weg zur CO₂-neutralen Universität fortsetzen, habe die Emissionen seit 2009 halbiert. Das Thema Nachhaltigkeit soll in Zukunft auch im Lehrplan einen größeren Raum einnehmen.

Ursprünglich hatte die Hochschule den Protest nur bis Dienstag genehmigt. Die Uni-Leitung duldete die Aktion mit Verlängerungen dann aber bis Freitagmittag. Am Montag hatten zunächst etwa 30 Klimaaktivisten die Besetzung begonnen. Diese forderten unter anderem eine Verkehrswende und die Abkehr von fossilen Energieträgern.

„Umbruch in der Geschichte organisieren“: Klimaaktivisten besetzen Hörsaal der Uni Marburg

Erstmeldung vom Dienstag, 15. November, 11.23 Uhr: Marburg - Aktivisten der Gruppierung „End Fossil: Occupy!“ haben das Audimax der Phillips-Universität in Marburg besetzt. Wie der Hessische Rundfunk berichtet, handelt sich um rund 30 Menschen, die den größten Hörsaal der Uni mit Zelten und Plakaten belagern.

Die Gruppierung bezeichnet sich auf ihrer Website selbst als Klimagerechtigkeitsbewegung und kündigt dort offen an, zwischen September und Dezember 2022 weltweit hunderte Schulen und Universitäten zu besetzen. Im Oktober war fünf Tage lang die Universität Göttingen an der Reihe.

Seit September besetzen Aktivisten weltweit Schulen und Unis, wie bereits in Duisburg oder Göttingen.
Seit September besetzen Aktivisten weltweit Schulen und Unis, wie bereits in Duisburg oder Göttingen. © Christoph Reichwein/dpa

Uni Marburg: Klimaaktivisten von „End Fossil: Occupy“ campieren im Audimax

Dem Bericht des hr zufolge, haben die Klimaaktivisten mit der Hochschulleitung ausverhandelt, dass sie zumindest bis Dienstag (15. November) im Audimax bleiben dürfen. Eine Medizinvorlesung mit rund 200 Studierenden musste demnach in einen anderen Hörsaal verlegt werden.

„Wir glauben, dass jede Gruppe unserer Gesellschaft wo sie nur kann für eine Massen-Klimagerechtigkeitsbewegung mobilisieren sollte, um unser Ziel zu erreichen. Dafür werden wir die Orte, an denen wir sind – Schulen und Hochschulen – nutzen, um diesen Umbruch in der Geschichte zu organisieren“, schreiben die Organisatoren von „End Fossil: Occupy“. Unter anderem fordern sie ein Ende der profitorientierten Energiegewinnung und eine damit verbundene Übergewinnsteuer für alle Energieträger. Außerdem setzt sich die Gruppe für einen kostenlosen ÖPNV ein. (Christoph Sahler/Niklas Hecht)

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