1. Startseite
  2. Hessen

Kommentar zum A44-Prozess: Fledermäuse als Götter

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null
Bechsteinfledermaus © dpa

Wäre ein Marsmensch in Leipzig gelandet und hätte seinen Kopf in den Saal des Bundesverwaltungsgerichts gesteckt - er wäre gleich wieder gestartet. Er wäre in den Wald geflogen, hätte sich eine Bechsteinfledermaus gesucht und sich vor ihr verneigt.

Denn aus Leipzig wusste er: Die Fledermäuse sind die Götter der Menschen. Für sie wird alles getan.

Lesen Sie auch

A44-Urteil: Wahrscheinlich neuer Termin

Bundesverwaltungsgericht entscheidet über A 44

Bäume fallen für die A44

 Posch zur A44: Wir bauen weiter

 Autobahn 44 beschäftigt erneut das Bundesverwaltungsgericht

 BI bereitet Klage gegen A44 vor

 Kein A 44-Lückenschluss im Jahr 2010

 A44: Mit zwei Bussen zum Gericht nach Leipzig

Sie werden mit Sendern ausgestattet, damit man weiß, wo sie lang fliegen. Danach richtet sich dann das Leben unten auf dem Boden. Straßen werden nicht oder woanders gebaut, es werden extra Bäume gepflanzt und Grünbrücken gebaut. Und auch seinen Arbeitsrhythmus richtet der Mensch nach seinen Göttern aus: Ist die Fledermaus aktiv, wird nicht gebaut. Um ihren Schlaf nicht zu beeinträchtigen, dürfen keine Lastwagen fahren. Natürlich gibt es auch für Menschen Lärmschutzrichtlinien.

Aber wer untersucht eigentlich die Anwohner an der B7, die seit Jahren unter Lärm und Gestank leiden? Wer tut alles, damit sie sich wohlfühlen? Viele Menschen saßen im überfüllten Gerichtssaal. Der Marsmensch hätte sie wohl kaum beachtet. Über ihre Nöte wurde nicht geredet.

Von Frank Thonicke

Auch interessant

Kommentare