Wetterau

Krokodil mitten in Deutschland gesichtet! Foto sorgt für heftige Diskussion in Hessen

Macht dieses Krokodil wirklich die Wetterau unsicher?
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Macht dieses Krokodil wirklich die Wetterau unsicher?

Ein vermeintlich lebendiges Krokodil wurde in einem Bachlauf in Ortenberg-Bergheim in der Wetterau gesichtet. Ein Experte zweifelt nun an der Echtheit des Tieres und nennt Gründe.

  • Ein Krokodil wurde in Ortenberg in der Wetterau gesichtet.
  • Bereits am Donnerstag (27.08.2020) sah ein Bürger des Stadtteils Bergheim das Krokodil.
  • Ein Experte aus dem Frankfurter Zoo hält das Krokodil nun für eine Attrappe.

Update, 01.09.20, 19:23 Uhr: In Ortenberg in der Wetterau sorgt derzeit ein lebendiges Krokodil für Schlagzeilen. Das Reptil war in einem Bachlauf gesichtet und fotografiert worden. Nun wird allerdings an der Echtheit des Tiers gezweifelt.

Nach einem längeren Gespräch mit dem Kurator des Frankfurter Zoos, Johannes Köhler seien „ernsthafte Zweifel“ aufgekommen, teilte der Leiter des Ortenberger Haupt- und Ordnungsamtes, Lars Wagner, am Dienstagnachmittag mit.

Krokodil in hessischem Bach gesichtet: Experte äußert sich: „Halte es für ein Plastikkrokodil“

„Ich halte es nach wie vor für ein Plastikkrokodil“, sagt Köhler. Hinweise darauf geben ihm die Fotos, auf denen das Krokodil abgebildet sein soll. Man könne große Augenwülste erkennen und fast sechseckige Schuppen, was ungewöhnlich für ein Krokodil sei, erklärt Köhler. Auch die Pupillen deuten darauf hin, dass es sich um eine Attrappe handle, denn diese müssten tagsüber eigentlich schlitzartig sein.

Ob das Krokodil aus Ortenberg nun echt oder unecht ist, könne noch laut Wagner erst dann gesagt werden, wenn „konkrete Beweise“ für den Fall vorliegen. “Bis dahin ist es aber im Rahmen der Verhältnismäßigkeit angebracht, unsere gestrige Einschätzung der Lage zu überdenken und ein Stück weit Entwarnung zu geben.“

Hessen: Lebendiges Krokodil im Bach - Bürger berichtet von Fund: „Das kann nur echt sein“

Update, 01.09.20, 16.58 Uhr: „Ich hatte keine Angst“, erzählt Stadtrat Albert Kröll im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Nachricht, dass er im Bachlauf der „Bleiche“ zwischen dem Ortenberger Stadtteil Bergheim und Bleichenbach in der Wetterau ein lebendiges Krokodil gesichtet hat, ist inzwischen in aller Munde.

Entdeckt hat er es durch einen Tipp. Ein Mann hatte an der Haltestelle direkt am Bachlauf auf den Bus gewartet. Dort entdeckte er das Krokodil zuerst. Durch Mäharbeiten sei es aufgeschreckt worden. Daraufhin habe der Mann Kröll angerufen und von seinem Fund erzählt. „Ich wohne direkt am Bachlauf“, sagt Kröll. Als der Stadtrat an der Stelle ankommt, sieht er den Kopf des Tieres und macht ein Foto. An der Echtheit habe Kröll nie gezweifelt: „Ich habe gedacht, das kann nur echt sein.“

Ortenberg/Hessen: Krokodil offenbar illegal gehalten

Mit einer Schippe zur eigenen Sicherheit „bewaffnet“, sei Kröll über das Geländer gestiegen und habe in den Bachlauf geschaut. Die Schippe habe ihm ein sicheres Gefühl gegeben. „Ich wollte es nicht erschlagen“, betont Kröll. „Ich dachte, das Tier bewegt sich dadurch raus.“ Doch das Krokodil flüchtet in noch nicht abgemähtes Schilf und ist seitdem verschwunden.

Wie der Radiosender FFH berichtet, gebe es im näheren Umfeld des Fundortes keine offizielle Genehmigung für solch ein Tier. Ordnungsamtsleiter Lars Wagner gehe demnach davon aus, dass das Tier illegal gehalten wurde.

Erstmeldung, 31.08.20, 21.52 Uhr: Im Bachlauf der „Bleiche“ zwischen dem Ortenberger Stadtteil Bergheim und Bleichenbach in der Wetterau wurde ein lebendiges Krokodil gesichtet. Gefahr bestehe nicht, Bürger sollten jedoch einige Dinge beachten.

Ortenberg/Hessen: Krokodil in Bachlauf in der Wetterau gefunden - Tier verschwunden

Das Krokodil wurde bereits vergangenen Donnerstag (27.08.2020) durch einen Bürger des Ortenberger Stadtteils Bergheim gefunden, schreibt die Stadt Ortenberg in einem Facebook-Post. Durch die Mäharbeiten des Mannes wurde das Tier allerdings verscheucht. Der Mann konnte allerdings noch ein Foto vom Kopf des Krokodils machen, durch das ein zoologischer Berater die Echtheit des Tieres bestätigte. Bei dem Krokodil soll es sich um ein Jungtier mit etwa einem Meter Länge handeln.

Es bestehe keine akute Gefahr. Land- und Viehwirte sowie Hundebesitzer sollten diesen Bereich jedoch meiden. Sichtungen des Krokodils können an die Polizei Ortenberg unter der Rufnummer 06046/8000-17 oder jede andere Polizeidienststelle gemeldet werden. Beobachter werden zudem gebeten, sich bis zum Eintreffen der Behörde oder der Polizei mit Abstand zu dem Tier aufzuhalten.

Eine ähnliche Situation gab es schon einmal in Ortenberg. Im Januar 2016 hielt die Sichtung eines Baby-Krokodils die Polizei auf Trab*. Ganz besorgt hatte sich damals eine Ortenbergerin bei den Beamten in Büdingen gemeldet. Sie hatte den Notruf gewählt und teilte mit, dass sie auf dem Radweg zwischen Lißberg und Eckartsborn ein Baby-Krokodil entdeckt habe. Später wurde festgestellt, dass das kleine Tier aus Plastik war.

Nach Sichtung in Hessen: Krokodile in deutschen Flüssen

Eine andere Sichtung eines Krokodils gab es in Sachsen-Anhalt. In Unstrut wurde ebenfalls ein Krokodil gefunden. Krokodile seien wechselwarme Tiere, die sich Temperaturen von über 20 Grad ebenso wie dem einstelligen Bereich anpassen könnten, berichtet der promovierte Forscher Oliver Wings von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Ein aus einem Terrarium stammendes Tier würde sich vermutlich in Freiheit erst einmal irgendwo am Fluss verstecken und abwarten, bis die Sonne scheint, um für den Körper ausreichend Wärme zu tanken. Zudem sei es im Gegensatz zu freilebenden Tieren an die Fütterung durch den Menschen gewöhnt.

Die Tierrechtsorganisation Peta forderte unterdessen in einer Mitteilung ein generelles Haltungsverbot von exotischen Tieren in Privathaushalten. Es sei keine Seltenheit, dass exotische Lebewesen in Wäldern, auf Feldern und in Badeseen ausgesetzt ‎würden. *wetterauer-zeitung.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

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