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„Vorbild sein und Zeichen setzen“: Land Hessen sieht Erfolge beim Energiesparen

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Von: Hanning Voigts

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Im vergangenen Sommer kündigte die hessische Landesregierung an, 15 Prozent Energie einsparen zu wollen. Ersten Auswertungen zufolge scheint das Vorhaben zu gelingen.

Wiesbaden - Die Ankündigung kam mit großer Verve: Ende Juli, die Debatte um reduzierte Gaslieferungen aus Russland war gerade erst so richtig in Schwung gekommen, traten Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) in der Wiesbadener Staatskanzlei vor die Presse. Mit einem „Sofortprogramm“ wolle man angesichts der Gaskrise in den vom Land und der Regierung genutzten Gebäuden 15 Prozent weniger Energie verbrauchen, sagten sie. Alle Büros sollten maximal auf 20 Grad geheizt werden, die Mitarbeiter:innen sollten sich die Hände kalt waschen und umsichtiger lüften.

Nun gibt es erste Ergebnisse eines „Energiemonitorings“, das Rhein und Al-Wazir gleich mit ankündigten. Und demnach war der Aufruf zum verstärkten Energiesparen bisher durchaus erfolgreich: Satte 40 Prozent der Heizungsenergie und mehr als zehn Prozent des Stroms seien im Oktober vergangenen Jahres gegenüber dem Oktober 2021 verbraucht worden, teilte das hessische Finanzministerium mit. Das liege auch an den vergleichsweise warmen Temperaturen im vergangenen Herbst, der Spareffekt sei aber „deutlich spürbar“ und habe sich nach ersten Daten auch im November fortgesetzt.

Hessen: Finanzminister Boddenberg sieht das Land auf einem guten Weg

„Die ersten validen Zahlen zeigen: Wir sind auf einem guten Weg“, sagte Finanzminister Michael Boddenberg (CDU) zu den ersten Ergebnissen der Überwachung der Sparmaßnahmen. „Wir wollen und müssen als Land Vorbild sein und ein Zeichen setzen.“

Die Bediensteten des Landes Hessen gehen beim Energiesparen mit gutem Beispiel voran. Foto: Michael Schick
Die Bediensteten des Landes Hessen gehen beim Energiesparen mit gutem Beispiel voran. Foto: Michael Schick © Michael Schick

Die Liegenschaften des Landes, also etwa Hochschulen, Finanzämter, Polizeidienststellen und Ministerien, verbrauchen nach Angaben des Finanzministeriums zusammen so viel Wärme und Strom wie etwa 30 000 Einfamilienhäuser. Die Hälfte der Heizwärme wird über Gas geliefert.

Hessen: Der Energieverbrauch wird jeden Monat evaluiert

Wie Thomas Platte, der Direktor des Landesbetriebs Bau und Immobilien Hessen, erklärte, werte man für das Monitoring jeden Monat Daten für bisher rund 250 Gebäude und Liegenschaften mit einer speziellen Analysesoftware aus. Für November und Dezember vergangenen Jahres lägen die Abrechnungen der Energieversorger noch nicht vollständig vor, voraussichtlich im Februar werde man den kompletten Verbrauch ausrechnen und dann auch mit dem Jahr 2021 vergleichen können.

Wie es vom Finanzministerium hieß, würden die größten Einsparungen offenbar dadurch erzielt, dass Büros nur noch auf 19 Grad und Gemeinschaftsflächen teils gar nicht mehr beheizt würden. Mittelfristig wolle man auch stärker auf bessere Wärmedämmung, dichtere Fenster und die Modernisierung alter Heizungsanlagen setzen. (Hanning Voigts)

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