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„Verantwortungslos und unsinnig“: Zeit der Billigtickets ist vorbei

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Von: Erik Scharf

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Die Zeit der Billigtickets in der Luftfahrt ist vorbei. Zumindest sagt das Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Der Erlös pro Ticket ist dennoch kaum gestiegen.

Frankfurt - Schritt für Schritt erholt sich die Luftfahrt von der Corona-Krise. Die Passagierzahlen steigen nach dem Ende der weltweiten Corona-Beschränkungen kontinuierlich. Auch die Lufthansa, die ihre Heimat am Flughafen Frankfurt hat, sucht weiterhin die nächsten Schritte aus der Krise.

In die Schlagzeilen geriet die Airline insbesondere in den Sommermonaten. Fehlendes Personal sorgte auch am Flughafen Frankfurt für ein Koffer-Chaos. Vor wenigen Monaten lag die Befürchtung nahe, dass sich die Probleme bis in den Winter hinein nicht auflösen würden. Ganz so dramatisch entwickelte sich die Lage aber nicht. Lufthansa-Chef Carsten Spohr versicherte nun, dass das Chaos aus der Ferienzeit vorüber ist. „Die Situation im Sommer war schlimm“, sagte er dem „Stern“. „Aber jetzt sind wir wieder bei 99 Prozent Zuverlässigkeit.“

Bei der Lufthansa soll es künftig keine Billigtickets mehr geben. (Symbolfoto)
Bei der Lufthansa soll es künftig keine Billigtickets mehr geben. (Symbolfoto) © McPHOTO/B. Leitner/Imago

Lufthansa: Situation am Flughafen Frankfurt brauchte viel Erklärung

Im Sommer hatte er sich bei den Kundinnen und Kunden entschuldigt - auch, um sich vor seine Beschäftigten zu stellen, wie Spohr nun sagte. Diese hätten den Kunden damals unter anderem am Flughafen Frankfurt „tagtäglich erklären müssen, warum der globale Luftverkehr nicht mit der Nachfrage Schritt halten konnte“.

Doch das neue Personal steht nicht gerade Schlange. Zwar teilte die Lufthansa mit, 20.000 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen, allein der Wille wird aber nicht reichen. Innerhalb der Belegschaft der Lufthansa gibt es eine Prämie für das erfolgreiche Anwerben von neuem Personal aus dem Familien- oder Bekanntenkreis.

Lufthansa: Durchschnittlicher Erlös pro TIcket liegt bei unter zehn Euro

Auch die Passagiere merken deutlich, dass die Corona-Pandemie auch für sie einiges verändert hat. Tickets sind beispielsweise deutlich teurer geworden. Dass sich der Trend wendet, wird nicht erwartet. Spohr sagte dem „Stern“, die Zeit der Ultra-Billigtickets sei nun „vorbei“, und „das ist auch gut so“. Billigfliegen sei „ökologisch verantwortungslos und ökonomisch unsinnig, weil man nichts verdient“, fuhr er fort.

Es sei auch gegenüber der Dienstleistung „respektlos“. Der durchschnittliche Erlös für ein einfaches Ticket liege bei der Lufthansa noch immer unter zehn Euro, sagte Spohr. Im Jahr 2019 vor der Pandemie seien es acht Euro gewesen. (esa/dpa)

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