Nach „Aktenzeichen XY“: Neue Hinweise zu Mordfall von 1991

Polizei
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Ein Schild mit der Aufschrift "Polizei" hängt an einem Polizeipräsidium.

Vor mehr als 30 Jahrzehnten wird auf einem Parkplatz ein stark unterkühlter Mann gefunden, der noch am selben Tag stirbt. Wer hinter dem mutmaßlichen Mordfall steckt, ist bis heute unklar. Aus einer „Aktenzeichen XY... ungelöst“-Sendung könnten sich jetzt neue Ansätze für eine Aufklärung ergeben.

Gießen - Nach der Vorstellung eines mehr als 30 Jahre alten Mordfalls aus dem Vogelsbergkreis in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ haben die Ermittler erste Hinweise aus der Bevölkerung erhalten. Dabei geht um einen 61-jährigen Mann, der in der Nacht zum 7. Dezember 1991 stark unterkühlt auf einem Parkplatz an der Autobahn 5 nahe Gemünden gefunden wurde und noch am selben Tag im Krankenhaus gestorben war.

Nach derzeitigen Erkenntnissen dürften sich aus der zweistelligen Zahl an Hinweisen einige neue Spuren und Ermittlungsansätze ergeben, die möglicherweise zur Klärung beitragen oder die Polizei dem Täter oder den Tätern näherbringen könnten, teilten die Staatsanwaltschaft Gießen und das Polizeipräsidium Osthessen am Donnerstag mit. Die Staatsanwaltschaft hat eine Belohnung von 5000 Euro für Angaben ausgesetzt, die zur Ermittlung des Täters oder der Täter führen.

Untersuchungen hatten ergeben, dass der Mann unter dem Einfluss von K.-o.-Tropfen stand. Nach derzeitigem Erkenntnisstand hatte das Opfer am Tag vor seinem Tod von Frankfurt am Main in seine Heimat Jugoslawien zurückkehren wollen. Zuvor sei er in Stockstadt (Bayern) bei einem Freund zu Besuch gewesen. Den Angaben zufolge wollte er seine Jahresrente von 2500 D-Mark persönlich abholen. Sowohl von dem Geld sowie seinem Gepäck und einer Armbanduhr fehle jede Spur.

Als das Opfer stark unterkühlt von einem Zeugen auf dem Autobahnparkplatz gefunden worden war, hatte der 61-Jährige keine Schuhe getragen, Ersthelfer fanden diese neben ihm. Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass der bewusstlose Mann sein Schuhwerk verlor, als mindestens zwei Personen ihn zu seinem späteren Fundort getragen, abgelegt und hilflos zurückgelassen hätten. Trotz sofortiger medizinischer Hilfe war der Mann nicht mehr zu Bewusstsein gekommen und noch am selben Tag in einem Krankenhaus verstorben.

Bereits im Jahr 2014 hatte sich eine Spur für die Ermittler ergeben: Eine Reihe von Raubstraftaten aus Bayern wies Parallelen zu dem Mordfall von 1991 auf. Bisher gebe es jedoch keine Beweise, die den Verdacht erhärten, hieß es. Die Ermittler gehen deshalb der Frage nach, ob es zwischen 1991 und 1995 Fälle im Rhein-Main-Gebiet gab, die fälschlich als Suizid oder Unfall gewertet wurden. dpa

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