Lage insgesamt entspannt

Coronavirus: Verkauf von Mundschutz in Offenbacher Apotheken rasant angestiegen

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Der Effekt ist höchst umstritten, aber die Nachfrage nach Mundschutz derzeit hoch. 

Das Coronavirus sorgt für Alarmbereitschaft. Auch in Offenbach ist man auf den Virus vorbereitet. In den Apotheken werden die Mundschutzmasken knapp.

  • In Offenbach ist man auf das Coronavirus* vorbereitet
  • Apotheken haben Engpässe bei Mundschutz und Desinfektionsmitteln
  • Lage aber insgesamt entspannt

Offenbach – 2019-nCoV oder Covid19, allgemein Coronavirus genannt, legt in China ganze Städte lahm. Doch wie wirkt sich das Virus auf Leben und Wirtschaft in Offenbach aus? Während in Apotheken verstärkt nach Mundschutz gefragt wird, geben sich Stadt und Messe gelassen. 

Eins gleich vorweg: Es gibt bislang keinen einzigen Fall einer Coronavirus-Erkrankung in Offenbach. Auch von chinesischen Verhältnissen, mit verpflichtenden Fiebermessungen beim Betreten von öffentlichen Gebäuden oder Einkaufsmärkten, ist man sehr weit entfernt.

Dennoch ist man seitens der Stadt vorbereitet, sollte es zu einem Ausbruch kommen, versichert Stadtsprecher Fabian El Cheikh: „Das Gesundheitsamt und die Kliniken haben entsprechende Notfallpläne erarbeitet.“ Allerdings sei momentan die Influenza-Erkrankung das weitaus größere Thema, betont El Cheikh.

Coronavirus: Messe in Offenbach sieht Lage entspannt

Auch die Messe Offenbach zeigt sich gelassen, die Internationale Lederwarenmesse (ILM) werde Ende des Monats wie geplant abgehalten, sagt Melita Mindermann von der Messe-Gesellschaft. „In Hongkong und Shanghai wurden Messen wegen der Ansteckungsgefahr abgesagt, aber das betrifft uns nicht. Wir haben auf der ILM bislang ohnehin nur wenige chinesische Aussteller.“

Auch ist eine Messe mit hauptsächlich chinesischen Ausstellern wie die „China Bags Show“ vor zwei Jahren momentan nicht terminiert. Mindermann betont, dass die Messe zudem bereits vor einigen Jahren mobile Desinfektionsstationen angeschafft hat, an denen Aussteller und Besucher ihre Hände desinfizieren können.

Coronavirus: Entscheidung der HfG in Offenbach schlägt hohe Wellen

Deutlich mehr Wellen hat ein Zeitungsartikel über einen einsamen Twitter-Beitrag eines Nutzers mit zwei „Followern“ ausgelöst: Der Twitter-Nutzer vermutete Rassismus hinter einem internen Schreiben der Hochschule für Gestaltung (HfG) zum Coronavirus. In dem Schreiben hat die HfG mitgeteilt, dass vorerst keine Studenten aus China aufgenommen oder Delegationen nach China entsendet würden.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte HfG-Sprecherin Katja Kupfer, dass die Hochschule damit nur dem Wunsch der chinesischen Partnerhochschulen entsprochen habe, die selbst um eine Verschiebung des Deutschlandaufenthalts ihrer sechs für das kommende Sommersemester vorgesehenen Studenten gebeten hatte.

Mit der Ankündigung, keine Dozenten nach China zu entsenden, und der Bitte an die chinesischen Studenten, von Reisen in ihr Heimatland momentan abzusehen, sei man lediglich den allgemeinen Empfehlungen des Auswärtigen Amtes und der Weltgesundheitsorganisation WHO nachgekommen.

Coronavirus: Umsatzeinbußen für Betriebe in Offenbach

Statt auf Skandalisierung wie der Twitter-Nutzer setzt die hiesige Industrie- und Handelskammer (IHK) lieber auf Evaluation: Bis gestern konnten sich Unternehmen der Region zu den wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs äußern. Eine vorläufige Auswertung habe ergeben, dass die Unternehmen ähnlich wie beim SARS-Ausbruch 2002 mit Lieferengpässen und Umsatzeinbußen durch den eingeschränkten China-Handel rechnen. Eine Auswertung der Umfrage soll heute veröffentlicht werden.

„Schon vorletzte Woche wurden Veranstaltungen und Treffen mit Gesprächspartnern einer Delegation aus China abgesagt“, sagt Margret Plum von der IHK. Die Wirtschaft folge dem Rat von WHO und Auswärtigem Amt, um eine Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern.

Coronavirus: Verkauf von Mundschutz steigt rasant in Offenbacher Apotheken an

Gut fürs Geschäft ist das Coronavirus dagegen für die hiesigen Apotheken. Die Apotheke im Ringcenter meldet etwa, dass es erhebliche Lieferengpässe für Mundschutz-Sets gebe, mehrfach am Tag würde danach gefragt. Auch aus der Schwanen-Apotheke ist von einer drastisch gestiegene Nachfrage nach Mundschutz-Masken zu hören. Würden regulär um die fünf Masken im Monat verkauft, so liege die Anzahl der im Februar über die Ladentheke gewanderten Schutzvorrichtungen im dreistelligen Bereich. Bei Desinfektionsmitteln komme es zu erheblichen Engpässen, heißt es aus den Apotheken.

VON FRANK SOMMER

Infos: offenbach.de/corona

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