Prozess nach Feuer in Hochhaus

Brandstiftung in Offenbach: Feuerwehrmänner müssen ins Gefängnis

Die Kriminalpolizei hat in Offenbach zwei junge Männer festgenommen. Sie werden unter anderem verdächtigt, ein Wohnhaus in Bürgel in Brand gesteckt zu haben.
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Die Kriminalpolizei hat in Offenbach zwei junge Männer festgenommen. Sie werden unter anderem verdächtigt, ein Wohnhaus in Bürgel in Brand gesteckt zu haben.

Zwei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim waren wegen besonders schwerer Brandstiftung in Offenbach angeklagt. Nun wurde das Urteil verkündet. 

  • Eine Brand-Serie im Raum Offenbach hielt 2019 die Stadt in Atem
  • Im November wurden zwei Feuerwehrmänner wegen Brandstiftung verhaftet
  • Jetzt erging das Urteil zu einem Hochhaus-Brand in Offenbach

Update von Dienstag, 21.07.2020, 18.30 Uhr: Vergangenes Jahr hielt eine Brand-Serie Offenbach und die Region in Atem. Dann der Schock: Zwei Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim wurden der besonders schweren Brandstiftung verdächtigt. Jetzt hat das Landgericht Darmstadt das Urteil verkündet.

Urteil nach Brand in Offenbach: Vier Jahren und acht Monate Haft für Feuerwehrmänner

Wegen schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung wurden die zwei Feuerwehrmänner zu je vier Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Sie hatten gestanden, in der Nacht zum 31. Oktober 2019 in Offenbach einen Brand im Keller eines achtstöckigen Hochhauses gelegt zu haben. Nach eigenen Angaben wollten sie endlich mal an einem größeren Löscheinsatz teilnehmen. Auch ein Überwachungsvideo existiert von der Brandstiftung in Offenbach.

Den Brand in Offenbach zu löschen, war schwer: Der Einsatz dauerte elf Stunden. Drei Bewohner erlitten Rauchgasvergiftungen. Der vorsitzende Richter, Jens Aßling, sagte bei der Urteilsbegründung, die verurteilten Feuerwehrmänner seien „unglaublich leichtsinnig“ gewesen. Nach eigenen Aussagen gingen die beiden wohl davon aus, dass nicht viel passieren könne. Im Keller gab es eine Brandschutztür und Rauchmelder. Der Sachschaden betrug 160.000 Euro, so der Richter weiter.

Brand-Serie im Raum Offenbach: Feuerwehrleute in Haft – Jetzt äußert sich ihr Chef

Update vom Mittwoch, 06.11.2019, 12.14 Uhr: Im Fall der beiden mutmaßlichen Brandstifter aus Offenbach meldet sich jetzt Uwe Sauer, der Leiter der Feuerwehr in Offenbach, zu Wort. Die beiden jungen Männer, die mehrere Brände im Raum Offenbach gelegt haben sollen, bei denen teilweise auch Menschen verletzt wurden, gehören zur Freiwilligen Feuerwehr Rumpenheim – und damit zu Sauers Truppe. 

Im Interview mit unserem Autor zeigte sich der Feuerwehr-Chef schockiert. In seinen 40 Jahren bei der Feuerwehr Offenbach könne er sich an keinen ähnlichen Fall erinnern. Dies "absoluten Ausnahmefälle" dürften nicht dazu führen, dass ein falsches Bild der übrigen rund 250 Angehörigen der Feuerwehr entstehe. "Schwarze Schafe" gebe es in allen Branchen.

Sauer versicherte zudem, seine Einsatzkräfte leisteten ihren Dienst "zum Schutze der Bevölkerung verantwortungsbewusst, zuverlässig und oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens". 

Brandstifter bei Feuerwehr Offenbach? – Polizei: "Einzelfall nicht überbewerten" 

Ähnlich äußerte sich auch Polizeisprecher Michael Malkmus. "Es handelt sich um einen Einzelfall, den man nicht überbewerten sollte", sagte er auf Anfrage. "Die Feuerwehr hat einen wichtigen Job. Wir können froh sein, dass es Leute gibt, die sich dort engagieren." 

Zum aktuellen Stand der Ermittlungen machte Malkmus keine weiteren Angaben. Die Staatsanwaltschaft Offenbach hat das Heft des Handelns in der Hand. Sollte es einen neuen Sachstand geben, wolle man gemeinsam zeitnah informieren. 

Brand-Serie in Offenbach: Wie geriet die Feuerwehr in den Polizei-Fokus?

Zu offenen Fragen zur Festnahme der 20 und 21 Jahre alten Männer hielt sich Malkmus bedeckt. Die Polizei hatte berichtete, sie habe schon länger vermutet, es könne einen Brandstifter in den Reihen der Feuerwehr Rumpenheim geben. Woher dieser Verdacht kam und warum die beiden Festgenommenen in den Fokus gerieten, dürfe er nicht verraten, so Malkmus. Es handele sich um interne Ermittlungsdetails. 

Die beiden Verdächtigen sitzen derzeit in Haft. Ihnen wird besonders schwere Brandstiftung in Tateinheit mit versuchtem Mord vorgeworfen. Es droht eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren. 

Mutmaßliche Brandstifter festgenommen – Sie gehören zur Feuerwehr Offenbach

Erstmeldung vom Dienstag, 05.11.2019: Offenbach - In Offenbach hat es in den letzten Monaten, ja sogar den letzten Jahren immer wieder gebrannt und immer wieder ging man von Brandstiftung aus. Mehrere Gartenhütten, Mehrfamilienhäuser und auch Holzzäune fielen dem mutmaßlichen Feuerteufel zum Opfer. Jetzt hat die Polizei am vergangenen Donnerstagmittag (31.10.2019) zwei Tatverdächtige festgenommen. Dabei handelt es sich bei den Beschuldigten um Männer aus der Feuerwehr Rumpenheim.

Im Kreis Offenbach kam es in den vergangenen Monaten zu einer Brandserie - vor allem an Gartenhütten. Jetzt hat die Polizei zwei Feuerwehr-Männer festgenommen.

Die Brandursachenermittler der Kriminalpolizei in Offenbach haben zwei junge Männer aus Offenbach in Gewahrsam genommen. Sie sind 20 und 21 Jahre alt und dringend tatverdächtig, am Donnerstag (31.10.2019) in den frühen Morgenstunden Feuer in einem Mehrfamilienhaus im Offenbacher Stadtteil Lauterborn* gelegt zu haben. Der Brand brach gegen 01.20 Uhr im Keller des Hauses aus, dabei wurden vier der 28 Hausbewohner leicht verletzt.

Brand-Serie Offenbach: Zwei Männer der Feuerwehr verdächtigt 

Zudem sollen die beiden Männer im August und September 2019 vier Gartenhütten, ein leerstehendes Mehrfamilienhaus sowie einen Holzzaun im Bereich Offenbach am Main in Brand gesetzt haben. Die Polizei ermittelt weiterhin, ob die Verdächtigen für eine Vielzahl weiterer Gartenhüttenbrände im Bereich Bürgel und Rumpenheim verantwortlich sind. Von 2015 bis 2019 legten Unbekannte dort immer wieder vorsätzliche Brände. Der verursachte Schaden bei diesen Bränden liegt nach Angaben des Polizeipräsidiums Südosthessen im mittleren sechsstelligen Bereich.

Offenbach: Brandstiftung mit versuchtem Mord - Feuerwehr verdächtigt 

Die Ermittler der Kriminalpolizei als auch die Feuerwehr Offenbach hatten bereits seit längerer Zeit den Verdacht, dass die mutmaßlichen Brandstifter aus den Reihen der Feuerwehr Rumpenheim kommen könnten. Deswegen habe man die Ermittlungsarbeit auch in diese Richtung intensiviert, sodass letztlich der Brand in dem Mehrfamilienhaus am 31. Oktober zur Festnahme der beiden Männer führte.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das zuständige Amtsgericht gegen die Tatverdächtigen Haftbefehl wegen besonders schwerer Brandstiftung in Tateinheit mit versuchten Mordes. Die beiden Männer wurden nach der richterlichen Vorführung in Haft genommen.

aba/ag

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* In einer älteren Version des Artikels hieß es, das betroffene Haus habe sich im Stadtteil Bürgel befunden. Das war falsch. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen. 

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