Forscher

Neue Studie: Bestimmtes Blut kann Krebs aggressiver machen

Millionen Patienten sterben weltweit an Krebs. Nun hat die Forschung neue Erkenntnisse gesammelt.

  • Das Alter hat einen Effekt auf das Krebs-Risiko
  • Die Wissenschaftler haben Blut genauer unter die Lupe genommen
  • Die neue Studie erhöht die Hoffnung auf neue Therapien

Kassel - Im Alter steigt das Risiko für die Gesundheit in vielen Bereich. Eine neue Studie hat nun herausgefunden, dass auch Krebs mit zunehmendem Alter aggressiver wird. Grund hierfür ist wohl das Blut im Alter.

Krebs: Die Forscher haben Blut untersucht

Bei Menschen im höheren Alter kommt es häufig zu aggressiveren Verläufen von Krebs. Das war bereits bekannt. Doch die Erkenntnis, dass dies mit dem „Alter“ von Blut zu tun hat, ist neu.

Herausgefunden hat dies eine Studie von Weill Cornell Medical College in New York, unter Leitung der Forscherin Ana Gomes.

Dr. (Ph.D.) Ana Patricia Gomes

Abschluss: PhD an der Harvard Medical School

Forschugsgebiet: Molekulare Mechanismen des Alterns

Aktuelles Institut: Weill Cornell Medicine

Herkunft: Portugal, Estremoz

Studie zu Krebs: Probanden wurden nach Alter in zwei Gruppen geteilt

Der Studie von Dr. Gomez lag ein relativ simpler Test zugrunde. Hierfür wurde Blut von Personen in unterschiedlichem Alter genommen. Die Probanden wurden dabei in zwei Gruppen geteilt. In einer Gruppe waren Menschen im Alter von unter 30 Jahren, in der anderen Gruppen waren Personen mit einem Alter über 60 Jahren. In jeder dieser Gruppen waren 30 Menschen, die alle gesund waren.

Krebs im Alter aggressiver: Der Grund liegt im Blut (Symbolbild).

Im weiteren Verlauf wurde das Blut mit Krebs-Zellen versehen. Bei dem Blut der jüngeren Gruppe war fast keine Veränderung der Zellen festzustellen. Bei dem Blut der Probanden mit höherem Alter waren deutliche Veränderungen ersichtlich.

Diese drangen in umliegendes Gewebe ein, wurden aggressiver und bildeten sogenannte Absiedlungen. Zudem waren die Krebs-Zellen gegen zwei Therapien resistent. Die beiden Chemotherapien Carboplatin und Paclitaxel konnten gegen die Zellen nichts mehr ausrichten. Die Behandlungsmöglichkeiten gehören zu den gängigen Therapien. Ihr Ergebnis veröffentlichte das Forscher-Team in dem Fachmagazin „Nature“.

Krebs-Studie: Einfluss von Alter wurde bestätigt

Die Erkenntnisse aus dem ersten Test bestätigten sich auch im Tierversuch. Auch hier konnte eine erhöhte Aggressivität in Zusammenhang mit dem Alter von Blut festgestellt werden. Wie das Wissensmagazin scinexx berichtete, wurde das Blut mit den Krebs-Zellen mehreren Ratten injiziert.

Bei den Ratten, die mit Krebs-Zellen in „altem“ Blut infiziert wurden, haben sich sogenannte Metastasen (Tochtergeschwülste) in der Lunge gebildet. Dies war bei den anderen Tieren, die mit der „jungen" Blut-Variante in Berührung kamen, nicht der Fall.

Krebs-Studie zu Blut: Drei Stoffwechselprodukte stechen hervor

Die Forscher haben aus den beiden Tests den Rückschluss gezogen, „dass es im Blut zirkulierende Faktoren gibt, die den Tumorzellen aggressive Eigenschaften verleihen – und die mit dem Alter zusammenhängen“. Um festzustellen, woran es liegt, dass älteres Blut den Krebs aggressiver macht, haben die Forscher 179 verschiedene Stoffwechselprodukte in jungem und in altem Blut verglichen.

Dabei stachen drei Stoffwechselprodukte besonders heraus. Diese kamen in älterem Blut deutlich vermehrt vor. Das Forscher-Team untersuchte anschließend die drei Produkte an unterschiedlichen Krebs-Zellen. Sie stellten hierbei fest, dass nur Methylmalonsäure (MMS) den aggressiven Wandel auslöst.

Krebs-Studie: Neue Erkenntnisse könnten neue Therapien ermöglichen

Die Methylmalonsäure (MMS) entsteht beim Abbau von Proteinen und Fetten. Im Blut von Menschen in höherem Alter kommt die Säure in zehn- bis hundertfach erhöhter Konzentration vor. Die Forscher sehen in ihrem Ergebnis auch eine neue Ansatzmöglichkeit für neue Therapieformen.

Krebs wird von verschiedensten Faktoren begünstigt - Alter ist einer davon. Doch auch das Planschen im Pool kann die Gefahr erhöhen. Anders als wohl viele annehmen, ist Krebs kein Phänomen der Neuzeit. Forscher haben jetzt entdeckt, dass bereits Dinosaurier mit dem Problem zu kämpfen hatten. (Lucas Maier)

Rubriklistenbild: © Universitätsklinikum Heidelberg/dpa

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