Kein Prozess wie bei VW

Diesel-Skandal: Opel in Rüsselsheim kommt mit Millionen-Bußgeld davon

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Opel in Rüsselsheim zahlt im Diesel-Skandal ein Bußgeld von 64,8 Millionen Euro (Archivbild).

Der Autohersteller Opel in Rüsselsheim hat im Diesel-Skandal ein Bußgeld akzeptiert. Auch im Verfahren gegen sechs Manager des Unternehmens gibt es neue Details.

Frankfurt/Main/Rüsselsheim - Beim Abgastest sauber, auf der Straße dann aber wahre Dreckschleudern: Schon vor über fünf Jahren keimte nach Hinweisen der Deutschen Umwelthilfe beim Kraftfahrtbundesamt und der Staatsanwaltschaft Frankfurt* der gravierende Verdacht: Hier könnte bei einigen Opel-Modellen wie Opel-Zafira, Insignia und Cascada etwas nicht mit rechten Dingen zugehen. Die Behörden gingen daraufhin dem Verdacht des Betrugs und der Abgasmanipulation nach. Am Ende muss Opel in Rüsselsheim nun zwar eine Millionenstrafe zahlen, bleibt aber von einem Prozess wie bei VW verschont.

Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstagmorgen (19.10.20219 bestätigte, schloss die Behörde bereits im Februar das Ermittlungsverfahren gegen Opel „wegen Verletzung von Dokumentationspflichten“ bei der Genehmigung der Dieselmodelle mit einer entsprechenden Geldbuße ab. Die 64,8 Millionen Euro seien zwischenzeitlich bezahlt worden, teilte die Sprecherin mit. Einen Prozess nach dem Vorbild Volkswagen wird es bei Opel daher nicht geben. Zuerst hatte der „Hessische Rundfunk“ berichtet.

Opel im Diesel-Skandal: Verfahren gegen sechs Manager aus Rüsselsheim eingestellt

Gegen sechs verantwortliche Manager wurden die Verfahren wegen geringer Schuld beziehungsweise gegen Zahlung von Auflagen eingestellt. Opel legt Wert auf die Feststellung, dass der Bußgeldbescheid keinen Vorwurf einer vorsätzlichen Tat oder einer Straftat enthalte, insbesondere keines Betruges. „Er enthält auch keine Feststellung einer illegalen Abschalteinrichtung“, sagte ein Unternehmenssprecher. Opel sei weiterhin grundsätzlich der Überzeugung, dass alle Fahrzeuge jederzeit den gesetzlichen Vorgaben entsprochen haben.

Angestoßen hatte die Ermittlungen der Verein Deutsche Umwelthilfe. 2018 verhängte das Kraftfahrtbundesamt einen verpflichtenden Rückruf zu Opel-Modellen, die auf der Straße deutlich erhöhte Schadstoffmengen ausgestoßen hatten. Opel in Rüsselsheim reagiert mit einer veränderten Software.

Opel in Rüsselsheim und der Diesel-Skandal: Deutsche Umwelthilfe kritisiert Staatsanwaltschaft Frankfurt

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) moniert, dass die Frankfurter Staatsanwaltschaft auf eine Klage verzichtet. DUH-Geschäftsführer Jürgen Resch fällt gegenüber dem Hessischen Rundfunk ein harsches Urteil: Opel in Rüsselsheim habe seinen Kunden saubere Diesel versprochen, „aber regelrechte Giftgasschleudern verkauft“. Die Staatsanwaltschaft sei offenbar den Interessen großer Industriekonzerne verpflichtet, betrogene Bürger schauten in die Röhre, so sein Vorwurf.

Erst vor kurzem erhielten die Beschäftigten im Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim beunruhigende Informationen*: Ihre Stellen sollen wohl ins Ausland verlagert werden. fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA. (judo/dpa)

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