Sorgen wegen Corona-Regeln: Frankfurts Schauspiel schließt

Städtische Bühnen Frankfurt am Main
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Lichtspuren einer vorbeifahrenden Straßenbahn sind vor Oper (r) und Schauspiel zu sehen.

Die neuen Corona-Regeln stellen die Kulturszene vor Probleme. In Frankfurt kündigt das Schauspiel an, vorübergehend zu schließen. Der Intendant der Oper Frankfurt sieht die Existenzgrundlage seines Kulturbetriebs gefährdet und wendet sich an Bouffier.

Frankfurt/Main - Das Schauspiel Frankfurt schließt vom 5. bis einschließlich 9. Dezember. Grund seien die neuen Corona-Regelungen der hessischen Landesregierung, teilte Schauspiel-Intendant Anselm Weber am Donnerstag mit. Ab Sonntag gilt für Veranstaltungen in Innenräumen ab 100 Personen 2G plus - also nur Zutritt für Geimpfte und Genese mit negativem Test. Zudem müssen fortan Veranstaltungen ab 250 Personen vom jeweiligen Gesundheitsamt genehmigt werden.

Das Frankfurter Gesundheitsamt hat Spielbetrieben zwar erlaubt, ihr Programm weiterzuführen, jedoch müssen Plätze nach dem „Schachbrett“-Prinzip besetzt werden. Dabei muss zwischen nicht zueinander gehörenden Personen in jede Richtung immer ein Platz frei sein. Das Schauspiel hat im Vorverkauf für die meisten Vorstellungen jedoch deutlich mehr Karten verkauft, als nun nach diesem Prinzip Plätze vergeben werden dürften.

„Nach welchen Kriterien sollen wir unsere Gäste ausladen? Dafür gibt es keine transparenten Kriterien“, erklärte Intendant Weber. „Deswegen sind wir gezwungen, bis auf weiteres viele Veranstaltungen aus dem Programm zu nehmen.“

Nicht nur dem Schauspiel bereiten die Regelungen Probleme. So hat sich der Intendant der Oper Frankfurt, Bernd Loebe, in einem Schreiben an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gewandt. Darin setzt sich Loebe dafür ein, weiterhin zwischen Freizeit- und Kultureinrichtungen zu unterscheiden und letztere nicht vollständig zu schließen. Die Oper habe bei der letzten Schließung 6000 ihrer Abonnenten verloren und dieser Anteil wachse weiter. Damit verliere die Oper „eine absolut notwendige Existenzgrundlage“, erklärte Loebe. Er sei, wie viele seiner Kollegen, zutiefst beunruhigt. „Bitte zerstören Sie nicht, was wir in Jahrzehnten aufgebaut haben. Es geht letztlich um ein weit über Hessen ausstrahlendes Unternehmen.“ dpa

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