Ausfälle und Verspätungen

Lokführerstreik bei der Bahn: Diese Linien sind im RMV-Gebiet betroffen

Bahnreisende brauchen wieder mehr Geduld: Die GDL streikt erneut. Auch im RMV-Gebiet kommt es bei S-Bahnen und Regionalzügen zu Ausfällen und Verspätungen.

Update vom Sonntag, 05.09.2021, 20.21 Uhr: Der Streik der Lokführergewerkschaft GDL bei der Deutschen Bahn sorgt auch zu Beginn der neuen Woche für Zugausfälle und Verspätungen in Hessen. Über das Wochenende zeichnete sich kein Kompromiss in dem festgefahrenen Tarifkonflikt ab. Die Fahrpläne für Pendler und Reisende sind daher auch am Montag (06.09.2021) ausgedünnt.

Nach Angaben der Deutschen Bahn fallen im Schnitt bundesweit etwa 60 Prozent der Verbindungen im Regionalverkehr aus. Im Fernverkehr ist im Vergleich zum regulären Angebot inzwischen etwa jeder dritte Zug unterwegs. Die mittlerweile dritte Streikrunde im laufenden Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn soll noch bis Dienstagmorgen (02.00 Uhr) andauern.
In Hessen ist das Zugangebot bis dahin weiterhin erheblich reduziert.

Streik der GDL: S-Bahn-Verkehr im RMV besonders betroffen

Stark betroffen ist unter anderem der S-Bahn-Verkehr des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV). So ist der Betrieb auf den Linien S2, S4, S7 und S9 eingestellt. Auf den übrigen fünf S-Bahn-Linien gilt ein 60-Minuten-Takt, auf einzelnen Abschnitten wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet.

Update vom Freitag, 03.09.2021, 9.55 Uhr: Der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht auch am heutigen Freitag weiter. Die geplante Fortsetzung der Arbeitsniederlegung bestätigte die GDL am frühen Morgen. Reisende in Hessen müssten nach wie vor mit vollen Zügen, Verspätungen und Ausfällen rechnen, teilte die Deutsche Bahn (DB) mit. Die Züge verkehren nach einem Ersatzfahrplan.

Nach dem gescheiterten Versuch der DB, den Lokführerstreik mit einem Eilantrag vor dem Arbeitsgericht Frankfurt früher zu beenden, startete der Bahnbetrieb laut einer DB-Sprecherin bundesweit „sehr ruhig“. Viele Züge im Nah- und Fernverkehr der Deutschen Bahn blieben stehen. Die Bahn kündigte zudem an, gegen das Urteil vorgehen zu wollen. Für das Wochenende sei geplant, das Zugangebot im Fernverkehr von 25 auf 30 Prozent leicht auszuweiten. Rund 40 Prozent der Regional- und S-Bahnen waren unterwegs. Genaue Zahlen wurden für das Land Hessen nicht genannt.

Die Lokführergewerkschaft kämpft um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für ihre Mitglieder. Mit dem auf mehr als fünf Tage angesetzten Streik in der laufenden Tarifrunde bei der Bahn will die GDL ihren Forderungen nach insgesamt 3,2 Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von 28 Monaten sowie einer Corona-Prämie von 600 Euro mehr Nachdruck verleihen. Die Deutsche Bahn hatte ursprünglich eine deutlich längere Laufzeit von rund 40 Monaten angestrebt. Mit dem neuen Angebot hat sie nun 36 Monate in Aussicht gestellt sowie eine Corona-Prämie von bis zu 600 Euro.

Bahnstreik seit Donnerstag (02.09.2021): Der Arbeitskampf soll fünf Tage dauern und wird viele Pendler und Reisende treffen. Auch das RMV-Gebiet ist betroffen. (Symbolbild)

Streik bei der Bahn: Diese Linien im RMV-Gebiet sind betroffen

Um Pendlerinnen und Pendler zu informieren, veröffentlichte der RMV eine Liste der S-Bahnen, die laut DB vom Streik betroffen sind und nach Ersatzfahrplan fahren:

  • S1 (Wiesbaden - Frankfurt - Rödermark-Ober-Roden)
    S2 (Niedernhausen - Frankfurt - Dietzenbach)
    S3 (Bad Soden - Frankfurt - Langen - Darmstadt)
    S4 (Kronberg - Frankfurt - Langen/Darmstadt)
    S5 (Friedrichsdorf - Bad Homburg - Frankfurt)
    S6 (Friedberg - Bad Vilbel - Frankfurt)
    S7 (Riedstadt - Groß-Gerau - Frankfurt)
    S8 (Wiesbaden - Mainz - Frankfurt Flughafen - Frankfurt - Offenbach - Hanau)
    S9 (Wiesbaden - Mainz - Frankfurt Flughafen - Frankfurt - Offenbach - Hanau)

Neben S-Bahnen könnten laut RMV auch Regionalbahnen vom Streik betroffen sein:

  • RE2 (Koblenz - Mainz - Frankfurt Flughafen - Frankfurt)
    RE4 / RE14 (Karlsruhe / Mannheim – Mainz – Frankfurt)
    RE20 / RB22 (Limburg - Niedernhausen - Frankfurt)
    RB23 (Mayen - Koblenz - Limburg)
    RE25 (Koblenz - Limburg - Gießen)
    RE30 (Kassel - Treysa - Marburg - Gießen - Frankfurt)
    RB34 (Glauburg-Stockheim - Bad Vilbel - Frankfurt)
    RB40 (Dillenburg - Gießen - Frankfurt) und RB41 (Treysa - Gießen - Frankfurt)
    RB48 (Nidda - Friedberg - Frankfurt): Direktzüge von/nach Frankfurt der DB
    RB49 (Gießen - Friedberg - Hanau)
    RE5 (Fulda - Bad Soden-Salmünster - Hanau - Frankfurt), RE50 (Bebra - Fulda - Hanau - Frankfurt) und RB51 (Wächtersbach - Hanau - Frankfurt)
    RB56 (Schöllkrippen - Kahl - Hanau)
    RE60 (Mannheim - Bickenbach - Darmstadt - Langen - Frankfurt) und RB67 (Mannheim/Schwetzingen - Neu-Edingen/Friedrichsfeld - Darmstadt - Frankfurt)
    RB61 (Dieburg - Rödermark - Dreieich - Frankfurt)
    RB68 (Wiesloch-Walldorf - Heidelberg - Neu-Edingen/Friedrichsfeld - Darmstadt - Frankfurt)
    RE70 (Mannheim - Biblis - Frankfurt)
    RB94 (Marburg - Bad Laasphe - Erndtebrück)
    RB/RE97(Marburg – Korbach – Brilon Stadt)

Für den Fernverkehr gibt es laut einer Pressemitteilung der Deutschen Bahn ein „stabiles Grundangebot von rund einem Viertel“. Für den Regionalverkehr bestehe das Ziel, am Donnerstag und in den kommenden vier Tagen rund 40 Prozent des regulären Angebots zu fahren. Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Allerdings sind auch bei ihnen Einschränkungen in Folge der Streiks möglich.

Bahnstreik hat begonnen: Diese Linien sind im RMV-Gebiet betroffen

Update vom Donnerstag, 02.09.2021, 09.14 Uhr: Trotz eines neuen Angebots der Deutschen Bahn hat der Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Personenverkehr am Donnerstagmorgen (02.09.2021) um 2 Uhr begonnen. Er sorgte bereits für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen in Hessen. „Es kommt zu massiven Fahrplanabweichungen und Ausfällen bei Fahrten der Deutschen Bahn“, informierte der Rhein-Main-Verkehrsbund (RMV).

S-Bahnen, aber auch Regionalbahnen sind von dem Streik betroffen. U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse fahren laut RMV planmäßig. Zudem werden auf den U-Bahn-Linien U1, U2, U3, U4, U5, U6, U7 und U8 in Frankfurt längere Bahnen eingesetzt, die mehr Platz für Reisende bieten. „Auf der Buslinie 61 zum Flughafen kommen vermehrt Gelenkbusse zum Einsatz, die Expressbuslinie X61 und die Metrobuslinie M34 werden am Samstag durch Gelenkbusse verstärkt“, heißt es in einer Mitteilung.

Deutsche Bahn (DB): Ausfälle und ausgedünnter Takt im Rhein-Main-Gebiet

Update vom Mittwoch, 01.09.2021, 14.24 Uhr: Es wird wieder gestreikt. Auch in Hessen müssen sich Reisende und Pendler ab Donnerstag um 2 Uhr (02.09.2021) auf Zugausfälle und Verspätungen* einstellen. Die Deutsche Bahn (DB) hat die Fahrpläne im Regionalverkehr deutlich eingeschränkt. Streikende ist erst in der Nacht zu Dienstag (07.09.2021).

Im Rhein-Main-Gebiet fahren viele S-Bahnen-Linien bis dahin nur alle 60 Minuten, die Linien S7 und S9 fallen an den fünf Streiktagen komplett aus. Auch für mehrere andere Linien im Regionalverkehr gilt ein ausgedünnter Takt oder die Züge fahren nur auf bestimmten Abschnitten. Nicht vom Streik betroffen sind dagegen Linien privater Verkehrsunternehmen wie der Vias GmbH oder der Hessischen Landesbahn (HLB) (siehe Erstmeldung).

Im Personenverkehr wird wieder gestreikt. (Symbolbild)

Die Deutsche Bahn will beim Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) deutschlandweit rund ein Viertel des normalen Fahrplans im Fernverkehr anbieten, im Regionalverkehr sollen es im Schnitt etwa 40 Prozent des üblichen Angebots sein. Informieren können sich Bahnreisende auf der Internetseite bahn.de. Seit Mittwoch (01.09.2021) ist auch der Ersatzfahrplan in der Reiseauskunft und in der App der Deutschen Bahn abrufbar. Außerdem wurde eine kostenfreie Hotline eingerichtet (08000/996633).

Deutsche Bahn: Fünf Tage GDL-Streik angekündigt – Geduldsprobe für Reisende

Erstmeldung vom 31.08.2021: Frankfurt – Reisende müssen sich wieder auf massive Einschränkungen im Bahnverkehr einstellen. Es wird erneut gestreikt – und zwar länger als zuletzt. Für fünf Tage will die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) den Bahnverkehr lahmlegen, wie ihr Vorsitzender, Claus Weselsky, am Montag (31.08.2021) in Frankfurt* sagte.

Demnach beginnt der Streik bei der Bahn im Personenverkehr am Donnerstag (02.09.2021), das Streikende ist für Dienstag (07.09.2021) um 2 Uhr, vorgesehen. Es ist der dritte Streik innerhalb weniger Wochen, und diesmal betrifft er auch ein Wochenende. Auch Regionalzüge und S-Bahnen im RMV-Gebiet können betroffen sein, wie der Rhein-Main-Verkehrsverbund mitteilt.

Bundesweiter Bahn-Streik der GDL: Alternativen nutzen und rechtzeitig informieren

Als Alternative zu denen von der Deutschen Bahn (DB)* betriebenen S-Bahnen und Regionalbahnen können Reisende Züge privater Verkehrsunternehmen nutzen, wie etwa der Hessischen Landesbahn oder VIAS. Diese werden nicht bestreikt, so der RMV. Auch U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse fahren planmäßig. Wie auch bei den ersten Streiks sollten sich Bahnreisende rechtzeitig informieren und mehr Fahrzeit einplanen.

Der Arbeitskampf wird neben Pendlerinnen und Pendlern auch zahlreiche Reisende treffen. „Unsere Botschaft an die Bahnreisenden ist, dass es uns leidtut, dass wir in einen dritten Arbeitskampf gehen“, sagte Weselsky. Empören sollten sich die Reisenden ihm zufolge aber nicht über die Gewerkschaft, sondern über das Management der Bahn. Es habe kein neues Tarifangebot vorgelegt. „Wir sehen uns angesichts der Blockadehaltung der DB-Manager nicht bereit und nicht gewillt, hier kürzere Arbeitskampfmaßnahmen durchzuführen“, so Weselsky.

Der Fahrgastverband Pro Bahn warf der Gewerkschaft vor, mit ihrem Streikrecht nicht mehr behutsam genug umzugehen. Sie schade dem Ruf der Eisenbahn und der angestrebten Verkehrswende, sagte der Ehrenvorsitzende des Vereins, Karl-Peter Naumann. „Ich kenne genügend Leute, die sagen: Wenn das so weitergeht, dann war‘s das mit Bahnfahren.“ (svw mit dpa) *fnp.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Ralph Peters/Imago

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