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AfD plant Veranstaltung einen Tag vor der Gedenkdemo in Hanau - Die Stadt reagiert rigoros

Die AfD hat eine Veranstaltung in Hanau geplant.
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Die AfD hat eine Veranstaltung in Hanau geplant.

Einen Tag vor der Gedenkdemonstration für die Opfer des Anschlags vom 19. Februar wollte die AfD eine Veranstaltung unweit eines Tatorts abhalten. Die Stadt Hanau hat der Partei nun einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Hanau - Eigentlich hatte die AfD Main-Kinzig für Freitag, 21. August, eine Veranstaltung mit dem baden-württembergischen AfD-Politiker Dr. Malte Kaufmann im Bürgerhaus Reinhardskirche in Kesselstadt geplant. Die Stadt teilte nun jedoch mit, dass der AfD das Nutzungsrecht für diesen Veranstaltungsort entzogen wurde. Damit wird die Veranstaltung, wie der Kreispartei auf ihrer Internetseite mitteilte, ausfallen.

„Wir haben das Mietverhältnis der AfD für den 21. August für die Reinhardskirche außerordentlich gekündigt“, wird Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) in einer Mitteilung der Stadt Hanau zitiert. Die AfD hatte die Räumlichkeiten bereits im August 2019 angemietet.

Die Stadt sah sich aus aktuellem Anlass zu diesem Schritt gezwungen, da anlässlich der AfD-Veranstaltung eine Gegendemonstration vor der Reinhardskirche eine Demonstration angemeldet worden sei.

AfD will ihre Veranstaltung am Vorabend der Trauerdemonstration in Hanau durchführen

Der Termin befindet sich zudem kurz vor der geplanten Gedenkdemonstration zum terroristischen Anschlag vom 19. Februar am Samstag, 22. August. „Ich bedauere es, dass die AfD eine Veranstaltung in unserer Stadt hat. Und ich bedauere es noch mehr, dass sie einen Tag vor der Gedenkdemonstration anlässlich des terroristischen Anschlags in Hanau vor einem halben Jahr hier tagt“, kommentierter Kaminsky.

Die Stadt konnte nicht auszuschließen, dass Teilnehmer der Gegendemonstration zur AfD-Veranstaltung trotz aller polizeilicher Schutzmaßnahmen und Auflagen zur Reinhardskirche gelangten und dort Schäden verursachten, so die Begründung der Stadt Hanau. Das Offene Antifaschistische Treffen Frankfurt hatte in einer Mitteilung zu einer Protestaktion gegen die AfD-Veranstaltung aufgerufen.

Der hessische Landesverband der AfD kritisiert die Entscheidung in einer Mitteilung vom Donnerstag: „Die AfD Hanau führt seit langer Zeit an jedem dritten Freitag im Monat eine Veranstaltung im Bürgerhaus Reinhardskirche durch“, wird darin der Sprecher der AfD Main-Kinzig, Dr. Wolfram Maaß, zitiert. „Es gibt einen langfristigen Mietvertrag. Die Gegendemonstrationen, wenn es mal welche gab, waren meist friedlich, auch wenn es ab und zu Probleme mit gewaltbereiten linken Kräften gab“, so Maaß. 

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