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Vorerst Baustopp wegen Haselmaus im Windpark Reinhardswald

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Im nordhessischen Naturpark Reinhardswald müssen die Arbeiten für den Bau eines umstrittenen Windparks zunächst ruhen. In Folge eines Beschlusses des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs (VGH) in Kassel vom Freitag muss die Rodung von Wurzelstubben an den Anlagenstandorten vorerst unterbleiben. In dem größten zusammenhängenden Waldgebiet Hessens will die Windpark Reinhardswald GmbH und Co.

Kassel - KG 18 Windkraftanlagen errichten. Das zuständige Regierungspräsidium (RP) Kassel hat das bisher größte in Hessen beantragte Windkraftanlagen-Projekt genehmigt.

Die Rodungsarbeiten ruhen derzeit, weil an einigen Anlagenstandorten laut einem Gutachten die in Deutschland streng geschützte Haselmaus vorkommt und dort überwintert hat. Die Windpark Reinhardswald GmbH und Co. KG hatte angekündigt, die Rodung ab dem 16. Mai fortsetzen zu wollen. Dagegen hatte ein Umweltverband im Eilverfahren geklagt.

Laut VGH sieht der immissionsschutzrechtliche Genehmigungsbescheid verschiedene Nebenbestimmungen zum Schutz der Haselmaus vor, die auf eine Vergrämung der Tiere von den Bauflächen abzielen, nachdem sie aus dem Winterschlaf erwachen. Nach dem derzeitigen Sach- und Streitstand sei das Gericht nicht davon überzeugt, dass das Schutzkonzept zur Vermeidung baubedingter Tötungen der Haselmaus hinreichend wirksam sei, hieß es zur Begründung der Zwischenentscheidung.

Für eine wirksame Vergrämung bedürfe es geeigneter Maßnahmen wie beispielsweise der Anpflanzung von Sträuchern zur Aufwertung des Lebensraums im unmittelbaren Umfeld der Windenergieanlagen. Diese seien regelmäßig vor der Rodung der Wurzelstubben zu ergreifen, um die Haselmaus in die angrenzenden Waldbereiche wegzulocken. Das gewählte Schutzkonzept sehe dagegen eine entsprechende Aufwertung nicht vor. dpa

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