Autoindustrie

VW-Chef spricht über Zukunft: Weiterhin „viele Menschen in der Produktion“

Herbert Diess, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG, warnt vor düsteren Prognosen, welche die Zukunft der Autoindustrie betreffen. (Archivbild)
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Herbert Diess, Vorsitzender des Vorstands der Volkswagen AG, warnt vor düsteren Prognosen, welche die Zukunft der Autoindustrie betreffen. (Archivbild)

Die Autoindustrie befindet sich im Wandel. VW-Chef Diess warnt jedoch vor düsteren Prognosen. Vielmehr werde es auch in Zukunft ein hohes Job-Potenzial geben.

Kassel - Großes Potenzial in der Autobranche - das sieht VW-Konzernchef Herbert Diess nach eigener Aussage. Die Probleme bei der Umstellung von Arbeitsprozessen und Qualifikationen würden diesem Job-Potential nicht schaden. Diess führte weiter aus, dass die Beschäftigung hoch bleiben werde, man aber teilweise mit einem Umschwung bei den Schwerpunkten rechnen müsse.

„Um viele Autos zu bauen, braucht man auch 2030 noch viele Menschen in der Produktion. Und viele werden ziemlich ähnliche Tätigkeiten ausüben wie heute“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG. Die Abläufe könnten zwar automatisierter werden, dennoch bliebe es „im Wesentlichen Produktion“.

VW-Chef: Wandel in der Autoindustrie braucht „viel Zeit“

Probleme gibt es nicht nur bei Arbeitsprozessen und Qualifikationen, sondern derzeit auch bei der Beschaffung von benötigten Materialien. So ist vom weltweiten Halbleiter-Mangel unter anderem das VW-Werk Kassel in Baunatal* massiv betroffen: Für viele Mitarbeitende gilt Kurzarbeit. Mit rund 17.000 Beschäftigten ist das VW-Werk Kassel in Baunatal* der zweitgrößte Konzernstandort in Deutschland - geführt wird er von Jörg Fenstermann.

Das Werk in Kassel werde laut Fenstermann als Kompetenzzentrum E-Antriebe bezeichnet. Durch diese Sonderstellung - und die eigene Entwicklungsabteilung - könnten sich viele weitere Aufträge und Produkte ergeben. „Damit haben wir ein großes Pfund, was die künftige Beschäftigung angeht“, sagte Fenstermann und bezieht damit ähnlich Stellung wie VW-Konzernchef Diess.

Diess wies auch darauf hin, dass die Automobilbranche keine schnelle sei: Vielmehr brauche der Wandel „in der Autoindustrie viel Zeit“. Deshalb müssten sich der Aufbau verschiedenen Unternehmensbereichen nicht widersprechen. So setze man derzeit unter anderem auf einen Ausbau der IT-Kompetenzen. „Natürlich werden wir im Bereich Software wachsen mit neuen Mitarbeitern“, sagte er weiter. Die möglichen und beträchtlichen Umwälzungen für die Arbeitsplätze solle man nicht zu düster sehen, warnt der VW-Chef.

NameVolkswagen
Gründungsjahr, - ort28. Mai 1937, Berlin (Deutschland)
CEO Herbert Diess (seit 13.04.2018)
DachorganisationVolkswagen AG

Video: VW und BMW müssen 875 Millionen Euro Kartellstrafe zahlen

Zu den genannten Problemen könnten auch die Strafzahlungen der EU-Kommission zählen: Wegen illegaler Absprachen müssen VW und BMW Strafen in Millionenhöhe zahlen.

Autobauer VW in der Corona-Pandemie: Flexibilität am Arbeitsplatz

Wegen der Corona*-Pandemie seien viele Angestellte derzeit noch im Homeoffice. Die Flexibilität in diesem Bereich solle aber auch in anderen wichtigen Bereichen herstellt werden, erklärte VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Ihrer Aussage nach sollten auch in Bereichen der Fertigung „agilere“ Arbeits- und Schichtmodelle verankert werden.

Der ganze Bereich der Digitalisierung sei durch die Corona-Pandemie vorangetrieben worden, erklärte auch Diess: „Wir haben auch gelernt, ein bisschen verteilter zu arbeiten, mit sehr viel mehr Heimarbeit. Auf der anderen Seite bin ich einer derjenigen, die sagen: Die Welt wird nach Corona ziemlich ähnlich sein zu der vorher, mit einigen Beschleunigungen.“ (jey/dpa) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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