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Lichtkünstler verfährt sich und steckt im Wald fest – Bürgermeister ringt bei irrer Suchaktion um Fassung

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In Altweilnau hatten sich zeitweise mehr als 200 Schaulustige eingefunden, um das Lichtspektakel zu beobachten. Sie mussten allerdings mit dem beleuchteten Torturm vorlieb nehmen, mit der Illumination der Burg hatte es leider nicht geklappt.
In Altweilnau hatten sich zeitweise mehr als 200 Schaulustige eingefunden, um das Lichtspektakel zu beobachten. Sie mussten allerdings mit dem beleuchteten Torturm vorlieb nehmen, mit der Illumination der Burg hatte es leider nicht geklappt. © as

Fast wäre die „Weilroder Lichtkunst“ ausgefallen: Denn der Künstler hat sich verfahren – doch Bürgermeister und Feuerwehr springen spontan ein.

Weilrod – Am Ende hat sie dann doch noch funktioniert, die „Weilroder Lichtkunst“ am Freitag. Es sollte der krönende Abschluss der Feiern zum 50-jährigen Bestehen der Großgemeinde Weilrod werden und wäre, ums Haar, an der Ortsunkenntnis des Beleuchters gescheitert: Der Künstler, dessen Berufsbezeichnung dadurch eine ganz neue Bedeutung fand, war plötzlich weg.

Auf dem Weg von Altweilnau, wo er bereits weit hinter dem Zeitplan Vorkehrungen zur Illumination des Torturms und der Burg getroffen hatte, war er zum Cratzenbacher Windrad aufgebrochen und auf der Suche nach einer „Abkürzung“ wohl falsch abgebogen. Er hatte sich so gründlich im Weilroder Forst ver- und sogar festfahren, dass allein das eine „Kunst“ war. Bürgermeister Götz Esser (FWG), um Fassung ringend, stand plötzlich ohne Haut da. Aus der war er nämlich bei Tempo 220 gefahren, bevor er, immer noch tobend, einen Suchtrupp unter seiner Führung zusammenstellte, dem neben seinem Bruder Jörn auch Stefan „Bommi“ Bommersheim, der Windparkranger, mit seinem Bulldog angehörte.

Lichtkunst-Aktion in Weilrod: Im Schlamm stecken geblieben

Zwei Stunden später, es dämmerte schon, fand man den Havaristen. Mit seinem Transporter steckte er hoch droben in der Nähe des Weiltalblicks auf der anderen Talseite im Boden eines Waldweges, den Jörn Esser „nicht mal zu Fuß“ begangen hätte, fest. Man war ihm auf die Spur gekommen, nachdem es gelungen war, ihn per Handy zu veranlassen, seine Standortkoordinaten zu senden. Nun war es an Bommi, ihn mit dem Traktor freizuschleppen. Die Zeit drängte, die ersten Besucher warteten bereits an den Illuminationsobjekten auf die Erleuchtung.

Das Chaos schien seinen Lauf zu nehmen und in der dräuenden Finsternis zu versinken. Esser und seinen Getreuen, zuvorderst Bauamtsmitarbeiter Steffen Öste, sowie vielen zupackenden Feuerwehrleuten gelang es dann aber, mit vereinten Kräften in letzter Minute doch noch Weilrod ein Glanzlicht aufzusetzen.

„Weilroder Lichtkunst“: Mehr als 200 Schaulustige in Weilrod

Mit Abstrichen allerdings, denn in Altweilnau mussten sich die zeitweise über 200 Schaulustigen mit dem bunt angeleuchteten Torturm begnügen, für die Beleuchtung der Burg hatte es nicht mehr gereicht, der konnte lediglich eine Art Blaulicht aufgesetzt werden. Auch auf der anderen Talseite, auf Schloss Neuweilnau, hielt sich die Begeisterung zunächst in Grenzen, verbesserte sich dann aber. Zwar war das Torhaus von einem bunten Kaleidoskop erhellt, drinnen im Schlosshof jedoch kannte man das Programm bald auswendig: Es gab nur zwei wechselnd an die Schlossfassade geworfene Dias: Tiefsee mit Blubberblasen und Bembel, so sah das Muster zumindest aus.

Dennoch: Am Ende steckte der Bürgermeister dann doch wieder zufrieden in seiner eigenen Haut: „Ohne den Steffen und die Feuerwehr säßen wir im Dunkeln, so gesehen hat es doch noch ganz gut geklappt“, sagte er, die Show der „Roten Mönche“, dargestellt von den Altweilnauer Turmtänzern, vor der bunt angestrahlten Kirchenruine Landstein genießend, „trotz Chaos - die Leute haben Spaß, das ist die Hauptsache, sogar am Windrad hatten sich um die 200 Zuschauer eingefunden . . .“ (red)

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