Weiterbau der A 49: „Wir waren noch nie so nah dran“ - Skeptiker bleiben

Wiesbaden. Jahrelang wurde um den Weiterbau der A 49 zwischen Neuenthal-Bischhausen und Gemünden gerungen. Einmal an die A 5 angeschlossen, soll sie nicht nur die Menschen an den Bundesstraßen in Nord- und Mittelhessen entlasten, sondern die beiden Regionen auch besser an den Rhein-Main-Ballungsraum anbinden.

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Hessens Verkehrsminister Dieter Posch (FDP), der nach eigenem Bekunden nicht lockerließ in Berlin, verwies gestern noch einmal darauf, dass der Bund früher vor einer Finanzierungszusage Planungssicherheit für alle drei Bauabschnitte der 42 Kilometer langen Strecke hätte haben wollen. „Davon ist man längst abgekommen.“

Dass es nunmehr nur 60 von insgesamt mehr als 500 Millionen Euro sind, findet Posch bereits „ein unglaubliches Ergebnis“ und auch normal: „Es ist nichts Neues, dass die Finanzierungzusagen abschnittsweise erfolgen.“ Für ihn ist die erste Rate der Beleg, dass das Geld auch weiter fließen wird.

Lob bekam Posch von den Regierungsfraktionen CDU und FDP, aber auch vom Geschäftsführer des Hessischen Handwerkstages, Harald Brandes: „Wir freuen uns, dass es dem Minister gelungen ist, einen gemeinsamen Beschluss zwischen Land und Bund zum Finanzierungsplan herbeizuführen. Jetzt gilt es, den heute vorgestellten Fahrplan genau einzuhalten.“

Skeptischer äußerte sich der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Uwe Frankenberger. Er freue sich zwar, dass der Bund nun eine erste Tranche bereitstelle. Angesichts der ungesicherten weiteren Finanzierung sei jedoch die Gefahr groß, „dass die Autobahn wieder für viele Jahre im Nirwana endet“.

Die Grünen kritisierten, es sei keineswegs belegt, dass Autobahnen ein Garant für Arbeitsplätze seien.

Unterschiedlich die Reaktionen in der Region: Kai Knöpper, FDP-Mann aus Neuental, hat „ein komisches Gefühl beim Blick auf den Terminkalender“. Am 27. März sei Kommunalwahl. „Wenn das wieder ’ne Luftnummer wird, dann wird es für die FDP schwierig, bei der nächsten Wahl noch Wähler zu finden.“

Zuversichtlich sind dagegen Zwestens Bürgermeister Michael Köhler (FDP), der an den Weiterbau glaubt, und sein Borkener Kollege Bernd Heßler (SPD). „Wir waren noch nie so nah dran. Der Posch will das, und der Posch kämpft auch dafür“, sagte Heßler. Auch er wagt aber keine Prognose, wann die Abschnitte südlich von Schwalmstadt an die Reihe kommen.

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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