Mutation B.1.1.7

Corona-Mutation in der Wetterau: Wohl „bereits eine erhebliche Verbreitung gefunden“

Ein Krankenpfleger versorgt eine Frau in einem Altenheim.
+
Die Altenheime in der Wetterau leiden besonders unter der Corona-Pandemie (Symbolbild).

In der Wetterau wurde die britische Mutante des Coronavirus zuerst in Altenheimen nachgewiesen, hat jedoch wohl bereits eine „erhebliche Verbreitung“ erfahren. Auch die Bad Nauheimer Kerckhoff-Klinik ist betroffen.

Update vom Mittwoch, 10.02.2021, 09.21 Uhr: Nach dem Auftreten der britischen Coronavirus-Mutation in der Wetterau stellt sich auch die Frage, wie die Bad Nauheimer Kerckhoff-Klinik reagiert. Wie die WZ berichtete, kommt dieser Klinik als Level-1-Haus bei der Versorgung von Covid-19-Patienten eine besondere Bedeutung zu. In den vergangenen Monaten wurden nicht dringende Eingriffe verschoben, um sich verstärkt auf Covid-19-Patienten zu konzentrieren. »Die Belastung ist nach wie vor hoch. Nach zwischenzeitlicher kurzer Entspannung gibt es jetzt wieder hohe Belegungsgrade auf Intensiv- und Isolationsstation. Personal aus dem Haus muss nach wie vor hier aushelfen, somit ist die Zahl bepflegbarer Betten sowie die Zahl der medizinischen Eingriffe im Hause reduziert«, erläutert Prof. Hossein-Ardeschir Ghofrani, ärztlicher Geschäftsführer der Kerckhoff-Klinik.

Bei sehr wenigen ihrer Patienten sei die britische Variante nachgewiesen worden. Das Labor habe die britische Mutation sowohl bei eigenen Patienten, als auch bei Tests nachgewiesen, die für das Gesundheitsamt gemacht worden seien. . »Die brasilianische und südafrikanische Variante haben wir bisher nicht nachgewiesen. Wir halten unsere Hygiene- und logistische Maßnahmen fortwährend auf einem hohen Niveau. Diesbezüglich ändert sich durch die Mutationen nichts«, teilt Ghofrani weiter mit - und fügt hinzu: »Wir bleiben weiterhin hoch aufmerksam, informieren, schulen, schützen und passen unsere Abläufe und Maßnahmen immer den neuesten wissenschaftlichen und medizinischen Erkenntnissen an.« Am Wichtigsten bleibe eine möglichst schnelle Versorgung mit genug Impfstoff, um das Personal, die Patienten und die Bevölkerung immunisieren zu können. (agl)

Wetteraukreis: Corona-Mutation in betroffenen Altenheimen in 16 Fällen nachgewiesen

Update vom Montag, 08.02.2021, 17.22 Uhr: In den betroffenen Altenheimen im Wetteraukreis wurde in 16 Fällen die britische Coronavirus-Mutation B.1.1.7 nachgewiesen. Das teilte die Kreis-Pressestelle auf Anfrage mit. Ob die Variante bei Bewohnern oder Mitarbeitern entdeckt worden war, konnte Sprecher Michael Elsaß zunächst nicht sagen.

Waren die Menschen, die nun von der Virus-Mutation betroffen sind, zuvor schon geimpft worden? „In Wöllstadt gab es eine erste Impfung, in Gedern nicht“, teilte die Kreis-Pressestelle mit. Bekanntlich entfaltet der Impfstoff aber erst einige Zeit nach der zweiten Impf-Dosis seine volle Wirkung.

Welche Folgen hat das Auftauchen der britischen Corona-Variante für die Teststrategie in der Wetterau? An der Strategie ändere sich nichts, hieß es vonseiten des Kreises. Die Laborkapazitäten seien sehr knapp, und bis man herausgefunden habe, um welche Mutation es sich handele, könnten bis zu drei Wochen ins Land gehen. „Das hilft uns nicht mehr weiter, wenn wir ein Ausbruchsgeschehen haben“, sagte Pressesprecher Elsaß. Man werde weiterhin stichprobenartig untersuchen lassen, um welche Virus-Variante es sich handele. Alle aktuellen Fallzahlen finden Sie in unserem News-Ticker.

Wetteraukreis: Corona-Mutation in Altenheimen entdeckt – „Erhebliche Verbreitung“ möglich

Erstmeldung vom Montag, 08.02.2021, 14.28 Uhr: Friedberg – Im Wetteraukreis ist erstmals eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Das teilte Landrat Jan Weckler (CDU) heute nach einer Sitzung des Krisenstabes mit. Bei Stichproben sei die britische Mutation B.1.1.7, die als ansteckender als der gewöhnliche Erreger gilt, auch in zwei Altenheimen in Gedern und Wöllstadt gefunden worden. Nähere Angaben machte die Kreisverwaltung zunächst nicht.

Wetteraukreis: Gefahr geht von Coronavirus-Mutation aus

„Wir müssen leider davon ausgehen, dass die Mutation bereits eine erhebliche Verbreitung gefunden hat“, sagte Amtsarzt Dr. Reinhold Merbs. Landrat Weckler appellierte vor dem Hintergrund der Mutationen, sich an die Hygieneregen zu halten: „„Die Mutationen des Virus haben sich in anderen Ländern in Windeseile verbreitet und damit die Gesamtlage nochmals verschärft. Diese Gefahr besteht auch für uns in Deutschland.“

Mehr dazu in Kürze. (red/ag)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.