Keine Seltenheit mehr: Wölfe in Hessen

Vermutlich erneuter Wolfsriss: Erschreckendes Bild - Mutterschaf und Lämmer gerissen

Erneuter Wolfsangriff in Nordhessen? In Hessisch-Lichtenau wurden tote Schafe und Lämmer gefunden.
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Erneuter Wolfsangriff in Nordhessen? In Hessisch-Lichtenau wurden tote Schafe und Lämmer gefunden (Symbolbild).

In Hessisch Lichtenau ist es erneut zu einem vermutlichen Wolfsriss gekommen. Sieben Lämmer, ein Mutterschaf und ein weiteres Schaf sind hierbei getötet worden.

Nordhessen/Hessisch Lichtenau - Erneut sorgt ein vermutlicher Wolfsangriff in Nordhessen für Schlagzeilen: Mindestens sieben Lämmer, ein Mutterschaf und ein weiteres Schaf einer Schafherde von Schäfer Alexander Schlau sind in der Ortslage von Hopfelde, einem Stadtteil der nordhessischen Kleinstadt Hessisch Lichtenau, in der Nacht zu Freitag (24.04.2020) und der Nacht zum Samstag (25.04.2020) vermutlich Opfer eines oder mehrerer Wölfe geworden.

Wolf in Hessen: Schäfern in Hessisch Lichtenau bietet sich grausames Bild

Die beiden Rissorte liegen nur knapp 400 Meter Luftlinie auseinander. Als Udo Eberhardt, Ortsvorsteher von Hopfelde, am Freitagabend zur Weide seiner beiden Schafe in Hopfelde in Hessen kam, bot sich ihm ein grausiges Bild. "Das eine der beiden Tiere lag auf der Seite, der Brustkorb war komplett aufgebrochen und beim Drehen waren im Kehlbereich blutige Spuren zu erkennen", berichtet Eberhard. 

Der von ihm verständigte Wolfsrissgutacher Gerhard Becker kam am Samstagmorgen und entnahm Proben mit Genmaterial. Noch während der Begutachtung meldete sich Schäfer Alexander Schlauch, dessen 500 Tiere starke Herde nur wenige Hundert Meter entfernt auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Hessisch Lichtenau in Hessen steht. 

Wolf in Hessen: Schafe in Hessisch Lichtenau werden von Wolf zu Tode gehetzt

Sieben Lämmer und ein Mutterschaf waren tot. Während das Mutterschaf und ihr Lamm aufgebrochen und stark gefressen waren, ist bei den anderen Lämmern die Todesursache nicht klar. Möglicherweise sind sie nach Ansicht des Schäfers von einem Wolf einfach zu Tode gehetzt worden. Schlauch hat einen Herdenschutzhund, der aber derzeit wegen der Lämmer noch separat eingezäunt ist. 

In Hessisch-Lichtenau in Nordhessen wurden tote Schafe und Lämmer gefunden.

"Der Wolf, der hier zwischen Schemmern, Hessisch Lichtenau und Walburg aktiv ist, hat den Bogen perfekt raus", sagt der Schäfer. Denn sowohl seine Weide ist mit einem 90 Zentimeter hohem Stromzaun umgeben (das entspricht den Vorgaben des Landes zum Herdenschutz), aber auch die Weide von Udo Eberhardt ist komplett mit einem Stromzaun umgeben, der eine Höhe von ebenfalls 90 bis 108 Zentimetern hat. Drumherum befinde sich zusätzlich noch ein Festzaun. Für den Wolf war das jedoch offenbar kein Hindernis. 

Wolf in Hessen: Raubtier habe geringen Radius

"Was den Herdenschutz betrifft, halten wir uns an alle Vorgaben, aber es ist jetzt nachweislich der fünfte Angriff auf Nutztiere trotz des Herdenschutzes", sagt Schlauch. Wolfsrissgutachter Gerhard Becker aus Melsungen in Hessen, der in beiden Fällen am Samstagmorgen vor Ort war, bestätigt, dass das Fraßbild stark dem der jetzt residenten Wölfin dort ähnele. 

"Bei Rotwild fängt sie an, am Brustkorb zu fressen, die Schafe fällt sie offenbar einfach von hinten an und reißt sie dann auf", so Becker. Das sei bei dem einzelnen Schaf bei Hopfelde in Hessen aber auch bei dem Mutterschaf und deren Lamm der Fall gewesen, sagt der Gutachter. Er geht bei dem Raubtier davon aus, dass es einen ziemlich geringen Radius hat. 

Video: Wolf-Sichtungen in Deutschland mehren sich

Wolf in Hessen: Vermehrt Angriffe auf Nutztiere in Region Nordhessen

Erst vor einer guten Woche waren in Hessisch Lichtenau zwei Ziegen und ein Schaf vermutlich von einem Wolf getötet worden. Kürzlich hatten nach Auskunft von Udo Eberhardt mehrere Landwirte und auch ein Jäger einen Wolf beobachtet.

Mittlerweile wurde auch bestätigt: Die zwei Ziegen und ein Schaf in Hessisch Lichtenau in Hessen wurden wirklich von einem Wolf gerissen

Auch im Waldkappeler Ortsteil Bischhausen im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen hat möglicherweise ein Wolf ein Wildtier gerissen. Hier hatten Passanten im März einen entsprechenden Fund auf einem Waldweg in Hessen gemacht.

Im Februar wurde in Rotenburg in Hessen ein Kalb der äußerst seltenen Rasse Rotes Höhenvieh gerissen. Ob es sich hierbei allerdings um den Angriff von einem Wolf handelt, bleibt fraglich.

Bei Kaufungen im Kreis Kassel ist jetzt eine Wölfin überfahren worden. Es ist nicht das erste tote Tier in diesem Jahr.

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