Leben in Kassel

4 Wege zu einer nachhaltigen Lebensweise in Kassel

4 Wege zu einer nachhaltigen Lebensweise in Kassel
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Nachhaltigkeit sorgt für eine grünere Zukunft.

Nachhaltiger leben ist definitiv ein guter Vorsatz und heutzutage auch immer beliebter. Doch wie damit anfangen? Wir haben einige Tipps für euch.

Viele von euch nehmen sich für das neue Jahr vielleicht vor, nachhaltiger zu leben. Nachhaltigkeit ist keine Modebewegung, die gerade gehypt wird und morgen wieder verschwindet. Wenn das nicht alle begreifen und das Nachhaltigkeitsprinzip in ihr Leben integrieren, verschwindet nämlich unsere Umwelt demnächst unter einer kolossalen Welle aus geschmolzener Polkappe und Plastikmüll.

Wir geben deshalb sieben Tipps für eine nachhaltige Lebensweise in Kassel. Nachhaltigkeit, c’est quoi? Die Definition ist folgende: „Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip der Ressourcen-Nutzung, bei dem derzeitige Bedürfnisse durch den Ressourcen-Verbrauch befriedigt werden, ohne dabei künftigen Generationen die Lebensgrundlage zu entziehen“. Bedeutet: Ich gehe so mit dem Bestehenden um, dass es so lange wie möglich in guter Verfassung bleibt, auch für Menschen, die nach mir leben.

Wie mache ich das? Den Gin Tonic Strohhalm-los bestellen, einen Jutebeutel dabei haben statt eine Plastiktüte zu kaufen, im Dezember keine Erdbeeren vom Supermarkt snacken. Das wäre ein minimaler Anfang. In diesem kleinen, auf Kassel zugeschnittenen Guide findet ihr hoffentlich noch ein paar mehr Anregungen, von denen ihr ein paar als neue Gewohnheit mitnehmen könntet.

1. Lebe nach Vivienne

„Buy less, choose it well, make it last“ – das sind die Worte der britischen Modedesignerin Vivienne Westwood. Kauf weniger, überlege dir, ob du etwas wirklich brauchst und haben möchtest und investiere dann in Qualität, statt Quantität. Behandele es so, dass du lange etwas von deinem Kauf hast. Handele nach Viviennes Wunsch und kauf nicht die billigsten Klamotten, die nach einem Monat ein trauriges Hemdchen Elend sind. 

Spare auf etwas, was du dir schon lange wünschst und am liebsten dein Leben lang tragen würdest. Dadurch wirst du es auch weniger als Wegwerfprodukt, sondern viel mehr als Investition betrachten und auch mal ein Loch stopfen oder eine Naht wieder zunähen. Zusätzlich zum „überlegter“ kommt das „besser“ kaufen – und am besten kauft ihr natürlich Kleidung, die so hergestellt wurde, dass so wenige Ressourcen wie möglich verbraucht wurden. So kann unser Planet noch lange leben und alle sind glücklich. Wo ihr nachhaltig hergestellte Kleidung in Kassel findet, seht ihr hier:

  • Soki in der Friedrich-Ebert-Straße verwenden alte Stoffe wieder, um neue Kleidungsstücke daraus herzustellen.
  • Melawear steht für fair und ökologisch hergestellte Kleidung aus Biobaumwolle und überzeugt durch einen ganzheitliche Nachhaltigkeitsansatz.
  • Bei Elsbeth wird euch nur fair produzierte Ware aus Europa angeboten. Alles green und organic. Dazu auch Kosmetik und Kleinigkeiten.
  • Weitere, nachhaltige Marken findet ihr außerdem bei Wildwood Gallery & Store und bei Timeless.

2. Freunde dich mit Gebrauchtem an

Es müsste keine Kleidung mehr hergestellt werden, damit wir alle, jeder Erdenbürger von Norwegen bis Sri Lanka, genug zum Anziehen hätte. Es ist alles schon da, in millionenfacher Ausführung. Vieles, von uns Aussortiertes befindet sich mittlerweile, nach einem langen, beschwerlichen Weg in beispielsweise Tansania, wo mit unserem abgelegten Besitz noch ein nicht selten korruptes Geschäft entsteht. Eine klitzekleine Menge der ausrangierten, aber noch intakten Klamottskis jedoch findet ihr in den Second-Hand-Geschäften in Kassel wieder. Statt dem nächsten Sale entgegen zu lechzen, schaut doch das nächste Mal genau dort vorbei und sammelt kleine, hübsche Einzelstücke statt den nächsten Polyester-Pullover. Hier eine kleine Auswahl:

3. Bestell einen Kaffee ohne Plastik

Es klingt absurd, aber wir alle benutzen täglich Produkte, die nur für einen Zeitraum von einigen Minuten oder sogar weniger hergestellt wurden. Q-Tip, Wattepad, Coffe-To-Go-Becher – Ressourcenverbrauch at it’s best. Allein 2,8 Milliarden Einwegbecher werden pro Jahr weggeworfen. Damit wir uns noch irgendwie retten können, gibt es mittlerweile aber Alternativen, gerade für die Wegwerf-Becher-Problematik. Du kaufst dir, beispielsweise, einen Aluminium-Becher, in welchem du dir von zu Hause Kaffee in die Schule, Uni oder Arbeit mitnehmen oder ihn mit dem „BecherBonus“, also etwas Rabatt, in einem Café auffüllen lassen kannst. Weiterhin könntest du ein regionales Pfandsystem für Kaffeebecher nutzen, in Kassel ist es subcup.

Wie funktioniert das? Du bestellt dir in einem Café einen kleinen Cappuccino, zahlst ein Mini-Pfand und bekommst ihn in einem wiederverwendbaren Becher von subcup. Du schlenderst los, schlürfst ihn aus, gibst den Becher in einer anderen Lokalität wieder ab und bekommst das Pfand zurück. Oder du gehst in ein Café, welches To-Go-Becher aus einem nachhaltigen Material herausgibt. So viele Möglichkeiten! Und hier sind ein paar konkrete, speziell für Kassel.

  • Kaffeerösterei Seegert in der Friedrich-Ebert-Straße macht mit bei Recup.
  • Refill lässt dich deine Wasserflasche kostenlos wieder auffüllen, sodass du keine neue Plastikflasche kaufen musst. 
  • Das Rokkeberg Café bietet Bio-Kaffee-Spezialitäten, Säfte und Snacks an. Die Verpackungsmaterialien der To-Go Produkte sind aus Papier und Maisstärke gefertigt und in drei Monaten kompostierbar.

4. Denk wie deine Omi

Deine Omi hat früher sämtliche Socken geflickt und dein Opa alle leidenden Haushaltsgeräte repariert, klar. Und was machen wir kleinen Faultiere? Wir wissen entweder nicht mehr, wie das geht oder sind zu träge und es kostet ja auch nicht die Welt, sich mal eben ein neues Paar Strümpfe zu kaufen – oder einen Toaster. Wegwerfgesellschaft, Konsumgesellschaft, Überflussgesellschaft könnte man sagen, und das, nein, wollen wir nicht sein! Setz bei allem, was du kaufst, darauf, dass es so lange wie möglich hält und behandele es so, dass es auch die Chance dazu hat.

Und wenn doch mal was kaputtgeht, ist hier die Lösung: Kassel hat eine Reihe von Reperatur-Cafés, in welchen Hilfe zur Selbsthilfe angeboten wird. Bei regelmäßigen Veranstaltungen helfen euch Fachleute und freundliche Hobbybastler dabei, alles vom Fahrrad über Nerzmantel bis zum Brummkreisel zu reparieren. Außerdem lernt ihr eure Nachbarschaft mal richtig kennen, ist doch nett. Klingt gut? Dann findet ihr hier die Cafés für Kassel-West, Harleshausen und Kassel-Ost.

Von Leonie Wessel

Bei der Schoko-Radtour transportieren Freiwillige nachhaltig und emissionsfrei Schokolade von Hann. Münden nach Kassel und Kaufungen.

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