Bloß nicht wegwerfen: Diese „Repair-Cafés“ gibt es in Kassel

Bloß nicht wegwerfen: Diese „Repair-Cafés“ gibt es in Kassel
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Vieles lässt sich noch reparieren. Einige Anlaufstellen in Kassel sind euch dabei gerne behilflich.

In Kassel braucht ihr fürs Reparieren keine eigene Werkzeugkiste oder großes Handwerkerwissen. Denn es gibt sogenannte „Repair-Cafés“, die euch gerne behilflich sind.

Habt ihr gerade ein kaputtes Radio, ein defektes Bügeleisen oder ein beschädigtes Fahrrad zu Hause stehen? Und zurzeit einfach kein Geld für eine neue Anschaffung? Wir haben da eine ziemlich billige Lösung für euch! Reparieren ist das Zauberwort.

Mit Hammer, Säge, Schraubenzieher oder Nähnadel. Denn ihr müsst nicht alles, was nicht mehr zu gebrauchen scheint, sofort durch etwas Neues ersetzen. Klar ist der Neukauf für viele von euch wahrscheinlich schneller, einfacher und attraktiver. Aber gönnt eurer Mülltonne einfach mal eine Auszeit.

Vor Ort sind außerdem noch die Männer und Frauen vom Fach, die euch helfen und zeigen, wie ihr euren Staubsauger oder Drucker wieder zum Laufen bringt. Diese besonderen Werkstätten sind kostenlos, denn alle Helfer arbeiten ehrenamtlich. Natürlich könnt ihr aber immer eine kleine Spende da lassen.

Wir stellen euch die Standorte in Kassel vor. Und egal wo ihr wohnt, ein „Repair-Café“ ist immer in eurer Nähe.

Im Kasseler Westen

Das „Repair-Café“ im Vorderen Westen an der Samuel-Beckett-Anlage war das Erste, das in Kassel im Jahre 2014 eröffnet hat. Jeden vierten Freitag im Monat werden im Nachbarschaftstreff „Hand in Hand“ die Tische aufgestellt, auf denen euch 12 ehrenamtliche Mitarbeiter mit euren kaputten Gegenständen helfen. Bereits zu Beginn war der Andrang in der DIY-Werkstatt groß, weiß Initiator Wolfgang Ehle. „Fast 80 Leute kamen zu den ersten beiden Veranstaltungen, für so viele ist eigentlich gar kein Platz“, erinnert er sich. 

Hinbringen könnt ihr soviel, wie ihr tragen könnt, aber mithelfen bei der Reparatur ist ein Muss, auch wenn es nur ein Assistenz-Job ist. Die Profis bringen meistens ihre eigenen Werkzeuge mit, sodass ihr euch nicht auf die Suche nach Hammer oder Säge machen müsst. Ein paar Geräte sind auch in den Räumlichkeiten des „Repair-Cafés“ zu finden, zum Beispiel ganz exotische Sachen wie ein Spezial-Schraubenschlüssel. Auch Nähmaschinen gibt es vor Ort.

Nächster Termin: 27. März, 16 bis 18 Uhr

Im Kasseler Osten

Das „Repair-Café“ im Sandershaus wird von sieben ehrenamtlichen Experten unterstützt, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen. „Meist sind es Elektroniker und Tüftler im Ruhestand“, erklärt Mitarbeiterin Fani Kandilari. Die Profis haben für die Reparatur-Treffen meist ihre eigene Ausstattung dabei, obwohl die Werkstatt im Sandershaus mit einigen Geräten ausgestattet ist. Verschiedene Sägen, eine Standbohrmaschine, Bandschleifen, eine Drehbank, eine Tischfräse und viele weitere Handmaschinen und Werkzeuge stehen euch dort zur Verfügung. 

Anderthalb Jahre gibt es den Standort im Kasseler Osten bereits, der an jedem ersten Freitag im Monat das „Repair-Café“ und manchmal auch am letzten Donnerstag des Monats anbietet. Zusätzlich könnt ihr die offene Werkstatt immer montags und dienstags zwischen 14 und 18 Uhr nutzen, dann aber ohne Experten.

Nächster Termin: 26. März, 17 bis 19 Uhr

Im Kasseler Norden

Eine Plattform der Hilfe zur Selbsthilfe: Genau das wollten die Gründer des „Repair-Cafés“ (im Norden auch unter „Café Bruchstelle“ bekannt) in der Kasseler Nordstadt vor drei Jahren mit ihrem Standort schaffen. Ebenfalls im Fokus stand das Zusammenbringen unterschiedlicher Generationen und Nationalitäten, erklärt Heiner Dickhaut, Organisator des Cafés. „Wir wollten aber auch die Männer aus ihren Kellern raus in die Werkstatt holen, wo sie ihr Wissen mit anderen teilen können“, fügt er hinzu. 

Seit der Eröffnung 2016 sind 20 ehrenamtliche Mitarbeiter zusammengekommen, die sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt haben. Sie helfen dann beim „Repair-Café“, das immer jeden dritten Donnerstag im Monat in den Räumen des Philipp-Scheidemann-Hauses stattfindet. Die Reparatur-Werkstatt ist mit allen notwendigen Werkzeugen und Hilfsmitteln ausgestattet, sodass sich niemand um Säge, Hammer und Schraubenschlüssel Gedanken machen muss. 

Nächster Termin: 19. März, 15 bis 17.30 Uhr

In der Innenstadt

Das „Hammertime“ in der Innenstadt ist kein klassisches „Repair-Café“, sondern eine offene Werkstatt, in der jeder ohne Vorwissen seine Projekte umsetzen kann. Diese können handwerklich, technisch oder auch künstlerisch sein. Die derzeit etwa 6 freiwillige Helfer, die zum Teil Schreiner oder Elektriker sind, unterstützen euch dabei so gut es geht. Geteilt wird neben dem Fachwissen das Werkzeug und die Maschinen in der Werkstatt. 

Bereits seit 2017 gibt es das „Hammertime“ und bietet auf einer 47 Quadratmeter großen Fläche viel Platz für Elektronik, Nähmaschinen, 3D- sowie Textildruck und Lasergravur- und Schneidemaschine. Die Idee zu der Werkstatt kam Geschäftsführerin Melania-Simona Moise etwa vor drei Jahren, als sie sich ein eigenes Massivholz-Bett in Kassel bauen wollte und keine passende Organisation gefunden hat, die sie dabei unterstützen konnte. 

Geöffnet hat das „Hammertime“ immer montags, dienstags und donnerstags zwischen 18 und 21 Uhr, sowie am Freitag von 15 bis 21 Uhr

Im Kasseler Nordwesten

Im „Repair-Café“ der Kulturinitiative Harleshausen wird an jedem zweiten Freitag im Monat alles repariert, was unter den Arm passt. Ob Radio, Computer, Stehlampe oder Föhn. Seit 2015 gibt es die Institution im Kasseler Nordwesten, mit der die Teammitglieder vor allem das Feld der Nachhaltigkeit weiter ausbauen wollen. Elf Stamm-Reparateure helfen bei Schrauben, Kleben oder Löten.

Neben Ruheständlern sind auch ganz junge Leute dabei, weiß Helmut Hartmann, Mitgründer des Cafés. „Das sind alles gelernte Handwerker, mal Ingenieure, mal Elektriker.“ Durch die Mund-zu-Mund-Propaganda haben sich in Harleshausen und Umgebung von ganz alleine die Reparatur-Experten gefunden. Neben den mitgebrachten Werkzeugen der Profis gibt es im „Repair-Café“ ein großes Reservoir an Ersatzteilen und kleineren Werkzeugen wie etwa Schleifsteine. Fürs leibliche Wohl erwartet euch außerdem Kaffee und Kuchen.

Nächster Termin: 13. März, 15 bis 18 Uhr

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