Tipps für die Fastenzeit

7 Arten zu fasten, die sich wirklich für dich (und deine Umwelt) lohnen

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Verschiedene Arten zu fasten: Es muss nicht immer nur gesunde Ernährung sein

Gerade noch Karneval gefeiert, morgen geht es ans Fasten – jedes Jahr die gleiche Leier. Überholt? Gar nicht. Es gibt einiges, bei dem sich der Verzicht wirklich lohnt.

Am morgigen Aschermittwoch endet die Karnevalszeit. Somit beginnt die alljährliche Fastenzeit, die auch als "Passionszeit" bekannt ist. In der Westkirche ist damit der vierzigtägige Zeitraum des Fastens in Vorbereitung auf Ostern gemeint. Viele nutzen diese Zeit für den Verzicht auf etwas Alltägliches oder die Entschlackung des Körpers. Neben dem klassischen Verzicht auf Süßigkeiten gibt es aber auch zahlreiche andere Varianten zu fasten. Wir haben einige Tipps für euch gesammelt.

1. Digital Detox: Einfach mal Offline

Digital Detox: Einfach mal das Handy weglegen

Zugegeben: Digital Detox, also digitales Entgiften, klingt nach wenig Spaß und einem Leben als Einsiedler, abgeschieden von Allem. Dennoch sehnen sich einige Menschen danach, mal wieder Offline zu gehen, sich einfach nur auf ein Treffen, einen Film oder ein Konzert zu konzentrieren. Leicht ist das nicht: Push-Nachrichten und Messengerdienste wie WhatsApp und Co. ködern uns mit ständigen Neuigkeiten und dem Gefühl, nur durch die Nutzung des Smartphones dazuzugehören. Das kann aber auch zum Zwang werden, denn rund 100.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind süchtig nach sozialen Netzwerken – das hat die DAK-Gesundheit zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Suchtfragen herausgefunden. 24 Prozent der Befragten gaben an, mehr als vier Stunden am Tag das Smartphone zu nutzen. Und auch für einen schlechteren Schlaf soll der häufige Gebrauch des Smartphones sorgen. Dabei könnt ihr euch auch selbst testen. Es gibt beispielsweise Apps, mit denen ihr überprüfen könnt, wie häufig ihr am Handy seid und wie oft ihr euer Handy entsperrt. Wenn ihr euren digitalen Konsum reduzieren möchtet, ist die Fastenzeit eine gute Möglichkeit, das Ganze für einen begrenzten Zeitraum auszutesten und es einfach mal Offline zu versuchen. Gerade jetzt, wo für viele Studierende Klausuren und Hausarbeiten anstehen, kann das zu einer größeren Aufmerksamkeit und weniger Ablenkung führen. Ihr könnt bei der Arbeit, an der Uni oder in der Schule nicht komplett ohne auskommen? Dann könnt ihr ja zumindest eure Nutzerzeiten ein wenig drosseln. Dann ist die Gefahr vor einem Rückfall auch nicht ganz so groß.

2. Der Klassiker: Verzicht auf Fleisch

Fasten-Klassiker: Verzicht auf Fleisch

Es ist neben Süßigkeiten wohl das Populärste, auf das die Menschen während der Fastenzeit verzichten: Fleisch. Und auch auf lange Sicht gesehen ist ein gedrosselter Konsum für die Umwelt gut. Laut der Tierrechtsorganisation Peta benötigt die Produktion von einem Kilogramm Fleisch bis zu 15.500 Liter Wasser. Diese Zahl speist sich zum einen aus dem Wasser, das zur Bewässerung der Lebensmittel benötigt wird, die die Tiere konsumieren, und dem Wasser, das die Tiere tatsächlich selber trinken. Studien der Umweltorganisation WWF sagen, dass sich fast 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen, die durch unsere Ernährung entstehen, auf tierische Produkte zurückführen lassen. Wenn sich jeder Bürger Deutschlands nur einmal in der Woche von Fleisch ernährt, könnten jährlich circa neun Millionen Tonnen an Treibhausgasemissionen eingespart werden. Wieso also nicht in der Fastenzeit einen eigenen Beitrag dazu leisten?

3. Seife statt Duschgel: Verzicht auf Plastik

Verzicht auf Plastik: Wie wäre es zum Beispiel mit Glas- statt Plastikflaschen?

Wir kennen sie alle: Bilder von Möwen, die Plastik im Bauch stecken haben, von Robben, die sich in Tüten verfangen haben. Und dass man beim Shoppen für Plastiktaschen zahlen muss, ist auch nichts Neues. Denn Plastik stellt für unsere Umwelt ein großes Problem dar. Laut Umweltorganisation WWF wird geschätzt, dass bis 2050 so gut wie jeder Meeresvogel Plastik in seinem Magen haben wird. Schlimm für die Tiere, denn diese ersticken an den Folgen und verhungern. Insgesamt würden 32 Prozent des gesamten Plastikmülls der Menschen in die Umwelt gelangen. Da stellt die Fastenzeit doch eine gute Gelegenheit dar, den Kunststoff zu vermeiden. Zum Beispiel, indem man im Supermarkt Mehrwegnetze statt den üblichen Knotenbeuteln nutzt oder Obst und Gemüse unverpackt kauft. Indem man Wasser aus wiederverwendbaren Flaschen trinkt, Seife statt Duschgel verwendet und zum Shoppingausflug eine eigene Tasche mitnimmt. Und um Aufschnitt zu kaufen, kann man seine eigene Tupperdose mitnehmen – das sollte kein Problem sein, solange ihr die dann in euren Einkaufskorb legt. Und die Produkte, die ihr eh schon gekauft habt, könnt ihr auch einfach aufbrauchen. So kann das Plastik nach und nach aus eurem Leben verschwinden. Für diejenigen, die auch längerfristig ohne Plastik leben wollen, eignen sich die 40 Tage als Einstieg gut.

4. Einfach mal zu Fuß gehen: Verzicht auf das Auto

Fastentipp: Einfach mal zu Fuß gehen oder das Fahrrad nutzen

Okay, wer beruflich oder anderweitig auf sein Auto angewiesen ist, kann sich eine andere Art des Fastens aussuchen. Aber jetzt mal ehrlich: Wer benutzt sein Auto wirklich nur für die allernötigsten Touren? 2017 fuhren die Deutschen im Durchschnitt 13.257 Kilometer, wie das Kraftfahrt-Bundesamt berichtete. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden allein durch Autos im selben Jahr 115 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Und durchschnittlich stößt jedes Auto 1,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid pro Jahr aus, wie die Süddeutsche berichtete. Wer zu Fuß seinen Einkauf erledigt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt und mit dem Fahrrad seine Freunde besucht, kann damit also einiges für die Umwelt tun. Gerade jetzt, wo es wieder wärmer wird, ist das auch für euren Körper gut. Beim Radeln in der Sonne und bei Spaziergängen kann euer Körper so Vitamin D aufnehmen und auch eure Kondition wird sich darüber freuen.

5. Next Level: Verzicht auf Müll

Verzicht auf Müll: Die nächsten 40 Tage kann man bewusst auf die Vermeidung von Müll achten

Zero Waste heißt das geflügelte Wort und geht so ziemlich mit dem dritten Punkt, also dem Verzicht auf Plastik, einher und erweitert ihn. Zero Waste bedeutet, dass jeder Müll vermieden wird. Sicherlich ist das neben dem Job oder dem Studium nicht gerade leicht – aber man kann es versuchen, um gegen die Verschmutzung der Umwelt vorzugehen. 351,2 Millionen Tonnen Abfall wurden laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit in Deutschland produziert, 2016 waren es laut Umweltbundesamt 18,16 Millionen Tonnen Verpackungsabfall, pro Kopf 220,5 Kilogramm. Das Vermeiden von Müll ist sicher ein Prozess, der lange dauert. Auch hier gilt die Devise: Erstmal aufbrauchen, was eh schon im Haus ist, aber versuchen, keinen zusätzlichen Müll zu produzieren. Taschentücher können längerfristig gegen Baumwolltücher eingetauscht werden. Statt in Läden, die ihre Produkte verpackt anbieten, kann man auf Wochenmärkten einkaufen gehen oder nach sogenannten „Unverpackt-Läden“ schauen. Und auch beim Essen kann man einiges an Müll einsparen – indem man nur das kauft, was man auch wirklich isst und die Reste verwertet. In 40 Tagen ist es euch sicherlich möglich, einiges einzusparen.

6. Schluss mit Shopping: Verzicht auf Konsum

Shoppingpause: Verzicht auf Konsum

Shoppingpause! Eine Art des Fastens, die sich mit Sicherheit gut auf euer Portemonnaie auswirkt. Wer 40 Tage keine Klamotten einkauft und sich nur auf das Notwendigste beim Konsum beschränkt, wird vermutlich früh merken, dass er ausreichend Kleidung in seinem Schrank hängen hat. Dadurch kommt ihr mal wieder dazu, eure Outfits anders zu kombinieren und gewinnt – neben mehr Geld am Ende des Monats – auch mehr Zeit, die ihr mit Freunden und guten Gesprächen verbringen könnt. Auch könnt ihr die Zeit, die nicht fürs Shopping draufgeht, dafür verwenden, Ordnung in euer Hab und Gut zu bringen und vielleicht einiges auszumisten. Und vielleicht ist ja auch das ein oder andere neue Lieblingsoutfit dabei, das ihr vorher gar nicht mehr richtig wahrgenommen habt! Wenn ihr nach der Fastenzeit wieder einkaufen gehen wollt, wisst ihr dann zumindest, was ihr wirklich noch benötigt.

7. Be happy: Verzicht auf schlechte Laune und Jammern

Be happy: Verzicht auf schlechte Laune und Jammern

Es könnte alles so schön sein, wenn man nicht immer Jammern würde. Aber… das Wetter, der Chef oder die Freunde funken mal wieder dazwischen? Schluss damit! Jammern nervt nicht nur euch und euer Umfeld, Jammern kann sogar schlecht für unseren Körper sein, weil es Stress auslöst. Der Stress hebt unseren Cortisolspiegel und damit steigt – wie die Uniklinik Ulm herausgefunden hat – das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden. Auch Diabetes kann mit einem erhöhten Cortisolspiegel zusammenhängen, wie die Deutsche Diabetes Gesellschaft erwähnt. Und nicht nur das: Forscher der Universität in Stanford haben herausgefunden, dass Jammern unseren Hippocampus schrumpfen lässt, dadurch wird unser Kurzzeitgedächtnis schlechter und neue Erinnerungen können weniger gut gebildet werden. Genug Gründe gegen das Jammern? Während eure Freunde beim Fasten auf Süßigkeiten und Fastfood verzichten, könnt ihr dann einfach positiv denken – und so etwas für eure Gesundheit tun. Und ob ihr das Jammern nach der Fastenzeit dann wirklich vergessen werdet, ist fraglich.

Einige Anregungen für die Umsetzung der Fastentipps findet ihr im folgenden Video:

Von Helena Gries

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