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Hättet ihr‘s gewusst? Diese fünf Sport-Stars kommen aus Nordhessen

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Von: Marie Klement

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Die gebürtige Baunatalerin hat allen Grund zum Strahlen: Carolin Simon (Mitte) feiert mit Bayern München den Meistertitel. Dahinter stehen ihre Mitspielerinnen (von links) Torhüterin Maria Luisa Grohs sowie Mittelfeldspielerinnen Giulia Gwinn und Sydney Lohmann.
Fußballerin Carolin Simon kommt aus Baunatal. © imago images/foto2press/Sven Leifer

Der Sport schreibt immer wieder seine eigenen glorreichen Geschichten. Er fasziniert Menschen oft schon im Kindesalter und ist unglaublich vielfältig. Zeit, auf berühmte Sportler Nordhessens zu blicken.

Der Großteil der Menschen steht immer wieder mit der vielfältigen Welt des Sports in Kontakt. Ob im Fitnessstudio, auf dem Fußballplatz, dem Basketball-Ground oder der Laufbahn: Das spielt erstmal keine Rolle. Es schaffen zwar nur die wenigsten, doch vermutlich jeder hat als Kind mal davon geträumt, sein Hobby zum Beruf zu machen. Einige Sportler aus der Region haben ihren Traum erfüllt. Im Folgenden präsentieren wir euch fünf Sportler aus Nordhessen und blicken auf ihre Geschichte.

Shkodran Mustafi

Shkodran Mustafi
Shkodran Mustafi. © John Walton

Schon in frühen Jahren hoch hinaus: Genau das trifft auf den Bebraer Fußballer Shkodran Mustafi zu. Bereits im Alter von 14 Jahren verließ er sein Elternhaus, um ins Internat des Hamburger SV zu wechseln. Nach einer starken Entwicklung entschied er sich zu einem Schritt, den nur wenige in diesem jungen Alter wagen: Er wechselte nach England, genauer gesagt zum FC Everton. Seine internationale Reise sollte damit aber noch lange nicht zu Ende sein. 2012 wurde er Profi bei Sampdoria Genau in Italien, wo er so starke Leistungen brachte, dass er 2014 als Überraschungskandidat mit zur WM nach Brasilien fuhr. Wie diese Geschichte endete, ist vermutlich jedem bekannt. Nach Stationen beim FC Valencia, dem FC Arsenal und dem FC Schalke 04 ist es inzwischen ruhig um den Weltmeister geworden. Er befindet sich im Herbst seiner erfolgreichen Karriere und spielt beim spanischen Zweitligisten UD Levante. Wer weiß, vielleicht kehrt Mustafi ja in ein paar Jahren zurück in seine Heimat. In Bebra würde man sich freuen.

Stephan Leyhe

Wintersport-Fans können jubeln: Mit dem alpinen Ski-Weltcup startet am Wochenende die Saison. Hier freut sich Stephan Leyhe über seinen Sieg auf der Mühlenkopfschanze in Willingen 2020.
Stephan Leyhe © Imago/Jan Huebner

Bei Stephan Leyhe aus dem Landkreis Waldeck-Frankenberg fiel die Wahl der Sportart vermutlich nicht allzu schwer. Schließlich liegt seine Heimat in der nordhessischen Wintersport-Hochburg Willingen. Mit gerade mal fünf Jahren findet Leyhe seine Anfänge im Skispringen beim lokalen SC Willingen. Seit er 14 ist, nimmt er regelmäßig an Wettkämpfen teil. Nachdem er seine schulische Laufbahn 2011 mit dem Abitur abschloss, konnte er sich von nun an voll und ganz auf das Skispringen konzentrieren. Einige Jahre und Erfolge später erfüllte er sich dann einen großen Traum: Er flog nach Pyeongchang zu den Olympischen Winterspielen, bei denen er die Silbermedaille im Teamwettbewerb gewann. Zwar hat es nicht für die Goldmedaille gereicht, doch seine Erfahrungen bei einem prestigeträchtigsten Wettbewerb der Welt konnte ihm keiner mehr nehmen. Das war allerdings noch nicht der Höhepunkt seiner Karriere, denn dieser sollte erst 2020 folgen: Er feierte seinen ersten Weltcupsieg – vor heimischen Publikum in Willingen. Wie im Märchen.

Laura Hottenrott

Von der Bahn aufs Rollfeld: Laura Hottenrott hofft auf einen Startplatz bei den Olympischen Spielen.
Laura Hottenrott © Dietmar Wäsche/nh

In ihrem Elternhaus war Triathlon der Sport der Stunde, doch diese Leidenschaft erbte sie nicht. Die Rede ist von Laura Hottenrott aus Kassel. Die 30-jährige Mittel- und Langstreckenläuferin wuchs als Tochter des Triathlon-Trainers Kuno Hottenrott in Bad Wilhelmshöhe auf und lief seit Beginn ihrer Karriere für den GSV Eintracht Baunatal. Nach dem Abitur 2011 an der Jacob-Grimm-Schule erhielt sie ein Stipendium für ein Biologie-Studium in den USA. Zwei Jahre studierte sie in Portland, ehe sie an das renommierte Boston-College weiterzog. Das Studium konnte sie mit dem Sport verbinden, weshalb sie in dieser Zeit auch für die jeweiligen Universitäts-Teams auflief. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland gewann sie 2016 den Kölner-Halbmarathon und wurde noch im selben Jahr deutsche Vizemeisterin über 10.000 Meter. 2020 nahm sie an der Halbmarathon-Weltmeisterschaft in Polen teil, bei der sie mit 1:10:49h ihre persönliche Bestzeit aufstellte.

Carolin Simon

Carolin Simon hat München bereits in ihr Herz geschlossen
Carolin Simon © Sebastian Gollnow / dpa

Leverkusen, Lyon und München: Das sind nur einige der bisherigen Stationen von Carolin Simon aus Baunatal. Die 29-jährige Fußballspielerin begann ihre Karriere beim GSV Eintracht Baunatal, wo man früh bemerkte, dass sie talentierter ist als andere. Nach erfolgreichen anderthalb Jahren beim Regionalligisten TSV Jahn Calden wechselte sie 2010 mit gerade mal 18 Jahren zum Hamburger SV, wo sie sich auf Anhieb einen Stammplatz in der Bundesliga erkämpfte. Ihren persönlichen Karriere-Höhepunkt erlebte sie 2019, als sie mit Olympique Lyon die Champions League gewann. Folgerichtig wurde sie im selben Sommer für die WM in Frankreich nominiert. Seit 2019 spielt sie beim FC Bayern, mit dem sie letztes Jahr die deutsche Meisterschaft gewann. Den Bezug zu ihrer Heimatstadt hat sie bis heute nicht verloren: Freunde und Familie leben noch immer in Kassel und freuen sich, wenn sie mal vorbeischaut.

Steven Müller

Er startet nun doch noch bei den Olympischen Spielen: Sprinter Steven Müller aus Kassel hat es überraschend nach Tokio geschafft.
Steven Müller ©  Swen Pförtner/dpa

Eine kuriose sportliche Laufbahn hat Leichtathlet Steven Müller hinter sich. Der 32-jährige Kasseler war in seiner Jugend ein talentierter Football-Spieler und erhielt beim Übergang in den Herrenbereich sogar Angebote aus der ersten Liga. Doch dann kam alles anders. Er war unzufrieden mit seiner Schnelligkeit, weshalb er zusätzlich mit Leichtathletik-Coach Otmar Velte trainierte. Nach einer starken Verbesserung innerhalb kurzer Zeit überzeugte sein Trainer ihn, die Football-Schuhe an den Nagel zu hängen und fortan als Sprinter Bestzeiten zu jagen. Dieser Weg führte ihn 2018 zu seiner ersten Gold-Medaille im 200-Meter-Sprint bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund. Inzwischen studiert er an der Universität Kassel Berufspädagogik in den Fächern Sport und Maschinenbau/Metalltechnik, um sich auf die Karriere nach dem Profisport vorzubereiten.

Von Dennis Pritsch

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