Fakten über die Kassel, die noch nicht jeder kennt

6 spannende historische Fakten über die Stadt Kassel

6 spannende historische Fakten über die Stadt Kassel
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Wie viel wisst ihr über die Stadt, in der ihr lebt? Wir präsentieren euch spannende Fakten über Kassel, die viele von euch garantiert noch nicht kannten.

Klar, Kassel ist nicht Berlin, Hamburg oder München. Trotzdem hat unsere Lieblingsstadt so einiges zu bieten und auch eine ziemlich interessante Geschichte. Wir haben sechs spannende historische Fakten über Kassel gesammelt.

Kassels erste Uni

In Kassel kennt natürlich jeder die Universität Kassel, die im Jahr 1971 als Gesamthochschule Kassel gegründet wurde und 2003 ihren heutigen Namen erhielt. Aber wusstet ihr schon, dass es in Kassel schon im 17. Jahrhundert eine Universität gab? Diese entstand im Jahr 1633 mitten im Dreißigjährigen Krieg. Damals gab es konfessionelle Streitigkeiten zwischen den Landgrafschaften Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt. Die Uni in Marburg wurde zu einer lutheranischen Universität umgewandelt. Damit war der damalige Landgraf von Hessen-Kassel, Wilhelm V., allerdings nicht einverstanden. Deshalb gründete er in Kassel eine reformierte Universität, die sich eher an den Lehren von Zwingli und Calvin orientierte. Lange gab es die Uni aber nicht: Schon 1653 wurde sie wieder geschlossen. Durch den Krieg gelang es nämlich nie so richtig, Kassel als Universitätsstandort zu etablieren.

Kassel als Hauptstadt? 

Nach der Gründung der Bundesrepublik 1949 stand natürlich die Frage im Raum, was die Hauptstadt des Staates werden sollte. Wir alle wissen, dass die Wahl schließlich auf Bonn fiel. Tatsächlich hat sich Kassel damals aber auch als Hauptstadt beworben. Die Stadt schied allerdings recht schnell wieder aus dem Rennen aus. Schließlich verlief gar nicht so weit entfernt schon die Grenze zur DDR. Ein bisschen unpraktisch für eine Hauptstadt. Man fragt sich schon ein wenig, wie es Kassel als deutsche Hauptstadt ergangen wäre. Immerhin sitzt hier bis heute in der Nähe des Bahnhofs Wilhelmshöhe das Bundessozialgericht. Übrigens: Fast wäre eine andere hessische Stadt zum Regierungssitz ernannt worden. Bonn gewann nämlich nur mit knappem Vorsprung gegen Frankfurt am Main.

Mit Kassel bezahlen 

Wer kennt sie noch, die gute alte D-Mark? Von 1948 bis Ende 2001 war sie das offizielle Zahlungsmittel in der Bundesrepublik Deutschland. Und ab 1990 zeigte die Mark auch ein Stückchen Kassel – zumindest der 1000-Mark-Schein. Darauf waren die Brüder Grimm abgebildet, die in Kassel zur Schule gingen und später auch lange Zeit hier gelebt haben. Daran erinnern uns heute unter anderem die Statue der beiden auf dem Brüder-Grimm-Platz und die Grimmwelt am Weinberg. Das ist aber noch nicht alles: Neben den Brüdern Grimm war noch ein Sammelsurium von Kasseler Sehenswürdigkeiten auf dem Schein zu sehen. Unter anderem das Fridericianum, die Löwenburg, das Ottoneum und die Brüderkirche abgebildet. Und ganz oben thront – natürlich – der Herkules.

Philipp Scheidemann

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs rief Philipp Scheidemann am 9. November 1918 vom Westbalkon des Reichstags die Republik aus. Dieser Moment ist in die deutsche Geschichte eingegangen. Wusstet ihr aber, dass Philipp Scheidemann gebürtig aus Kassel stammte? Er wurde hier im Jahr 1865 als Sohn eines Tapezier- und Polsterermeisters geboren, arbeitete Anfang des 20. Jahrhunderts lange Zeit als Redakteur für das Casseler Volksblatt und war von 1919 bis 1925 sogar Kasseler Oberbürgermeister. Nach ihm sind heute unter anderem das Philipp-Scheidemann-Haus in Nord-Holland und der Scheidemannplatz in der Innenstadt benannt.

Eine Straße nur für Fußgänger 

Wer heutzutage vom Scheidemannplatz aus in die Innenstadt möchte, der nutzt dafür ziemlich wahrscheinlich die Treppenstraße. Das ist aber nicht nur irgendein x-beliebiger Weg, sondern tatsächlich etwas ganz Besonderes. Die Treppenstraße war nämlich Deutschlands erste Fußgängerzone. Sie wurde am 9. November eingeweiht. Damals war sie eine bauliche Ausnahme, denn eigentlich sollte Kassel nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg besonders autofreundlich werden. Seit dem Jahr 1984 steht sie unter Denkmalschutz. Mit ihren insgesamt 104 Stufen überwindet sie rund 15 Höhenmetern. Sie war sogar schon im Film zu sehen. Zum Beispiel wurden Szenen aus „Der letzte Fußgänger“ aus dem Jahr 1960 mit Heinz Erhardt hier gedreht. Und auch im „Tatort“ wurde sie schon gezeigt: In „Das Monster aus Kassel“ wurden in der Straße fast einen ganzen Tag lang gedreht. Noch mehr zur Geschichte der Treppenstraße haben wir in diesem Artikel auf HNA.de zusammengetragen.

Stehst du noch oder parkst du schon?

Wer kennt das nicht? Da hat man mal einen Parkplatz gefunden und dann steht auf dem Schild „Parkdauer max. zwei Stunden“. Also muss die Parkscheibe rausgekramt werden. Diese wurde 1957 in Paris eingeführt, um das Dauerparken einzuschränken. Wenig später zogen viele andere europäische Staaten nach, darunter auch Deutschland. Und in welche Stadt wurde die Scheibe zuerst eingeführt? Richtig, in Kassel! Seit dem Jahr 1961 gibt es hier die blaue Scheibe, die heute aus dem Auto gar nicht wegzudenken ist.

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