Viele Hunde und Menschen nahmen teil

Dackelspaziergang in Kassel: Auf Erdmanns Spuren durch den Bergpark

Machten beim Dackelspaziergang mit: Susanne Harms (links) und ihre Tochter Maike Harms mit Corona (von links), Alfred, Berta, Jette und Amalie.
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Machten beim Dackelspaziergang mit: Susanne Harms (links) und ihre Tochter Maike Harms mit Corona (von links), Alfred, Berta, Jette und Amalie.

Zum zweiten Mal fand in Kassel ein Dackelspaziergang - eine Rallye durch den Bergpark - statt. Dabei begaben sich die Teilnehmer auf die Spuren eines berühmten Vierbeiners.

Kassel – Elvis lebt. Und ist 109 Jahre alt. Zumindest in Hundejahren. Elvis war wohl am Samstagnachmittag einer der ältesten Dackel, der durch den Bergpark Wilhelmshöhe spazierte. Zusammen mit seinem Herrchen Karsten Schmitt. Allerdings nahm der über 15 Jahre alte Zwergrauhaardackel nicht an der Rallye teil, zu der die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und der Deutsche Teckelklub eingeladen hatten. „Das schafft er nicht mehr“, sagte Schmitt. Elvis schaute aber zu, wie die anderen Dackel mit ihren Frauchen und Herrchen an fünf Stationen bei dem Wettbewerb mitmachten.

Maike Harms auch Kassel nahm gleich mit fünf Hunden an dem Großen Dackelspaziergang teil. Wird man mit fünf Dackeln im Haus nicht verrückt? „Manchmal schon. Das ist eben kein Hobby, das man in den Schrank stellen kann“, sagt Harms, die Wilhelmshöher Dackel züchtet. Sie heißen Wilhelmshöher Dackel, weil sie genauso aussehen wie Erdmann, der Dackel von Kaiser Wilhelm. Der Hund hat im Bergpark seine letzte Ruhestätte gefunden.

Dackel seien Charakterköpfe, sagt Harms. Und man benötige als Mensch schon eine Portion Humor, um mit ihnen auszukommen. Apropos: Der jüngste Dackel der Züchterin wurde vor vier Monaten geboren und hat den Namen Corona bekommen.

Aber nicht nur Dackel durften bei der Rallye mitmachen, sondern auch „Dackel mit Migrationshintergrund“, wie MHK-Chef Dr. Martin Eberle die Hunde anderer Rassen an diesem Tag bezeichnete.

Vanessa Vollmer und Jens Fuchs aus Liebenau gingen zum Beispiel mit zwei Cockerspaniels an den Start. Die Menschen mussten Fragen zum Bergpark Wilhelmshöhe beantworten, die Hunde über einen Baumstamm oder durch eine Röhre laufen.

Manche Dackel scheinen auch ein wenig arrogant zu sein. Kalle pinkelte erst mal an die Röhre, nachdem er durch sie erfolgreich durchgelaufen war.

Harald Schütz, Vorsitzender des Teckelklubs in Kassel, war jedenfalls mit der Resonanz zufrieden. „Wir haben mehr Teilnehmer als im letzten Jahr.“ Im Vorfeld hatte es über 90 Anmeldungen gegeben. Schütz, der die Impfpässe der vierbeinigen Teilnehmer kontrollierte, erklärte, dass es neun verschiedene Rassen gibt. Kurzhaar-, Rauhaar- und Langhaardackel, jeweils in drei Größen. Nämlich als Kaninchen- (Brustumfang bis 30 Zentimeter), Zwerg- (bis 35 Zentimeter) und Standarddackel (ab 35 Zentimeter).

Bei Neele, die am Dienstag drei Jahre alt wird, handelt es sich um einen Kaninchenrauhaardackel. Neele ist richtig klein, wiegt nur 3,6 Kilogramm. Sie bewältigte allerdings alle Prüfungen mit ihrem Herrchen Jens Hochberg und Frauchen Nicole Hochberg aus Immenhausen mit Bravour.

Die Teilnahme an der Rallye wurde am Ende mit einer sehr schönen Medaille mit Dackelköpfen belohnt.

Die Dackel hätten sich bestimmt auch über einen ganz besonderen Mantel gefreut, den die Museumslandschaft im Frühjahr dieses Jahres bei einer Auktion für 3600 Euro ersteigert hat. Es handelt sich um einen Hundemantel von Erdmann. Den habe der Dachshund getragen, wenn er mit dem Kaiser von der Jagd im Habichtswald kam, so Lena Pralle, Sprecherin der MHK. Der Mantel ist aus dem feinen Stoff Crêpe de Chine geschneidert worden. Für den Dackel nur das Beste.

Von Ulrike Pflüger-scherb

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