Frauenempfang der Stadt Kassel

100 Jahre Frauenwahlrecht: „Es gibt noch Nachholbedarf“

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Sprachen über Frauen in der Politik damals und heute: (von links) Martina Werner (Europaabgeordnete), Vera Gleuel (Stadtverordnete), Bürgermeisterin Ilona Friedrich, Kulturdezernentin Susanne Völker, Anke Bergmann (stellv. Stadtverordnetenvorsteherin), Barbara Herrmann-Kirchberg (Stadträtin), Dr. Marlis Wilde-Stockmeyer (Stadträtin), Gabriele Fitz (Stadträtin), Esther Kalveram (Stadträtin), Renate Fricke (Stadträtin), Helga Weber (Stadträtin).

Kassel – Die erste Stadtverordnetenversammlung mit sechs weiblichen Stadtverordneten – dieser historische Tag, dem ein langer Kampf um das Frauenwahlrecht vorangegangen war, jährte sich am Sonntag zum 100. Mal. Diesem Ereignis gedachte man beim traditionellen Frauenempfang der Stadt Kassel im Rathaus.

Bürgermeisterin Ilona Friedrich – nach 99 Jahren Frauenwahlrecht Kassels erste Bürgermeisterin – stellt fest: „Interessen von Frauen werden auch heute noch nur dann berücksichtigt, wenn Frauen in der Politik mitreden und mitentscheiden.“

Und auch heute noch gebe es bei der Gleichberechtigung viel Nachholbedarf, so Friedrich. Vor allem in der Kommunalpolitik seien Frauen unterrepräsentiert: Bundesweit beträgt der Anteil nur 25 Prozent. Besser sehe es hingegen in Kassel aus: „Seit fast eineinhalb Jahren haben wir wieder einen paritätisch besetzen hauptamtlichen Magistrat.“ Auch der Frauenanteil in der Stadtverordnetenversammlung liege mit 34 Prozent über dem Bundesdurchschnitt und im ehrenamtlichen Magistrat bei 46 Prozent.

Neben der Unterrepräsentanz von Frauen in der Politik seien etwa Themen wie die sexuelle Selbstbestimmung, Schutz vor Gewalt, Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt und die Debatte um Paragraf 219a weitere aktuelle Herausforderungen, so Friedrich.

Sie wolle daher alle Frauen in der Stadt dazu ermutigen, sich einzubringen und mitzuentscheiden, denn das Jubiläum zeige auch: „Frauenrechte sind noch nie vom Himmel gefallen. Gleiche Rechte und gleiche Chancen von Frauen und Männern sind auch heute immer noch nicht selbstverständlich.“

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