Zum 100. wird investiert – Ingesamt 220 Mitarbeiter

Möbelhändler Schaumann erweitert Unternehmen

Teilen sich die Geschäftsleitung: Hermann Schaumann (links) und Klaus Stroppel. Foto: Herzog

Kassel. Normalerweise bekommt man etwas zum Geburtstag geschenkt – vor allem wenn man 100 wird. Der Kasseler Möbelhändler Hermann Schaumann macht es zum Jubiläum seines Stammhauses anders: Er investiert viel Geld, um sein Unternehmen zu erweitern.

Das insolvente Möbelhaus Dickhaut in Homberg hat er in diesem Jahr übernommen, vier Millionen Euro investiert und 27 Mitarbeiter eingestellt: „Ein ungeplantes Geburtstagsgeschenk.“

Und noch eine große Investition steht an: Das Lager- und Verwaltungsgebäude Schaumanns an der Dennhäuser Straße ist mittlerweile zu klein. Die Pläne für den Ausbau sind fertig, Schaumann will noch einmal vier Millionen Euro investieren: „Das ist dann auch die Grundlage für mögliche Erweiterungen unseres Möbelverbundes in den nächsten Jahren“, sagt er.

Als sein Großvater Hermann Schaumann, nach dem der heutige Firmenchef benannt ist, vor 100 Jahren in Niederzwehren den Betrieb eröffnete, waren Möbelhäuser in der heutigen Form unbekannt. Der Schreinermeister hatte seine Werkstatt im Hinterhaus, den ersten Verkaufsraum richtete er im Wohnzimmer der Familie ein. Er war der erste in Kassel, der in einem Schaufenster Möbel zeigte.

Bilder aus der Geschichte Schaumanns

100 Jahre Möbel Schaumann in Kassel

100 Jahre Firmengeschichte: 1912 waren Möbelhäuser in der heutigen Form noch unbekannt. Hermann Schaumann war der Erste, der in Kassel Möbel in einem Schaufenster zeigte. Die Aufnahme mit der „rollenden Litfaßsäule“ entstand Mitte der 1930er-Jahre. Foto: privat

Nach dem Zweiten Weltkrieg baute sein Sohn Gerhard Schaumann das Unternehmen wieder auf, an der Frankfurter Straße entstand das neue Möbelgeschäft (heute vermietet an das Dänische Bettenlager). Als Hermann Schaumann dann 1987 in den Betrieb einstieg, strebte er bald nach Expansion: 1990 wurde das heutige Möbelhaus an der Knorrstraße gegenüber vom Dez errichtet. Insgesamt beschäftigt Schaumann 220 Menschen. Die Geschäftsleitung teilt er sich seit einigen Monaten mit Klaus Stroppel.

Der Möbelhandel in Deutschland wird seit vielen Jahren von einigen sehr großen Akteuren dominiert. Was kann ein in diesem Vergleich eher kleiner Händler wie Schaumann dagegenhalten? „Service“, das antworten Schaumann und Stroppel auf diese Frage gleichzeitig.

Jeder Kunde, der eine Reklamation habe, bekomme beispielsweise direkt eine Kontaktmöglichkeit zu den beiden Chefs. Ein zweiter Erfolgsfaktor sei gute Laune: „Ein Möbelladen muss Spaß machen – dem Kunden und dem Verkäufer“, sagt Stroppel.

Mit Region verbunden

Am vergangenen Wochenende haben die Mitarbeiter gemeinsam den 100. Geburtstag des Unternehmens gefeiert. Geschenke hat der Jubilar aber doch schon das ganze Jahr über entgegengenommen: „Viele Kunden haben uns Fotos ihrer ersten Schaumann-Möbel und alte Rechnungen geschickt“, sagt Hermann Schaumann. Er hat das alles archiviert. Und diese Briefe sind wohl ein Zeichen dessen, wofür das Unternehmen nach Angaben seines Chefs auch steht: die Verbundenheit mit der Region. (hai)

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