Forderung nach mehr Geld

1000 Beschäftigte nahmen an IG Metall-Streik teil

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Arbeit niedergelegt: Allein 500 Metaller streikten vor dem Werkstor von Bombardier, Rheinmetall und Henschel.

Kassel. Im Tarifkonflikt in der Metall- und Elektroindustrie hat die IG Metall Nordhessen den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. In acht Kasseler Betrieben legten am Montagmorgen laut Gewerkschaft rund 1000 Beschäftigte die Produktion für kurze Zeit lahm.

Während der aktuellen Tarifverhandlungen war dies die bisher größte Aktion in der Region. Am heutigen Dienstag werden die Verhandlungen in Baden-Württemberg fortgesetzt.

Im Kasseler Norden ließen die Streikenden die Produktion in sechs Betrieben für eine Stunde ruhen. Rund 500 Beschäftigte der Unternehmen Rheinmetall Landsysteme (RLS), Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV), Bombardier, Zeppelin Reimelt, Henschel Industrietechnik sowie Henschel Antriebstechnik versammelten sich vor dem Werkstor im Struthbachweg.

Walter Brück, Gewerkschaftssekretär IG Metall Nordhessen, forderte bei der Kundgebung: „Gebt die Gewinne an die Arbeiter weiter!“ Er warf den Unternehmen vor, dass die Sucht nach höheren Renditen zunehme. „Es ist legitim, dass wir etwas von dem großen Kuchen abhaben wollen. Wir schuften für das, was hier vom Band geht“, rief Harald Töpfer, Betriebsratsvorsitzender von Rheinmetall Radfahrzeuge, den Streikenden zu.

Als Redner trat auch Ullrich Meßmer, Bundestagsabgeordneter der SPD und im Vorstand der IG Metall tätig, auf. „Wir wollen nicht unbedingt streiken“, sagte Meßmer. Aber von den Arbeitgebern sei noch kein verhandlungsfähiges Angebot gekommen.

Bei den Unternehmen Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) sowie RMG Regel und Messtechnik legten 450 beziehungsweise 70 Beschäftigte zwischenzeitlich die Arbeit nieder. Vor den Werkstoren kam es zu Kundgebungen.

Als angemessen sieht Jürgen Kümpel, Geschäftsführer des Verbandes der Metall- und Elektro-Unternehmen in Nordhessen, das Angebot der Arbeitgeber. Die IG Metall fordert 5,5 Prozent mehr Lohn für zwölf Monate, die Arbeitgeberseite hat 2,3 Prozent für 13 Monate angeboten.

Schon im Vorfeld der Warnstreiks hatte Kümpel gesagt: „Bereits in der zweiten Tarifverhandlung wurde ein Lösungsvorschlag unterbreitet, der deutlich über der Teuerungsrate und dem erwarteten Produktivitätszuwachs liegt.“ Das Angebot enthalte ein klares Reallohnplus. „Außerdem haben wir Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Die Warnstreiks verschärfen die Situation unnötig.“ Die Streiks seien Gift für die Aufträge und Arbeitsplätze. Derweil plant die IG Metall Nordhessen weitere Warnstreiks am Mittwoch und Donnerstag. Dann soll verstärkt außerhalb von Kassel in der Region gestreikt werden.

Von Manuel Kopp

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