Nordhessen helfen an Elbe

1000 Freiwillige aus dem Raum Kassel sind im Hochwassergebiet in Dresden

Das Japanische Palais: Kräfte aus dem Landkreis Kassel sorgen dafür, dass das Wasser nicht in das Museumsgebäude zwischen Palaisplatz und Neustädter Elbufer gelangt. Fotos:  Klinge (nh)

Kassel / Dresden. Das Warten hatte gestern für die Helfer aus Nordhessen im Hochwassergebiet in Dresden ein Ende. Endlich durften sie zupacken und den Menschen in Sachsen helfen.

Seit dem Vormittag waren die Feuerwehrleute an zwei Stellen in Dresden im Einsatz: Der Verband des Landkreises Kassel sicherte das „Japanische Palais“ und ein angrenzendes Hotel im Stadtteil „Innere Neustadt“, sagt Ralf Krawinkel, Sprecher der Kasseler Feuerwehr. Beide Gebäude seien bereits durch feste Spundwände mit einer Höhe von 1,80 Meter gesichert worden. Der Wasserdruck presse aber immer wieder Elbwasser durch die einzelnen Spundbalken. Die 54 Einsatzkräfte waren am Donnerstag mit verschiedenen Pumpen im Einsatz, um das durchsickernde Wasser wieder abzupumpen. „Die Pumpen mit einer Förderleistung von 12 000 Liter/Minute laufen rund um die Uhr“, sagt Krawinkel.

Büsche entfernt

Die ehrenamtlichen Kräfte der Feuerwehr Kassel waren im Stadtteil Übigau im Einsatz. Dort sicherten die Brandschützer einen Deich. Die Deichkrone sei durch Sandsäcke erhöht worden, um einen Wasserübertritt zu verhindern. Gleichzeitig seien Zäune und Büsche entfernt worden, um zusätzlich Planen und Schotter aufbringen zu können. „Insgesamt 96 Einsatzkräfte aus Kassel und Gießen arbeiten hier Hand in Hand zusammen“, sagt Krawinkel.

Die Kasseler Kräfte würden noch einige Tage an beiden Stellen in Dresden gebraucht, das Ende des Hilfseinsatzes sei für das kommende Wochenende geplant. „Ein genauer Zeitpunkt steht aber noch nicht fest.“

Aus Stadt und Landkreis Kassel waren am Montagabend fünf Brandschutzzüge der Feuerwehr und zwei Betreuungszüge des Deutschen Roten Kreuzes und der Johanniter Unfallhilfe nach Sachsen geschickt worden. Dort hatten die Helfer zunächst einen Bereitstellungsraum eingerichtet, in dem auch die Einsatzkräfte aus anderen hessischen Landkreisen gesammelt wurden. Danach stand die Kasseler Feuerwehr als Sofortreserve bereit, um in kritischen Situationen schnell und flexibel eingesetzt werden zu können.

Nach Angaben von Horst Klinge (Freiwillige Feuerwehr Kassel) sind insgesamt 1000 Helfer aus Nordhessen in Sachsen im Einsatz. (use)

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