Energiewende Nordhessen: RP will transparente Neuplanung

1000 neue Windräder könnten gebaut werden

Kassel. 300 Windkraftanlagen drehen sich schon im Regierungsbezirk Kassel - bis zu 1000 neue könnten es zwischen Diemelsee und Rhön noch werden. Regierungspräsident Dr. Walter Lübke (CDU), privat selbst Windmüller, sprach gestern von Goldgräberstimmung. Sein Haus erarbeitet derzeit die Planungsgrundlagen fürs Windstromland Nordhessen. Dabei wolle man maximale Transparenz und möglichst alle Bürger mitnehmen, sagte Lübke.

Aus vormals 0,3 Prozent sollen nun zwei Prozent der Landesfläche zu Windkraftstandorten werden. Die alten Pläne hatte der Verwaltungsgerichtshof gekippt. Dann kamen noch der Atom-GAU in Fukushima und Deutschlands Ausstieg aus der Kernenergie dazu, die den Erneuerbaren ungeahnten Schub gaben.

Mindestens 1000 Meter Abstand zu Ortslagen sind Pflicht, Gewässer, Überschwemmungs- und Naturschutzgebiete tabu, Windgeschwindigkeiten von 5,75 Metern pro Sekunde und mehr in 140 Metern Höhe sollen es sein: Solche und andere Kriterien hat das Regierungspräsidium auf die Landkarte gelegt, um windträchtige Zonen auszufiltern, die zugleich „bestmöglichen Schutz für die Menschen“ bieten, sagte Lübke.

Neu ist: Die Windräder sollen jetzt auch in den Wald und auf die Berge gehen. Der Reinhardswald im Landkreis Kassel etwa gilt als Top-Windstromzone. Und: Alles, was neu gebaut wird, reicht sehr viel weiter Richtung Himmel. Nabenhöhen von 150 Metern werden Standard.

Neu ist außerdem: Parallel zur Arbeit im RP können Feinplanungen von Städten und Gemeinden und die Genehmigung einzelner Windparks weiterlaufen. Das erfordere enge Abstimmung, hieß es, solle der Energiewende aber zusätzliches Tempo verschaffen. Gestern hat die Kasseler Behörde ihre Pläne im Schwalm-Eder-Kreis vorgestellt, die Tour durch alle anderen Kreise folgt im Mai und Juni.   zum tage, hessen

Von Wolfgang Riek

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