1,25 Mio. Euro: SMA-Gründer beschenken Vorstand aus Privatvermögen

niestetal/kassel. Die vier SMA-Gründer haben den Vorstandmitgliedern des Unternehmens im Herbst 2014 aus ihrem Privatvermögen 1,25 Millionen Euro geschenkt. Gut die Hälfte davon floss in die Taschen von Vorstandssprecher Pierre-Pascal Urbon, dessen Bezüge sich 2014 einschließlich des Grundgehalts von 373 000 und individueller Leistungsprämie auf 1,226 Millionen Euro verdreieinhalbfachten. Das geht aus dem jüngsten Geschäftsbericht hervor.

Tatsächlich kam bei den Empfängern aber sehr viel weniger Geld an, denn etwa die Hälfte der gezahlten Summen kassierte der Fiskus. Vom verbleibenden Rest mussten die Vorstände Aktien des eigenen Unternehmens kaufen. Das war die Bedingung für die Schenkung. Urbon, der gut die Hälfte der Schenkungssumme erhalten hat, hat sogar viel mehr Aktien gekauft und damit einen erheblichen Teil mit eigenem Geld bezahlt. Ein richtig gutes Geschäft haben die Vorstände allerdings nicht gemacht, weil sie die Papiere ganz überwiegend zu einem weit höherem als dem heutigen Kurs erworben haben. Als Grund für die Schenkung nennt das Unternehmern die „langfristige Bindung des Vorstands an das Unternehmen“.

Aktionärschützer sehen in dem Vorgang keinerlei aktienrechtliche Brisanz, Daniel Bauer vom Vorstand der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK), sprach aber angesichts der aktuellen Krise und des bevorstehenden Abbaus von bis zu 1200 Stellen allein in Kassel und Niestetal von einem „unglücklichen Timing.“

SMA rechtfertigt die Schenkung auch mit der Zustimmung der Hauptversammlung im Frühjahr, als die gesamte Tragweite der Krise noch nicht abzusehen gewesen sei. SMA-Mitgründer Peter Drews räumte im Gespräch mit der HNA zwar ein, dass der Zeitpunkt aus heutiger Sicht nicht der beste gewesen sei. Die Schenkung selbst sei aber angesichts der vergleichsweise geringen Grundbezüge angemessen und richtig. ZUM TAGE/SEITE 3

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