Neue Orgel der Kirchengemeinde in Rothenditmold wird eingeweiht

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Optimaler Klang: Peer Schlechta spielt auf der neuen Orgel in der Evangelischen Kirche Rothenditmold.

Rothenditmold. Sie trägt die Werknummer 938, hat 1400 Pfeifen, 25 klingende Register (Klangfarben) verteilt auf zwei Manuale und ein Pedal.

Nach gut acht Monaten Bauzeit hat die Evangelische Philippus-Kirchengemeinde in Rothenditmold wieder eine neue Orgel. Der Einbau wurde noch Dezember 2011 fertiggestellt. Die Stimmung und klangliche Anpassung an den Raum der Rothenditmolder Kirche hat nochmals etwa vier Wochen Zeit in Anspruch genommen.

Peer Schlechta, Organist und Orgelsachverständiger der Landeskirche Kurhessen-Waldeck, ist vom Ergebnis begeistert. „Der Klang ist optimal an den Kirchenraum angepasst“, sagt er. Zumal sich die bauliche Struktur des Kirchenraums für kammermusikalische Klänge besonders eigne. Beim Bau der alten Orgel hatte man das nicht berücksichtigt. „Klanglich war sie einfach zu schwach für die Kirche“, sagt er.

Mehr als 40 Jahre hatte sie die Gottesdienste musikalisch begleitet, zahlreiche Orgelkonzerte wurden auf ihr gegeben. Dann versagten immer mehr elektronisch gesteuerte Ventile, die die Luftzufuhr vom Gebläse in die Orgelpfeifen regulierten. Für die Kirchengemeinde zeigte sich: Eine neue Orgel war unumgänglich.

Die funktioniert jetzt rein mechanisch, nur das Gebläse ist elektronisch gesteuert. Gefertigt wurde die neue Orgel von der Werner Bosch Orgelbau GmbH in Niestetal überwiegend aus solidem Eichen-, Fichten- und Ahornholz. Ein Teil der Orgelpfeifen besteht aus Zinn-Blei-Legierungen. Eine Besonderheit: Es wurden auch historische Pfeifenregister aus dem 19. Jahrhundert eingebaut, die aus einem Lagerbestand aus Süddeutschland stammen. Die tiefste Pfeife ist 2,40 Meter lang, was etwa acht Fuß entspricht. Deshalb wird sie als Acht-Fuß-Orgel bezeichnet.

Wert von 295.000 Euro

„Die Orgel besteht aus soliden Materialien und solider Technik, die jederzeit repariert werden kann“, erklärt Schlechta. 295.000 Euro hat das Instrument gekostet. Das Geld stammt laut dem Orgelsachverständigen zu je einem Drittel aus Spenden, aus dem Orgelfonds der Landeskirche und der Ablösung einer Baulast für historische Kirchengebäude.

Die klangliche Stärke der Orgel liegt laut Schlechta in ihrer Begleitfunktion. „Sie nimmt sich klanglich zurück und eignet sich so optimal zur Begleitung des Gemeindegesangs oder von Chören“, sagt er. Aber auch für Solokonzerte sei sie gut geeignet.

Ihrer Bestimmung wird die neue Orgel am morgigen Sonntag, 29. Januar, übergeben. Ab 10 Uhr findet in der Evangelischen Kirche Rothenditmold ein Festgottesdienst statt. Ab 17 Uhr folgt ein Festkonzert für Chor und Orgel, unter anderem mit der Uraufführung des eigens für die Orgeleinweihung komponierten Werks „Loblied - nach Psalm 150“ des in Kassel lebenden Musikers und Komponisten Jean Sevriens.

Es musizieren der Kammerchor Vox Humana und Peer Schlechta an der Orgel. Der Eintritt ist kostenfrei. (pmk)

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