Studentenwerk muss in den nächsten zehn Jahren 16,6 Millionen Euro investieren

Dr. Jörg Magull

Göttingen. Das Göttinger Studentenwerk muss in den nächsten zehn Jahren 16,6 Millionen Euro investieren, um den aufgelaufenen Sanierungsstau in seinen Wohnheimen abzuarbeiten. Das bestätigte der Geschäftsführer des Studentenwerks, Dr. Jörg Magull, auf Anfrage der HNA.

Anlass war eine Anfrage der Linksfraktion im Landtag, die der Landesregierung vorwirft, die Studentenwerke mit ihren maroden Gebäuden im Regen stehen zu lassen.

Nach Angaben von Dr. Magull sind in Göttingen alle 4600 Wohnheimplätze in 105 Gebäuden belegt. 1400 Plätze in älteren Gebäuden seien sanierungsreif. Zimmer von nur acht bis zehn Quadratmetern und Gemeinschaftsduschen für 16 Personen seien nicht mehr zeitgemäß. Deshalb müssten jeweils zwei Zimmer zusammengelegt und mit Sanitäreinrichtung ausgestattet werden. Dr. Magull: „Das sind keine ungebührlichen Wünsche.“

Keine Rückstellungen

Früher gab es beim Land einen Topf für die Renovierung oder Sanierung älterer Wohnheime. Deshalb wurde nie Rückstellungen gebildet. Seit das Land diesen Topf abgeschafft und den Studentenwerken die Liegenschaften übertragen hat, fehlt das Geld. Um die Sanierung voll zu finanzieren, müsste der Mindestmietpreis von 80 Euro monatlich verdoppelt werden, rechnet der Geschäftsführer vor. Um das zu vermeiden, muss die Sanierung zum Teil über Kredite finanziert werden. Dr. Magull: „Das Land könnte uns helfen, wenn es uns in den sozialen Wohnungsbau aufnehmen würden. Dann hätten wir deutlich bessere Zinskonditionen.“

Warteliste

Dass es in Göttingen weiterhin einen enormen Bedarf an Wohnheimplätzen gibt, belegen die Zahlen des Studentenwerks. Über 1000 Studierende stehen auf der Warteliste und müssen sich durchschnittlich 72 Wochen gedulden, bis sie einen Platz ergattern. Wenn demnächst der doppelte Abitur-Jahrgang an die Uni kommt, wird der Druck noch größer, sagt Dr. Magull voraus: „Dann wird die Warteliste noch länger.“ (p) Foto: nh

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