„Verkehrswende jetzt“

Erste Demo seit Corona: Klimastreik von Fridays for Future in Kassel

Botschaften am Fahrrad: Clara Gunzelmann, Friederike Vogt und Johanna Dreibholz (von links) bei der Demo.
+
Botschaften am Fahrrad: Clara Gunzelmann, Friederike Vogt und Johanna Dreibholz (von links) bei der Demo.

Über mehrere hundert Meter zog sich der Fahrradtross durch Kassels Straßen, zu dem Fridays for Future (FFF) aufgerufen hatte.

Kassel - Über mehrere hundert Meter zog sich der Fahrradtross durch Kassels Straßen, zu dem die Klima-Protestbewegung Fridays for Future (FFF) gestern aufgerufen hatte. Gut 1500 Menschen jedes Alters waren zum Rainer-Dierichs-Platz am Hauptbahnhof gekommen, um sich hier für die Protestfahrt über eine acht Kilometer lange Strecke durch Kassel zu sammeln. Es war die erste Freitagsaktion seit der Corona-Zwangspause.

Mit Mund-Nase-Masken ausgestattet und Abstand haltend – aus diesem Grund hatten die Veranstalter erstmals zur Fahrraddemo aufgerufen – protestierten die Demonstranten für ein klimagerechtes Kassel und eine Welt, in der gemeinsam gegen die Erderwärmung gekämpft wird. In Deutschland fanden zeitgleich 450 und weltweit über 3000 Klimastreiks statt.

Vorfahrt für Fahrräder: Zum ersten Mal auf Fahrrädern protestierte gestern Fridays for Future in Kassel. Der acht Kilometer lange Strecke führte auch über die Wilhelmshöher Allee.

Vor über einem Jahr waren in Kassel rund 13 000 Menschen mit Fridays for Future auf die Straße gegangen, um für einen konsequenten Klimaschutz zu demonstrieren – deutschlandweit waren es 1,4 Millionen. Die Schüler-Bewegung hat inzwischen viele Erwachsenen-Ableger von „Scientists for Future“ bis „Grandmas for Future“ bekommen.

„#KeinGradWeiter“, lautete das Motto des gestrigen Protests, um darauf hinzuweisen, dass die Erderwärmung sofort gestoppt werden muss. „Der Verkehr ist der Sektor in dem die CO2-Emissionen seit 1990 nicht gesunken, sondern sogar gestiegen sind. Damit ist die Verkehrswende der Flaschenhals der Energiewende in Deutschland“, sagte Lola Blume von FFF Kassel:

Treffpunkt Paul-Dierichs-Platz: Weit über tausend Menschen sammelten sich.

„Eine Verkehrswende wird nur mit einer drastischen Reduzierung des Pkw-Verkehrs und einem massiven Ausbau von ÖPNV- und Radinfrastruktur zu schaffen sein.“ „Bringt die Politiker dazu, dass sie es jetzt tun. Wir wollen nicht mehr bis nach der Wahl warten“, rief Michael von Bonin von „Scientists for Future“ vom Podium.

„Macht eure Forderungen laut“, rief Charly Ahrendts vom FFF-Orgateam den Protestteilnehmern zu.

„Die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts“, lautet das Credo der Bewegung. Sie war vom Schulstreik der schwedischen Schülerin Greta Thunberg ausgegangen und wird heute von Millionen Menschen weltweit getragen. In Kassel fanden die ersten FFF-Klimastreiks im Januar 2019 statt. (Christina Hein)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.